Mo., 12.11.2018

80 Musiker verzücken Konzertbesucher in der St.-Andreas-Kirche – donnernder Applaus Faszinierendes Zusammenspiel

Insgesamt 80 Musiker haben ihr Können unter der Leitung von Heinz-Hermann Grube zu einem erstklassigen Konzert vereint.

Insgesamt 80 Musiker haben ihr Können unter der Leitung von Heinz-Hermann Grube zu einem erstklassigen Konzert vereint. Foto: Ria Stübing

Von Ria Stübing

Lübbecke (WB). Was für ein hochkarätiges Konzert: 280 Zuhörer haben in der St.-Andreas-Kirche die Aufführung von Kantorei, Orchester Opus 7 sowie vier Gesangssolisten unter der Leitung von Kantor Heinz-Hermann Grube genossen. Noch vor dem Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart erwartete die Gäste die Uraufführung von Hans-Martin Kiefers »Ecce homo«, einem geistlichen Konzert in vier Sätzen.

Die Komposition des Bünder Kirchenmusikers ist bewusst als Einleitung zu Mozarts Requiem konzipiert. Sie rückt mit der Verbindung alter  – es wird der Beginn des Requiems zitiert – und neuer Lyrik die Hoffnung auf die Auferstehung in den Mittelpunkt. »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe«, zitiert der Komponist im vierten Satz Johannes 11, Vers 25. Helle, fast schon heitere Glockenspielklänge unterstreichen die verheißungsvollen Worte des Evangelisten zu Beginn dieses letzten Satzes von Kiefers erst in diesem Jahr entstandenen Werk.

Bei Mozarts letztem Werk, dem Requiem in d-Moll, handelt es sich um die Vertonung einer Totenmesse, die vielfach zu ergänzen versucht wurde, da der Komponist vor der Fertigstellung dieses Werkes starb. Maßgebend blieb die Version des österreichischen Komponisten  Franz Xaver Süssmayr, der Mozarts Schüler war. Im Eingangstext des Programmhefts heißt es: »Mozarts Musik ist von frappierender Klarheit. Spricht der Text von Tränen, so fließen sie aus der Musik heraus. Wie aufwühlend der Tag des Gerichtes sein muss, wird hörbar. Gott ist zu fürchten – und die Musik lässt uns erzittern.« Die Beschreibung hätte nicht treffender formuliert werden können: Mozarts Musik ist von einer ungeheuren Intensität und setzt Ängste und düstere Gedanken des Komponisten in Klänge um, die seine seelische Not fast spürbar machen.

So kommt der Auftritt beim Publikum an

Mit Ylva Sofia Stenberg (Sopran), Marlene Gassner (Alt), Marcus Ullmann (Tenor) und Andreas Jören (Bass) sind hervorragende Gesangssolisten für dieses Musikereignis gewonnen worden. Die gebürtige Schwedin Stenberg schloss ihr Gesangsstudium  vor zwei Jahren mit Auszeichnung ab und wurde, wie Kollegin Marlene Gassner, zur Spielzeit 2018/19 ins Ensemble der Staatsoper Hannover übernommen. Marcus Ullmann, lyrischer Tenor, schloss sein Studium ebenfalls mit Auszeichnung ab. Er verfügt über internationale Bühnenerfahrung, auch als Mitglied des Dresdener Kreuzchores. Andreas Jören ist als Bariton am Landestheater Detmold engagiert und hat bereits zum zweiten Mal den Detmolder Theaterpreis gewonnen.

Perfekt harmonieren die Solisten, die 50 Sängerinnen und Sänger der Kantorei an St. Andreas und das 26-köpfige Orchester miteinander. Letzteres vereint überwiegend Profimusiker. Mit unübersehbarer Leidenschaft verlangt Heinz-Hermann Grube den 80 teilnehmenden Musikern maximale Leistung ab. Ebenso unübersehbar ist die Faszination des Publikums: Still, gebannt und fast regungslos scheint es die Musik und ihre Botschaft aufzusaugen.

Nachdem der letzte Ton verklungen ist, verharren die Menschen in den Kirchenbänken noch einige Sekunden still, als müssten sie erst wieder im Hier und Jetzt ankommen, ehe sich donnernder Applaus seine Bahn bricht.

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