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Do., 02.07.2015

Absturz einer Ikarus C 42 in Porta Westfalica – Zeugen: »Unkontrollierte Flugbewegungen« Pilot schwebt in Lebensgefahr

Die Absturzstelle in Porta Westfalica-Holtrup: Die  Ikarus C 42 hat sich mit dem Propeller in ein Getreidefeld gebohrt. Der 52-jährige  Pilot aus Minden wurde mit lebensgefährlichen   Verletzungen aus dem Cockpit geborgen.

Die Absturzstelle in Porta Westfalica-Holtrup: Die Ikarus C 42 hat sich mit dem Propeller in ein Getreidefeld gebohrt. Der 52-jährige Pilot aus Minden wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen aus dem Cockpit geborgen. Foto: Kai Wessel

Von Kai Wessel und Gisela Schwarze

Porta Westfalica (WB). Nach dem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs in Porta Westfalica schwebt der Pilot (52) aus Minden noch immer in Lebensgefahr. Die Maschine vom Typ Ikarus C 42 war am Dienstagabend in ein Getreidefeld im Ortsteil Holtrup gestürzt.

Die Unglücksstelle liegt nur wenige hundert Meter vom Flugplatz Vennebeck entfernt. Zur Unfallzeit herrschte klare Sicht, der Himmel war wolkenlos. Mehrere Augenzeugen sahen die Ikarus noch kurz vor dem Aufprall in der Luft. Sie berichten nach Angaben der Polizei von »unkontrollierten Flugbewegungen« der etwa 280 Kilogramm schweren Maschine.

Gerda Schröder, Ortsheimatpflegerin in Holtrup, erklärte, sie habe das Flugzeug in einer Loopingbewegung gesehen. Sekunden später habe die Maschine an Höhe verloren und sich mit dem Propeller in das Kornfeld gebohrt. Das Cockpit wurde schwer beschädigt.

Nur Minuten nach dem Absturz trafen Feuerwehr und Rettungskräfte am Unglücksort ein. Der Pilot wurde noch im Cockpit notärztlich versorgt. Bereits vor dem Eintreffen des Arztes waren Zeugen des Absturzes zum Wrack gelaufen, um dem Mindener zu helfen. Er war nicht ansprechbar und kam mit schwersten Verletzungen ins Johannes-Wesling-Klinikum.

Richard Tölle, Geschäftsführer des Flugplatzes Vennebeck, war von der Unglücksnachricht tief bestürzt. Der ihm bekannte Mindener sei ein sehr erfahrener Pilot. Nach Erkenntnissen der Polizei war der Mindener allein mit seinem Luftsportgerät in Meschede gestartet und auf dem Weg zu seinem Heimatflughafen in Vennebeck. Die Absturzursache ist noch unklar. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig (BFU) und der Landesluftfahrtbehörde aus Münster nahmen gemeinsam mit der Polizei die Ermittlungen auf.

Germout Freitag von der BFU in Braunschweig: »Unser Ermittler wird sich ein genaues Bild von diesem Unfall verschaffen.« Dazu gehöre auch zu klären, ob es vor dem Absturz eine Kommunikation zwischen dem Piloten und dem Flugplatz gegeben hat. Mit einem Zwischenbericht sei aber erst in einigen Wochen zu rechnen.

Ulraleichtflugzeuge wie die Ikarus C?42 verfügen im Gegensatz zu großen Passagiermaschinen nicht über einen Flugschreiber. »Eine Blackbox, die Gespräche im Cockpit aufzeichnet, kostet 20000 Euro. Sie gehört in Flugzeugen mit einem Gewicht von unter fünf Tonnen nicht zum Standard«, erklärte Freitag. Umso wichtiger seien auch die Zeugenaussagen.

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