Landtagsabgeordnete Wibke Brems hält in Hüllhorst Vortrag zur Energiewende
Alternativen schaffen

Hüllhorst (eva/WB). Wibke Brems ist Landtagsabgeordnete und Energieberaterin bei den Grünen. Die studierte Ingenieurin hat nun zum Thema „Energiewende in Hüllhorst – Was gibt es zu tun?“ referiert. 35 Gäste kamen für diesen Vortrag und die anschließende Diskussion in die Ilex-Halle.

Montag, 07.09.2020, 05:00 Uhr
Zu ihrem Vortrag zur Energiewende in Hüllhorst gab es viele Fragen aus dem Publikum, die Wibke Brems ausführlich beantwortete. Bürgermeisterkandidat Benjamin Rauer will die Energiewende in Hüllhorst umsetzen. Foto: Eva Rahe
Zu ihrem Vortrag zur Energiewende in Hüllhorst gab es viele Fragen aus dem Publikum, die Wibke Brems ausführlich beantwortete. Bürgermeisterkandidat Benjamin Rauer will die Energiewende in Hüllhorst umsetzen. Foto: Eva Rahe

„Das Thema Klimaschutz steht zwar im Fokus, aber wir müssen es auch umsetzen“ – das war der Leitgedanke von Wibke Brems’ Vortrag zur Energiewende. Sie erlebe es immer wieder, dass Parteien sich zur Energiewende bekennen würden, aber die Konsequenz daraus, auch so zu handeln, würde fehlen. Dabei müsse man die Energiewende auch und vor allem auf landes- und auf kommunaler Ebene umsetzen. „Gerade vor Ort werden einzelne Maßnahmen für die Verkehrs- und Energiewende geplant und durchgeführt“, sagte Wibke Brems.

In ihrem Vortrag gab Brems einige Anregungen für die Kommunen und insbesondere für Hüllhorst. So sei der erste Schritt, einen Energieberater anzustellen, der ein eigenes Förderungs- und Unterstützungsprogramm erstellt. Denn als Kommune müsse man mit gutem Beispiel vorangehen, wenn man klimaneutral werden wolle. Sebastian Rauer, Bürgermeisterkandidat der Grünen, erklärte hierzu, dass vergangenen Jahr in Hüllhorst zwar der Klimanotstand ausgesprochen worden sei und auch eine Stelle beschlossen wurde. Leider sei diese Stelle aber immer noch nicht ausgeschrieben worden.

Dächer nutzen

Hierzu sagte Wibke Brems, dass man nicht irgendwo aussteigen könne, ohne woanders einzusteigen. Wenn man also auf den Verbrauch von fossilen Energiequellen verzichten wolle, müsse man Alternativen schaffen. Hier gebe es viele Stellschrauben, wie etwa eine Wärmeplanung für eine Kommune. Der Sanierungsstand müsse angehoben werden. Zudem könne mehr Abwärme durch die Industrie genutzt werden.

Besonderes Augenmerk in ihrem Vortrag legte Wibke Brems auf die Themen Fotovoltaik und Windenergie. So sei es zum Beispiel ein Muss, dass Dächer öffentlicher Gebäude mit Solar- und Fotovoltaik-Anlagen ausgestattet würden. Bei Fotovoltaik liege allerdings ein Problem in den Nutzungszeiten. Hier müsse es das Ziel sein, Strom dann zu verbrauchen, wenn er da sei. Zudem müsse man ein gutes Stromnetz haben und Speicher ausbauen.

Im Rahmen der Veranstaltung kamen viele Fragen aus dem Publikum. Eine Nachfrage war, ob es sich denn überhaupt noch lohnen würde, Fotovoltaik aufs Dach zu bauen, da doch die Einspeisevergütung in den nächsten Jahren auslaufen würde. Hierzu erklärte Wibke Brems, dass sich Fotovoltaik jetzt vor allem im Eigenverbrauch lohnen würde.

Fehlende Akzeptanz

Eine weitere Frage war, woher die Flächen kommen sollten, um ein gutes Übertragungsnetz auszubauen. Hierzu erklärte Wibke Brems, dass es ärgerlich sei, dass für den Ausbau eines Stromnetzes die Akzeptanz fehle. Hier richtete sie deutliche Worte nach Bayern. „Wir haben jahrelang dafür gekämpft, diese Übertragungsnetze zu bauen, aber Horst Seehofer hat das komplett torpediert“, sagte sie. Hierdurch seien viele Projekte auf Eis gelegt worden. Benjamin Rauer erklärte, dass man das Stromnetz einfach selbst in die Hand nehmen sollte, indem man eine Gesellschaft gründe.

Ähnliche Probleme gäbe es bei den Windkraftanlagen. Hier sei es nicht das Übertragungsnetz, dem es an Akzeptanz fehle, sondern das Netz vor Ort. Wibke Brems schlussfolgerte, dass man nicht den Ausbau abwarten, sondern parallel agieren müsse. Da es bei Fotovoltaik mehr Akzeptanz gebe als bei Windenergie, müsse man dies zuerst vorantreiben. Auch in Puncto Windkraft müsse man vor Ort genau schauen, wo eine Anlage möglich sei und wo nicht. „Wir brauchen erneuerbare Energien in der Mischung“, sagte Wibke Brems zum Abschluss.

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