Mo., 13.03.2017

Schauspieler im Lübbecker Krankenhaus: Espelkamper produzieren »Phantomschmerz« Operationsraum wird zur Filmkulisse

Achtung Aufnahme! Chefarzt Ben (alias Sven Martinek) kämpft um das Leben seiner Patientin, gespielt von Kati Fenn. Es assistieren (von links) die Komparsen Fredderik Collins und Eliza Collins sowie Jessica Boehrs in der Rolle der Julia.

Achtung Aufnahme! Chefarzt Ben (alias Sven Martinek) kämpft um das Leben seiner Patientin, gespielt von Kati Fenn. Es assistieren (von links) die Komparsen Fredderik Collins und Eliza Collins sowie Jessica Boehrs in der Rolle der Julia. Foto: Camcore (D. Littau)

Lübbecke (WB/wk). Blauer Kittel, Mundschutz, Blut: Die Lage im Operationsraum ist ernst. Während der Chefarzt verzweifelt um das Leben seiner Patientin kämpft, läuft drei Meter weiter die Kamera. Scheinwerfer leuchten die Szenerie optimal aus. »Und Schnitt!« Kaffeepause.

Im Lübbecker Krankenhaus sind am Wochenende Szenen für den Kinofilm »Phantomschmerz« gedreht worden. Der Streifen, der im nächsten Jahr in die Kinos kommen soll, greift das Thema Organhandel auf.

Aus drei Drehtagen werden zwölf Filmminuten

Es ist das neueste Projekt der Filmemacher Daniel Littau (25, spielt selbst mit), Andreas Olenberg (26, führt Regie) und Sebastian Sellner (24, steht hinter der Kamera). Am Wochenende waren die drei Espelkamper mit ihrem Team zu Gast im Lübbecker Krankenhaus. Im Mittelpunkt des Drehs stand Schauspieler Sven Martinek (»Der Clown«, »Heiter bis tödlich«, »Das Traumhotel Myanmar«). Der 53-jährige Berliner spielt Chefarzt Ben. Aus drei Tagen im Krankenhaus werden am Ende zwölf Minuten Film. »Das ist viel«, sagt Sebastian Sellner.

Hände waschen dauert eine Stunde

Nicht immer ist das, was er im Display seiner Kamera sieht, so dramatisch wie die Szene im Operationsraum. »Besonders die Aufnahmen, die ganz einfach erscheinen, können sich manchmal als schwierig erweisen«, sagt Andreas Olenberg. Beispiel gefällig? Fast eine Stunde inklusive Aufbau am Set dauert es, bis sich Sven Martinek nach der blutigen OP die Hände so gewaschen hat, dass Regisseur Andreas Olenberg keine Einwände mehr hat. Nur eine Sekunde läuft die Szene im Film.

»Die Jungs sind Film«

Sven Martinek tritt – wie alle anderen Schauspieler auch – unentgeldlich auf. Er findet das Thema Organhandel (»Ich habe selbst einen Ausweis«) spannend. Mit Blick auf seine drei »Chefs« sagt Martinek: »Die Jungs sind Film. Sie sind mit Liebe und Leidenschaft dabei. Sie leben ihren Traum.« Der Traum wird mit einem Budget von 30 000 Euro gelebt, ein Drittel kam über das so genannte Crowdfunding. Vor dem Termin im Lübbecker Krankenhaus wurde unter anderem schon in der JVA Bielefeld gedreht.

Gesucht werden noch weitere Komparsen. Infos bei Facebook und unter www.camcore.de.

 

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