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Di., 28.02.2017

Erhebliche Probleme beim Neubau in Lübbecke – Fertigstellung frühestens im März – Kosten steigen Tierheim: Umzug muss noch warten

Bitte warten: Das Tierheim am Heuweg ist noch immer nicht bezugsfertig – das gilt auch für die neuen Katzenhäuser. Frühestens im März ist alles fertig.

Bitte warten: Das Tierheim am Heuweg ist noch immer nicht bezugsfertig – das gilt auch für die neuen Katzenhäuser. Frühestens im März ist alles fertig.

Von Kai Wessel

Lübbecke (WB). Die Fertigstellung des neuen Tierheims am Heuweg verzögert sich. Nach Auskunft des »Tierschutzvereins Lübbecke und Umgebung« ist vor April nicht mit einem Umzug in das neue Gebäude zu rechnen. Zudem steigen die Kosten. Der vorgesehene Rahmen wird aller Voraussicht nach nicht eingehalten.

Sarah Dewert , Vorsitzende des Tierschutzvereins, berichtet auf Anfrage dieser Zeitung von erheblichen Problemen beim Neubau. Der begann vor nunmehr 15 Monaten, die Grundsteinlegung war Anfang April des vergangenen Jahres. »Ganz so schlimm wie beim Berliner Flughafen oder wie bei der Elbphilharmonie in Hamburg ist es zwar nicht, aber wir mussten leider einige Verzögerungen hinnehmen.« Und mit denen habe in diesem Ausmaß niemand im Verein gerechnet. Befürchtungen, dass der geplante Umzugstermin zum Herbst platzen könnte, hatte es allerdings schon im Sommer gegeben (wir berichteten).

Verspäteter Baustart führt zu weiteren Schwierigkeiten

Schlammwüste: Die feuchte Witterung und die besondere Lage des neuen Tierheims haben die Fertigstellung erheblich verzögert.

Begonnen hatten die Schwierigkeiten mit schlechtem Wetter, das den Baubeginn verzögert hat. Anschließend sei klar geworden, dass das Grundstück, auf dem das neue Tierheim entsteht, »uns leider vor große Probleme mit der Entwässerung stellt«, so Sarah Dewert. Schon bei den Erdarbeiten seien im vergangenen Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von 40.000 Euro für eine Auffüllung des Geländes entstanden.

Durch den verspäteten Baustart kam es zu weiteren Schwierigkeiten: »Bedauerlicherweise wurden die in den Verträgen festgelegten Fristen zu den einzelnen Gewerken durch den verzögerten Baubeginn hinfällig und es wurde versäumt, neue Fristen zu vereinbaren.« Dies habe dazu geführt, dass es Terminschwierigkeiten mit den beteiligten Firmen gegeben hat. Im Ergebnis hätte dann auf der Baustelle immer wieder Stillstand geherrscht.

Damit nicht genug: Arbeiten, die ineinander hätten greifen sollen, konnten nicht gemacht werden, weil die erforderlichen Vorbereitungen nicht abgeschlossen waren. Sarah Dewert listet zudem Probleme bei den Vertragsgestaltungen, bei der Überwachung von Bauabschnitten sowie bei der detaillierten Kostenplanung auf.

Tierschutzverein: Es droht eine Finanzierungslücke

Aus Sicht des Tierschutzvereins droht zudem eine Finanzierungslücke. »Wir müssen uns aktuell leider damit auseinander setzen, dass wir trotz der großartigen Spenden, die wir erhalten haben, mit den vorhandenen Mitteln nicht hinkommen werden«, sagen Sarah Dewert und Lena Nehls aus dem Vorstand. Insgesamt waren die Kosten für das neue Tierheim auf 1,2 Millionen Euro beziffert. Die Finanzierung schien zunächst gesichert, auch dank Fördergeld des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz sowie der Firma Besta und des Deutschen Tierschutzbundes. Architekt Ralf Lenk geht auf Anfrage davon aus, dass mit einem zehnprozentigen Aufschlag zu rechnen ist, zumal auch die Stadtwerke Erschließungskosten in fünfstelliger Höhe geltend machen würden.

Ein genaues Umzugsdatum vermag derzeit niemand zu geben. Ralf Lenk sieht eine Chance, dass es im März soweit sein könnte. Er hofft auf trockenes Wetter, damit letzte Arbeiten an den Katzen- und Hundehäusern erledigt werden können. Beim Tierschutzverein ist man wegen dagegen vorsichtig geworden. Sarah Dewert geht davon aus, dass der Umzug erst im April möglich ist. Zu den gestiegenen Kosten erklärt der Verein: »Niemand von uns hat Erfahrung im Bau eines Tierheims, so dass wir dies nicht vollständig im Voraus überblicken konnten.«

Gleichzeitig ist der Tierschutzverein sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung und zahlreiche Spenden. Dewert und Nehls sind trotz der Probleme zuversichtlich, dass das Tierheim bald fertig ist: »Die letzten Meter schaffen wir jetzt auch noch.«

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