Sa., 13.10.2018

Naturschutzbund zeichnet Blasheimer aus – Streuobstwiese mit 62 Obstbäumen Von Winterforelle bis Seidenhemd

Eckhard Schlömer vom Nabu überreicht Plakette und Urkunde für vorbildlichen Streuobstbestand an Sabine und Christoph Aschemeier. Das Ehepaar bewirtschaftet seit 2006 eine Streuobstwiese. Die beiden lieben die zahlreichen Apfelsorten.

Eckhard Schlömer vom Nabu überreicht Plakette und Urkunde für vorbildlichen Streuobstbestand an Sabine und Christoph Aschemeier. Das Ehepaar bewirtschaftet seit 2006 eine Streuobstwiese. Die beiden lieben die zahlreichen Apfelsorten. Foto: Andreas Kokemoor

Blasheim (WB/ko). Christoph und Sabine Aschemeier sind Vorbilder. Für Blasheim und weit darüber hinaus. Sie erhalten in ihrem Dorf ein Stück Geschichte. Dicht am Wiehengebirge bewirtschaften sie eine Streuobstwiese. Mit 62 Hochstamm-Obstbäumen. Und das seit 2006 – auf einer Fläche von einem Hektar.

Die Fläche ist umgeben von überwiegend ackerbaulich genutzten Flächen von Landwirten. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) Minden-Lübbecke hat jetzt das Ehepaar für Schutz, Erhaltung und Pflege sowie gleichzeitig für seinen Einsatz für Flora und Fauna mit einer Plakette und Urkunde für seinen vorbildlichen Streuobstbestand ausgezeichnet.

Einsatz für 3000 Tier- und Pflanzenarten

Eckhard Schlömer vom Nabu Kreisverband überreichte die Auszeichnung an Sabine und Christoph Aschemeier, verbunden mit dem Dank für ihren Einsatz für 3000 Tier- und Pflanzenarten. Schafe beweiden die Grünfläche. Ein Insektenhotel steht am Eingang der Wiese. Hecken aus Pfaffenhütchen, Haselnuss, Holunder oder Kornelkirsche, Sand- und Lehmhaufen bieten Lebensraum für Insekten, Mäuse, Rehe und Hasen. Sogar ein Storch schaut gelegentlich vorbei.

»Früher war diese Fläche auch ein Acker«, sagt Sabine Aschemeier. »Danach Schafweide.« Die Idee eine Obstbaumwiese anzupflanzen, hatte sie schon länger. Nicht nur darüber reden, etwas für die Umwelt zu tun, sondern auch machen. Das Pflanzmaterial wurde mit Hilfe der Biologischen Station Ravensberger Land beschafft. Der Kreis Minden-Lübbecke hat das Projekt finanziell gefördert.

48 alte und regionale Sorten

Der Nabu-Kreisverband Minden-Lübbecke betreut das Projekt von Beginn an. Mit viel Sorgfalt wurden dafür 48 alte und regionale Sorten ausgewählt.

»Der Rote Eiserapfel, vermutlich die älteste Sorte auf dieser Wiese, ist schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Eine schon im Mittelalter als Obst beliebte Mispel wächst prächtig und liefert jedes Jahr reiche Ernte. Genauso wie eine Apfelquitte von Konstantinopel. »Sie haben so schöne Namen. Sie schmecken prima und sind gesund«, sagt Christoph Aschemeier. »Sie heißen Nordhäuser Winterforelle oder Paderborner Seidenhemd«, erzählt Sabine Aschemeier von ihrer Faszination für Äpfel. Auch die Formen, Größen und Farben haben es den Aschemeiers angetan, wie der knallrote Ingrid Marie oder der Riesenboiken und Roter Bellfleur mit glänzender Schale. Auf ihrer Wiese haben sie auch Birnen-, Quitten- und Pflaumensorten.

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