Sa., 03.03.2018

Lübbecker Stadtteil hat Großes vor »Stockhausen für Europa«

Alexander Niemeyer (links) und sein Vater Gerd Heinrich wollen in ihrem Heimatdorf Begeisterung für Europa wecken.

Alexander Niemeyer (links) und sein Vater Gerd Heinrich wollen in ihrem Heimatdorf Begeisterung für Europa wecken. Foto: Niemeyer

Lübbecke (WB). Stockhausen ist ein kleiner, bäuerlich geprägter Stadtteil von Lübbecke. Dass Stockhausen nur 739 Einwohner hat, hält die Dorfbewohner nicht davon ab, auch Großes anzugehen. So wie jetzt das Projekt »Stockhausen für Europa«.

Mit mehreren Veranstaltungen bis zur Europawahl im Mai 2019 will das Dorf Begeisterung für die europäische Idee wecken und die Wahlbeteiligung vor Ort erhöhen. Mit den Initiatoren Gerd Heinrich Niemeyer (75, pensionierter Studiendirektor) und Alexander Niemeyer (34, promovierter Musikwissenschaftler und Gymnasiallehrer) hat Friederike Niemeyer, weder verwandt noch verschwägert, gesprochen.

An diesem Samstag ist die Auftaktveranstaltung zu »Stockhausen für Europa« mit Europaparlamentarier Elmar Brok (CDU). Was erwarten Sie?

Alexander Niemeyer : Wir erwarten mehr als 100 Leute in der Begegnungsstätte. Das ganze Dorf ist eingeladen, dazu etliche Unterstützer und Ehrengäste.

Die Liste Ihrer Unterstützer ist lang und parteiübergreifend. Hat denn niemand gesagt: Die spinnen, die Stockhauser?

Gerd Heinrich Niemeyer : Nein. Es gab wirklich nur sehr positive Reaktionen. Ein Pfarrer beispielsweise sagte: »Wie kommt man nur auf so etwas? Ich finde das toll, ich helfe euch.« Und so sind auch die anderen Stockhauser gestrickt. Die jubeln einem nicht sofort zu, aber dann unterstützen sie einen tatkräftig. Unser Verein hat schon 50 Mitglieder.

Wie kommt gerade Stockhausen darauf, sich so für Europa ins Zeug zu legen?

Alexander Niemeyer : In Zeiten zunehmender Europaskepsis wollen wir wieder Begeisterung wecken. Uns geht es um Grundsätzliches, nicht um Ärger über Gurken oder Glühbirnen.

Gerd H. Niemeyer : Dank der Europäischen Union leben wir in einer 70-jährigen Epoche des Friedens. Wir sind der Meinung, dass wir alle als Europäer die Verantwortung haben, dies zu erhalten. Und wenn sich sonst niemand kümmert, dann machen wir das in Stockhausen eben selbst. Es gibt sonst keine Gründe, keine Geschichte dahinter.

Und warum wollen Sie gerade die Europawahl populärer machen?

Gerd H. Niemeyer : Ich war mehr als 25 Jahre Wahlvorstand. Es hat mich geärgert, wie nüchtern das abläuft. Bei der Europawahl 2004 haben wir ein Experiment gemacht und im Wahllokal eine Europa-Ausstellung mit Quiz veranstaltet. Durch Aktionen kann man Wahlen interessanter machen.

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