Früherer Hüllhorster Bürgermeister Wilhelm Henke (SPD) möchte Äußerungen von Sven Öpping (CDU) richtigstellen
„Ungenügend recherchiert“

Hüllhorst (WB/stl) -

Die Diskussion um die mögliche Verlängerung der Beigeordneten-Stelle in Hüllhorst geht in die nächste Runde. Wilhelm Henke (SPD), bis zu seinem Abschied im Oktober 2015 insgesamt 16 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde, möchte Äußerungen des CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Sven Öpping, am Samstag veröffentlicht, nicht unkommentiert stehen lassen. Der Griff in die Mottenkiste sei nicht das passende Thema, um Argumente für die eigene Position zu finden, meint Henke in einem Schreiben.

Sonntag, 06.12.2020, 17:20 Uhr
Erinnerung an den Oktober 2015: Der neue Bürgermeister Bernd Rührup (links) schenkt seinem Vorgänger Wilhelm Henke ein Trikot des TuS-N Lübbecke mit der Nummer 16 für 16 Jahre im Amt. Jetzt meldet sich Henke zu Wort, weil es ihm auf eine Richtigstellung ankommt.
Erinnerung an den Oktober 2015: Der neue Bürgermeister Bernd Rührup (links) schenkt seinem Vorgänger Wilhelm Henke ein Trikot des TuS-N Lübbecke mit der Nummer 16 für 16 Jahre im Amt. Jetzt meldet sich Henke zu Wort, weil es ihm auf eine Richtigstellung ankommt. Foto: Friederike Niemeyer

 

Sven Öpping hatte in seiner Stellungnahme argumentiert: „Die Stelle des Beigeordneten wurde im Jahre 1994, also während der absoluten Ratsmehrheit der SPD, auf Antrag der SPD eingerichtet mit dem Ziel, den späteren Bürgermeister Wilhelm Henke als einen ausgewiesenen Verwaltungsfachmann von Lübbecke nach Hüllhorst zu holen. Bei dieser Entscheidung dürfte das entsprechende Parteibuch eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben. Trotzdem war die Entscheidung vertretbar, obwohl zu diesem Zeitpunkt ein erfahrener Verwaltungsjurist in Person von Gemeindedirektor Friedrich-Wilhelm Meier und Rudolf Bartelheimer als erfahrener Kämmerer die Spitze der Verwaltung darstellten.“ Vor diesem Hintergrund angesichts der derzeitigen engen personellen Situation sei es nicht nachvollziehbar, wieso die SPD jetzt einen Beigeordneten für überflüssig halte, sagte Öpping.

Wilhelm Henke hält dagegen: „Wenn ich auch schon seit fünf Jahren nicht mehr aktiv im Geschäft tätig bin, überrascht mich doch das immer mal wieder aufkommende Interesse an meiner Person. Und das über Ereignisse, die bis ins Jahr 1993 zurück reichen. Mit Vernunft zu handeln und Vernunft walten zu lassen, setzt eine saubere Recherche voraus; daran habe ich mich stets gehalten und muss mich deshalb zu dem Inhalt – was meine Person betrifft – äußern.“

Er gibt dem Kollegen Öpping von der CDU gleich eine Schulnote mit auf den Weg: „Ungenügend recherchiert, lieber Sven.“ Über den Hintergrund der damaligen Stellenausschreibung hätten sicherlich der Gemeindedirektor a.D. Friedrich-Wilhelm Meier und die damaligen Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU Auskunft geben können, findet Henke. Und weiter: „Diese Herren, die ich nach wie vor sehr schätze, hätten sie sicherlich auch gegeben. Fakt ist, dass ein verdienter Mitarbeiter aus der Führungsetage der Verwaltung wegen schwerer Krankheit ausgeschieden war.“

Die Stellenausschreibung sei am 30. Oktober 1993 mit folgenden Kernsätzen erfolgt: „Bei der Gemeinde Hüllhorst ist zum 1.1.1994 die Stelle einer/eines Beigeordneten (Allgemeiner Vertreter des Gemeindedirektors) zu besetzen. Zum Aufgabenbereich gehören: Haupt- und Personalamt, Schulamt, Ordnungs- und Standesamt, Sozialamt.“

Henke erläutert: „Vor dem Hintergrund dieser Ausschreibung habe ich mich um die Beigeordnetenstelle – unaufgefordert – beworben und wurde nach Auswahlverfahren und Vorstellung im Rat am 23. Februar 1994 gewählt. Den direkt ausgesprochenen Vorwurf des Parteienklüngels weise ich entschieden zurück.“

Zum Dilemma um die jetzige Beigeordnetenstelle, die einen völlig anderen Aufgabenzuschnitt habe, möchte sich der ehemalige Bürgermeister nicht in der Öffentlichkeit äußern; das sei Aufgabe der Verantwortlichen im Rat und Rathaus. Eines aber müsse klar sein: „Mir ist es wichtig, den Hergang des damaligen Stellenbesetzungsverfahrens anhand der Fakten in Erinnerung zu rufen, um damit den eventuellen Wunschvorstellungen einzelner heute politisch Verantwortlichen entgegen zu treten. Sich die Welt so zu backen, wie sie einem gefällt, gibt es Gott sei Dank nur bei Pippi Langstrumpf, und da gehört das auch hin.“

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