SPD Hüllhorst wählt Kandidaten für die nächste Kommunalwahl
Bürgermeister Rührup erhält das Vertrauen

Hüllhorst (WB). Damit hat Bürgermeister Bernd Rührup wohl nicht gerechnet. Bei der Gemeindewahlkreiskonferenz ist das amtierende Gemeindeoberhaupt am Mittwochabend mit 102 Prozent als erneuter Bürgermeisterkandidat bestimmt worden. Laut Auszählung erhielt Rührup 44 Stimmen der 43 Mitglieder, die sich vor Beginn in die Anwesenheitsliste eingetragen hatten. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass ein Delegierter etwas später zur Versammlung gestoßen war und sich an einen freien Tisch gesetzt hatte. Im Endeffekt wurde Bernd Rührup einstimmig von der Versammlung gewählt und erhielt natürlich nur 100 Prozent Zustimmung.

Montag, 29.06.2020, 06:00 Uhr
Bei der Gemeindewahlkreiskonferenz der SPD Hüllhorst ist der amtierende Bürgermeister Bernd Rührup (vorne, 3. von links) erneut als Bürgermeisterkandidat gewählt worden. Foto: Kokemoor
Bei der Gemeindewahlkreiskonferenz der SPD Hüllhorst ist der amtierende Bürgermeister Bernd Rührup (vorne, 3. von links) erneut als Bürgermeisterkandidat gewählt worden.

Warum Rührup damit nicht gerechnet hatte: „Ich habe doch auch unbequeme Entscheidungen treffen müssen“, sagte er. Aber er nehme die Wahl gerne an und werde für Hüllhorst alles geben. Nach seiner Vorstellungsrede blieb nur eine Frage offen: „Hat jemand Wahlversprechen erwartet?“ „Wieder einmal nicht“, antwortete er prompt und selbst. Genauso wie in 2015. „Ich verspreche nur, dass ich die Dinge anpacke, die wichtig sind für unsere Gemeinde – auch die unbequemen.“

Hüllhorst ist lebenswert

Deshalb wolle er nach vorne blicken, sagte Rührup. Wenn er auf seine Kindheit und Jugend blicke, sehe er vieles rosarot. „Unsere Eltern erlebten uns in der Regel glücklich und zufrieden. Also versuche ich jetzt so gut wie möglich, den Weg für unsere Kinder und Enkelkinder zu ebnen.“

Die Menschen würden sich in Hüllhorst sicher und wohl fühlen, „Sie leben gerne hier“, sagte Rührup. Hüllhorst sei familienfreundlich und habe eine starke Wirtschaft mit tollen Firmen. Das soziale Zusammenleben von Familien, Nachbarschaft, Dörfern und Vereinen funktioniere. Nicht unerwähnt ließ Rührup, dass Hüllhorst die Gemeinde in fünf Jahren vom Rand der Haushaltssicherung zu einer soliden finanziellen Basis geführt hat.

Selbstverständlich und erwartungsgemäß ging Rührup aber auch auf das Thema Klimawandel und Umweltschutz ein. Er betonte: „Mit der Entscheidung für ein Klimaschutzkonzept habe ich in Hüllhorst bereits im März 2017 – schon lange vor der Massen-Klima-Bewegung – die Weichen für nachhaltige Klimapolitik gestellt. Ratsbeschlüsse zum Landschaftsplan, zur Fair-Trade-Gemeinde und zum Klimanotstand sowie unsere Beteiligung an der Klimakampagne OWL untermauern den Weg für Hüllhorst. Ich möchte in diesem Sinn den Klimaschutz zielgerecht entwickeln“, formulierte er einen seiner Schwerpunkte.

Klima im Blick behalten

Der Klimawandel, sei vor der Corona-Situation das beherrschende Thema gewesen, sagte Rürup weiter. Wenn auch aufgrund der aktuellen Corona-Situation nun Pandemien in den Fokus rücken würden, habe sich an der Herausforderung für den Klimaschutz durch Corona grundsätzlich nichts geändert, sagte der Bürgermeister. Es gebe weitere und neue Denkansätze in diesem Zusammenhang. Bei Betrachtung der wirtschaftlichen Schäden und zukünftigen Konjunkturprogrammen sei es nun umso wichtiger, den Klimaschutz fest im Blick zu haben.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit soll das Voranbringen der Digitalisierung und der Glasfaserausbau sein. Schulen und kommunale Infrastruktur wie Sportanlagen, Gebäude, Straßen, Feuerwehrhäuser sollen fit gehalten und modernisiert werden. Mobilitätsangebote und ärztliche Versorgung seien weitere wichtige Themen.

Die Wahlleitung hatte der stellvertretende Landrat Reinhard Wandtke. Er hob die Arbeit von Niklas Krusberski, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes, und seinem Team hervor. Krusberski erläuterte, dass diese Wahl ursprünglich für den 27. März angesetzt war und aufgrund der Corona-Situation verschoben wurde. Achim Post, Bundestagabgeordneter, und Frank Picker, Fraktionsvorsitzender, hielten Grußworte. Ernst-Wilhelm Rahe, Landtagsabgeordneter hatte sein Grußwort in Briefform vorgelegt, da er beruflich verhindert war.

Das sind die Kandidaten

Die Wahl der Kandidaten und Kandidaten der 16 Wahlbezirke erfolgte einstimmig oder mit großer Mehrheit. Gewählt wurden: Karoline Walz (Oberbauerschaft-West), Ralf Steinmeyer (Oberbauerschaft-Mitte), Frank Picker (Niedringhausen-West), Friedhelm Wölker (Niedringhausen-Ost), Maik Brune (Büttendorf), Marie Luise Rahe (Ahlsen), Alfred Krause (Hüllhorst-Nord), Heinz-Hermann Hägerbäumer (Hüllhorst Süd), Michael Riemer (Hüllhorst Ost), Hans Hamel (Holsen), Karl-Heinz Ortmeier (Holsen-Ost, Schnathorst Nord), Angelika Holzmeyer (Schnathorst-West), Marek Sommer (Schnathorst-Ost), Monika Birkobein (Bröderhausen, Tengern-Hasenbusch), Hartmut Dehne (Tengern), Yasemin Demir (Tengerholz).

Als Ersatzkandidaten der 16 Wahlbezirke wurde folgenden Vorschlägen zugestimmt: Dean Taylor (Oberbauerschaft-Mitte), Oliver Hansel (Ahlsen), Steffen Meinert (Ahlsen), Jan Lukas Eckel (Hüllhorst-Ost), Thomas Bohnenkamp (Holsen), Roland Kirchhoff (Holsen-Ost, Schnathorst-Nord), Klaus-Dieter Griese (Schnathorst-Ost), Gerhard Richter (Bröderhausen-Tengern-Hasenbusch), Michael Heidenreich (Tengern), Rüdiger Velten (Tengerholz).

Auf der Reserveliste stehen: Frank Picker, Angelika Holzmeyer, Alfred Krause, Marie-Luise Rahe, Hartmut Dehne, Monika Birkobein, Hans Hamel, Maik Brune, Karoline Walz, Yasemin Demir, Heinz-Hermann Hägerbäumer, Karl-Heinz Ortmeier, Friedhelm Wölker, Michael Riemer, Mark Sommer, Ralf Steinmeyer, Steffen Meinert, Dean Taylor, Michael Heidenreich, Thomas Bohnenkamp, Jan Lukas Eckel, Gerhard Richter, Klaus-Dieter Griese, Oliver Hansel, Rüdiger Velten und Roland Kirchhoff.

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