Di., 20.11.2018

6000 Euro Preisgeld kommt Festwochenende zu Gute – weitere Veranstaltungen Europa-Verein gewinnt Wettbewerb

Ulrike und Dieter Köpper berichten bei einer Veranstaltung von Heimatverein und Europaverein in Stockhausen vom Alltag in Barcelona und Athen.

Ulrike und Dieter Köpper berichten bei einer Veranstaltung von Heimatverein und Europaverein in Stockhausen vom Alltag in Barcelona und Athen.

Von Friederike Niemeyer

Lübbecke (WB). Der Verein Stockhausen für Europa kann sich jetzt auch über Anerkennung aus Münster freuen. Bei dem Wettbewerb für Bürgerprojekte einer Regionalbank haben die Lübbecker Europa-Aktivisten den ersten Platz erreicht und damit ein Preisgeld von 6000 Euro gewonnen.

»Europa fängt vor meiner Haustür an« lautete der Titel des Wettbewerbs der PSD-Bank, bei dem es um ein Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro für bürgerschaftliches Engagement ging. 21 Projekte aus dem Münsterland und OWL hatten sich beworben, 16 davon kamen in die zweite Runde und sicherten sich schon einmal 1000 Euro. Der heimische Verein Stockhausen für Europa wurde dann mit seinem Projekt »Europawahl 2019 – Ein Fest der Demokratie« von einer Jury zum Gesamtsieger gekürt, noch vor einem studentischen Projekt aus Münster.

»Leuchtturm-Projekt«

Bei einer Feierstunde am Freitag in Münster erfuhr die Stockhauser Delegation – bestehend aus Gerd Heinrich und Alexander Niemeyer, Martin Kühhirt, Dieter und Carolin Köster – von ihrem Sieg. »Damit ist jetzt auch die Finanzierung unseres Festwochenendes zur Europawahl im Mai gesichert«, sagte Gerd Niemeyer gestern. Denn mit den bislang eingeworbenen Spenden und einem ausstehenden Zuschuss zur Brüsselfahrt des Vereins sind die nötigen Rücklagen zusammen, um das finanzielle Risiko für das große Open-Air-Konzert abzusichern.

Gerd Niemeyer freute sich besonders über das Lob der Jury, die die Stockhauser Aktivitäten als »Leuchtturm-Projekt« würdigte. Den Ausschlag für den Sieg hätten nach Niemeyers Einschätzung zwei Dinge gegeben: dass es sich um ein kleines Dorf und nicht um eine Uni oder einen großen Verband handele und die Kreativität der einzelnen Aktionen.

Philosophische Sicht

Mit neuem Schwung kann der Verein nun die nächsten Veranstaltungen angehen. so ist für Freitag, 23. November, ein Vortrag in der Stockhauser Begegnungsstätte angesetzt. Von 18 Uhr spricht Vereinsmitglied Michael Medzech über »Poröses Europa? Zur Verwobenheit der Menschen mit ihrem Kontinent« aus philosophischer Sicht über Europa. Der Referent ist Lehrer für die Fächer Englisch und Philosophie am Söderblom-Gymnasium Espelkamp und promoviert derzeit nebenberuflich in Philosophie. Medzech will der Frage nachgehen, ob es die »alte Dame Europa« schafft, sich zu verjüngen und welche Rolle dabei gegebenenfalls die Menschen vor Ort spielen können.

Persönliche Sicht

Unter der Überschrift »Athen und Barcelona, Krisenherde Europas?« hatte der Verein zuletzt mit dem Heimatverein Stockhausen zu einem Info-Abend eingeladen. Das Ehepaar Dr. Dieter und Ulrike Köpper hat einige Jahre in Athen und in Barcelona gelebt – noch bevor Griechenland und Katalonien in die Schlagzeilen gerieten. Dieter und Ulrike Köpper gelang es, anhand persönlicher Erlebnisse Hintergründe aufzuzeigen, die zu diesen Krisen führten.

Neben den positiven Erlebnissen mit Land und Leuten waren es vor allem die ungewöhnlichen Erfahrungen, die vom Publikum nachgefragt wurden. Schon 1993 bei ihrer Eingewöhnung in Athen lernten sie für Deutsche merkwürdige Gewohnheiten kennen. Beispielsweise die Einstellung, möglichst keine Steuern zu zahlen. So konnten die Köppers eine Wohnung nur dann mieten, wenn sie zwei Mietverträge unterschrieben, einen offiziellen für die Steuer und einen zweiten, der inhaltlich gültig war. Diese Haltung war Ausdruck einer Gesellschaft, in der Vorteilsnahme, Beziehungen und Bestechung zum täglichen Leben gehörte. So gab es keinen Krankenhausbesuch ohne die vorherige Übergabe einer bestimmten Summe an den Arzt. Die Folge: Einem völlig überbesetzten Staatsapparat fehlen die Steuereinkünfte. In ihrer Zeit in Barcelona erlebte das Ehepaar die »Katalanisierung« der dortigen Gesellschaft mit.

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