Hüllhorster CDU freut sich über Michael Kasches Wahlsieg – Enttäuschung bei SPD
„Wir sind Bürgermeister“

Hüllhorst (WB/aha). Mit großer Zufriedenheit blickt die CDU Hüllhorst auf den Stichwahl-Sonntag zurück, an dem Michael Kasche mit deutlichem Vorsprung zum Bürgermeister gewählt wurde. Mit Spannung hatten er und zahlreiche Kommunalpolitiker und Hüllhorster Bürger die Auszählung in der Ilex-Halle verfolgt.

Dienstag, 29.09.2020, 04:00 Uhr
Michael Kasche hat in der Ilex-Halle aufmerksam die Auszählung der Wahlbezirke verfolgt. Auch Bernd Rührup (links) und CDU-Gemeinderatsvorsitzender Sven Öpping sind bei der Präsentation der Ergebnisse im großen Saal dabei gewesen. Foto: Arndt Hoppe
Michael Kasche hat in der Ilex-Halle aufmerksam die Auszählung der Wahlbezirke verfolgt. Auch Bernd Rührup (links) und CDU-Gemeinderatsvorsitzender Sven Öpping sind bei der Präsentation der Ergebnisse im großen Saal dabei gewesen. Foto: Arndt Hoppe

„Wir sind Bürgermeister!“ und „Kasche, Kasche!“ schallte es auf dem Vorplatz der Ilex-Halle, als der frisch gewählte künftige Bürgermeister Michael Kasche aus der Halle trat, nachdem er im Saal die ersten Gratulationen entgegen nehmen konnte. „Ich danke allen für die großartige Unterstützung. Allein kann man das nicht schaffen“, sagte der sichtlich erleichterte Wahlsieger.

Geschafft

Auch der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Sven Öpping war glücklich: „Wir haben es geschafft, aus völlig unterschiedlichen Charakteren der Ratskandidaten ein Team zu formen. Dieses Team hat bis zur letzten Minute für den eigenen und den Erfolg der anderen gekämpft und gearbeitet.“ Die CDU habe ihren Vorstand mit zahlreichen jungen Leuten neu besetzt, aber stets auch den Rat der erfahreneren, älteren Mitglieder beachtet. „Mit Michael Kasche konnten wir einen Kandidaten aufstellen, hinter dem die gesamte CDU in Hüllhorst stand und der zu keinem Zeitpunkt an seinem Erfolg gezweifelt hat“, erklärte Öpping. Außerdem sei Kasche durch „ein tolles Wahlkampfteam“ unterstützt worden, „das für diesen unglaublichen Erfolg mitverantwortlich ist“.

Michael Kasche geht engagiert an die vor ihm liegende Aufgabe: „Ich habe den Menschen in Hüllhorst versprochen, dass ich sie auf meinem Weg mitnehme. Dieses Versprechen werde ich halten“, sagte er. „Als Bürgermeister aller Hüllhorsterinnen und Hüllhorster werde ich versuchen, auch die zu überzeugen, die mich dieses Mal noch nicht gewählt haben. Es liegt viel Arbeit vor uns und darauf freue ich mich.“

SPD unzufrieden

Die Gemütslage war bei dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank Picker nach der Wahlschlappe des amtierenden Sozialdemokraten Bernd Rührup verständlicherweise ganz anders. „Mit dem Wahlausgang – in der Stichwahl, aber auch schon bei der Gemeinderatswahl – können wir natürlich überhaupt nicht zufrieden sein“, sagte er. Er bedauerte, dass es der SPD offenbar nicht gelungen sei, beim Bürger mit ihren Sachthemen anzukommen.

So verwies Picker auf die finanzielle Bilanz der vergangenen Jahre: „Die konnte sich sehen lassen. 2016 standen wir kurz vor der Haushaltssicherung. Uns ist es gelungen, zu senken, die Ausgleichsrücklage wurde wieder auffüllt und es wurden 3,5 Millionen Euro an Rückstellungen für die Schulen geschaffen“ sagte Picker. Auch vor diesem Hintergrund sei er bei der Stichwahl eher von einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgegangen. „Mit diesem deutlichen Abstand hat in Reihen der SPD keiner gerechnet.“

Der Fraktionsvorsitzende stellte aber in Aussicht, dass die SPD auch mit dem neuen Bürgermeister Kasche gut zusammenarbeiten werde: „Im Vordergrund steht die Entwicklung der Gemeinde.“ Er sei gespannt, ob die CDU die vielen Versprechen einlösen werde. Als Beispiel nannte er, die Ansage „Glasfaser in jeden Haushalt“. „An diesen Dingen wird sich die CDU messen lassen müssen“, sagte Frank Picker.

Aktion zum Stichwahltag

Die Büttendorf

Die Büttendorf Foto: Arndt Hoppe

Dass viele Hüllhorster Bürger durchaus ein Interesse daran haben, wer in der Kommunalpolitik das Sagen hat, zeigte sich an der insgesamt für eine Stichwahl recht ordentliche Wahlbeteiligung von 54,3 Prozent. Wie bereits bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen hatte zum Beispiel die Büttendorfer Dorfgemeinschaft wieder eine Aktion am Wahllokal Grundschule organisiert, um die Wähler zu motivieren, ihre Stimme dort abzugeben. „Bereits als wir 2017 unseren Verein gegründet haben, hatten wir die Idee, auf jeden Fall am Wahltag etwas zu machen“, sagte Vorsitzender Marco Knefelkamp.

Schon bei der Wahl vor zwei Wochen hatten die Helfer vor der Schule einen Stand mit Bratwurst und Getränken aufgebaut und einen abgesteckten Sperrbereich, wo sich Besuchergruppen an Stehtischen zum Gespräch treffen konnten. „Eine Liste zur Kontaktnachverfolgung liegt auf den Tischen aus, obwohl das im Freien wohl nicht unbedingt nötig gewesen wäre“, sagte Knefelkamp. Auch die große aufgeblasene Kinderrutsche wurde mit einem Ein- und Ausgang ausgeschildert, um die Abstandregeln wahren zu können. „Die Rutsche wurde von den Firmen LVM Eggert und D2 Showtech gesponsert“, dankte Knelfelkamp für die Unterstützung.

Büttendorfs Ortsvorsteherin Dietlind Scheding zeigte sich begeistert davon, wie gut die Aktion angenommen wurde. Bei der ersten Wahl zum Rat hatte Büttendorf damit die höchste Wahlbeteiligung auf Kreisebene – mit mehr als 72 Prozent.

An diesem Sonntag war die Beteiligung erwartungsgemäß deutlich geringer. An diesem Tag gehörte sie mit 42,5 Prozent zu den besten in der Gemeinde. Doch diesmal hatte Ahlsen mit 43,9 Prozent die Nase leicht vorn.

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