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Fr., 05.12.2014

Heimische Häfen profitieren bislang nicht von Kooperation am Mittellandkanal – Umschlag in Getmold sinkt  Hafenband bringt keinen Aufschwung 

Den Getmolder Hafen steuern immer weniger Schiffe an. Das Hafenband hat nicht die Erwartungen erfüllt.

Den Getmolder Hafen steuern immer weniger Schiffe an. Das Hafenband hat nicht die Erwartungen erfüllt. Foto: Kai Wessel

Von Friederike Niemeyer

Preußisch Oldendorf/Lübbecke (WB). Gemeinsam sind wir stark – das war das Motto, als sich 2008 sechs Häfen am Mittellandkanal zum sogenannten Hafenband zusammengeschlossen haben. Ob es sich lohnt, weiter in diese Kooperation zu investieren, wird derzeit in Preußisch Oldendorf diskutiert.

 Im jüngsten Wirtschaftsausschuss der Stadt wurden angesichts offenbar gesunkener Umschlagszahlen im Getmolder Hafen Fragen laut. »Profitieren wir denn gar nicht vom Hafenband?«, hakte Marlotte Oestreich nach. Bürgermeister Marko Steiner bestätigte den Rückgang am Hafen, auch wenn der nicht so drastisch ausfalle, wie zu hören gewesen sei. So verluden 2012 in Getmold 61 Schiffe 77800 Tonnen Ware, und 2013 waren es 71200 Tonnen Ware bei 64 Schiffen. Für die ersten drei Quartale 2014 sind es 41 Schiffe mit etwa 40000 Tonnen. »Durch die Kooperation sollten sich die Umschläge erhöhen. Das ist nicht eingetreten«, sagte Steiner. Zwar kämen Kundenfragen, die über das Hafenband-Management vermittelt seien, aber man müsse nun Kosten und Nutzen abwägen. Immerhin zahlte Preußisch Oldendorf – wie alle anderen Beteiligten – bislang 11000 Euro im Jahr für das Projekt. Jetzt sei der Jahresbeitrag auf 5000 Euro gesenkt worden.

 Markus Hannig, Leiter der Lübbecker Stadtwerke, hat aktuell auch einen Rückgang im Lübbecker Hafen zu verzeichnen. 2013 lag der Güterumschlag bei 165000 Tonnen, 2014 bislang bei 135000 Tonnen. »Das ist aber vor allem witterungsbedingt«, sagt Hannig. Denn wegen der ausbleibenden Kälte hätte Wittemöller weniger Heizöl umgeschlagen. Die Bilanz bei der Lübbecker Hafen GmbH sei dagegen leicht positiv. »Das ist aber vor allem auf erfolgreiche Eigeninitiative der Lübbecker Hafen GmbH zurückzuführen«, sagt Hannig. Er sieht den Nutzen des Hafenbandes eher langfristig. »Zur Zeit wird die Kooperation von uns nicht in Frage gestellt.«

 Sebastian Jezek hat seit 2010 mit einer halben Stelle die Rolle des Hafenband-Managers inne. Er fungiert als zentrale Anlaufstelle speziell für Neukunden und bringt Häfen, Spediteure, Reeder und Bahn zusammen. Dann ende aber seine Aufgabe, das eigentliche Geschäft wickeln die Partner direkt ab. »Es ist auch fast unmöglich zu sagen, wieviele Geschäfte auf meiner Arbeit basieren«, sagt Jezek.

 Der Hafenmanager bestätigt, dass es am Mindener Containerhafen, anders als in Getmold oder Lübbecke, starke Zuwächse gegeben habe. »Das liegt am Containersegment mit seinen kurzfristigen Schwankungen.« So sei jetzt ein großer Kunde mit Tiefkühlfleisch dazugekommen. Der Umschlag müsse je nach Gut unterschiedlich betrachtet werden, seien es Düngemittel in Getmold oder Getreide in Lübbecke, so Jezek.

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