Fr., 01.02.2019

Krimitage: Timo Leibig liest in der Bücherstube aus seinem Buch »Nanos« Newcomer mit fränkischem Dialekt

Autor Timo Leibig hat bei den diesjährigen Lübbecker Krimitage in der Bücherstube einige seiner Werke vorgestellt und das Publikum in seinen Bann gezogen.

Autor Timo Leibig hat bei den diesjährigen Lübbecker Krimitage in der Bücherstube einige seiner Werke vorgestellt und das Publikum in seinen Bann gezogen. Foto: Ria Stübing

Von Ria Stübing

Lübbecke (WB). Ein fränkischer Krimiautor in Ostwestfalen – diese Mischung hat die zweite Veranstaltung der 4. Lübbecker Krimitage nicht nur zu einem spannenden, sondern auch witzigen Abend gemacht. Zu Besuch in der Bücherstube war der Autor Timo Leibig.

Mit »Nanos – Sie bestimmen was du denkst« präsentierte der 33-Jährige, der bereits sieben Thriller und einen Fantasyroman veröffentlicht hat, sein erstes Verlagswerk den Lübbecker Krimifreunden. Als »Newcomer und einen der jüngsten Autoren, die wir bisher bei uns zu Gast hatten«, stellte Andreas Oelschläger, Organisator der Veranstaltung, Leibig den Besuchern vor. Er dankte Timo Leibig dafür, dass dieser für die Veranstaltung eigens mit dem Flugzeug aus Bayern angereist sei.

»Fränkisch ist zu humorig«

»Falls Sie mein Fränkisch nicht verstehen, fragen Sie!« Mit dieser Aufforderung und einem Augenzwinkern stieg der Schriftsteller in seine Vorstellung ein und  berichtete von einer seiner ersten Lesungen, bei der das Publikum den ganzen Abend mucksmäuschenstill gewesen sei, da es seine volle Konzentration offenbar darauf verwenden musste, seinen Dialekt zu verstehen. Vor seinen ersten Lesungen hatte er ein Sprecher-Coaching absolviert, denn »Fränkisch ist zu humorig für die Szenen, die ich lese, aber ich kriege es nicht mehr raus.«  Interessantes und Wissenswertes über seine Arbeit und sein Leben enthielt der sympathische Bayer dem Publikum nicht vor. Um als Autor Erfolg zu haben, sei Disziplin unverzichtbar – der romantischen Vorstellung vom Schriftsteller, der bereits am Vormittag fern von allem Bürgerlichen dem Rotwein frönt, wurden die Gäste beraubt.

Die ausgewählten Passagen, die er aus »Nano« vorlas, waren gut gewählt und weckten die Neugier, auf das Buch. »Seit Stunden trommelte Regen auf das Wellblechdach, ein nicht enden wollendes rostiges Prasseln, wogegen das Rauschen des Waldes keine Chance hatte.« Mit diesem trostlosen Szenario führt Timo Leibig einen der Protagonisten seines Romans, den entflohenen Sträfling Malek, ein. Die Szene, erst tragisch düster anmutend, spitzt sich dramatisch zu. Und dann klappte Timo Leibig sein Leseexemplar zu.

»Intolerante« sammeln sich zu Rebellion

Laut Reinhard Jahn, Moderator bei der unter Krimifreunden populären Veranstaltung »Mord am Hellweg«, handele es sich bei der beschriebenen Passage um »eine der spannendsten Einführungen einer Figur, die er in den letzten zehn Jahren gelesen habe«, zitierte Autor Timo Leibig nicht ohne Stolz. Zu Recht, denn auch die beiden anderen Kostproben seines Schreibtalents, die er in der Bücherstube zum Besten gab, zeichnen ein beklemmendes, fiktives  Bild von Deutschland. Beherrscht von einem neuen Bundeskanzler, Johann Kehlis, ursprünglich ein Magnat aus der Lebensmittelindustrie, wird die Bevölkerung mittels Nanopartikeln in Trinkwasser und Lebensmitteln gefügig gemacht. Jeder Zweifler muss sofort gemeldet werden. Nur wenige »Intolerante« sind resistent gegen die manipulative Wirkung der »Nanos« und sammeln sich zu einer Rebellion.

Die Idee zu der Geschichte hatte Leibig in einem Urlaub. Düstere Szenarien haben ihn bereits in seiner Jugend fasziniert. Auch das Thema Nanotechnologie ließ ihn nicht mehr los, nachdem er sich damit erstmals beschäftigt hatte. Spannend und informativ erzählte er von seinen Recherchen und den Einsatzgebieten dieser noch jungen Technologie, beispielsweise in der Medizin oder in Verpackungen von Lebensmitteln. Timo Leibig recherchiert mit Freude, wovon letztendlich auch seine Leser profitieren, wenn sie es sich mit ihrem Exemplar des Thrillers gemütlich machen.

Bald erscheint zweiter »Nano«-Roman

Wer nun vom »Nano-Virus« infiziert ist, braucht nicht allzu lange leiden. Bereits Ende Mai soll der zweite Teil von »Nanos« auf den Markt kommen. »Ich glaube, wir alle werden noch viel von Ihnen hören und lesen«, verabschiedete Andreas Oelschläger den jungen Autor, nachdem dieser Fragen aus dem Publikum beantwortet und zahlreiche Exemplare seines Werkes signiert hatte.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6388802?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F