Fr., 22.02.2019

Ratsfraktionen schmieden Bündnis für Toleranz – Kundgebung am 15. März »Europa bringt uns zusammen«

Vertreter der verschiedenen Lübbecker Ratsfraktionen werben für eine gemeinsame Europa-Kundgebung am 15. März auf dem Markt.

Vertreter der verschiedenen Lübbecker Ratsfraktionen werben für eine gemeinsame Europa-Kundgebung am 15. März auf dem Markt.

Von Friederike Niemeyer

Lübbecke (WB). Der Marktplatz soll am Freitag, 15. März, zum Schauplatz eines fröhlichen Bürgerfestes für Europa werden: Das ist der Wunsch einer parteiübergreifenden Initiative, die Donnerstag ihre Pläne vorgestellt hat.

»Lübbecke sagt Ja zu Europa – ein Bündnis für Toleranz« ist die Veranstaltung überschrieben, für die die Ratsfraktionen über Parteigrenzen hinweg die Verantwortung tragen. Einig sind sich alle in ihrem Werben für die Europäische Union und ihre Grundwerte. Und einig sind sie sich auch, dass an diesem Tag Parteipolitik außen vor bleiben soll. Von 17 bis 19 Uhr ist dafür am 15. März der Marktplatz reserviert. Etwa 250 Teilnehmer werden erwartet.

Keine langen Reden

Was mit »Kundgebung« auf den Plakaten bezeichnet ist, meint keine Versammlung mit langen Reden. Vielmehr soll es kürzere Wortbeiträge geben, dazwischen Musik und die Gelegenheit, mit anderen Teilnehmern zu diskutieren. Auch die weiterführenden Schulen in Lübbecke beteiligen sich. Pfarrer Eckhard Struckmeier wird moderieren.

»Wir möchten mit diesem Bündnis zeigen, wo wir unsere Werte haben. Wir zeigen Flagge«, sagt Andreas Schröder. Der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes hält gemeinsam mit Parteifreund Michael Hafner die organisatorischen Fäden in der Hand. Die Idee wurde aber in Gesprächen zwischen den verschiedenen Ratsfraktionen entwickelt, betont er, und weitere Unterstützer haben sich bereits gefunden (siehe Info-Kasten). Die Stadtverwaltung sei nicht eingebunden, begleite die Veranstaltung aber wohlwollend, sagt Schröder.

Hier sind sich die Fraktionen einig

Ratsmitglied Martin Klee nennt Gründe für den Zusammenschluss: »Wir streiten oft und gerne für alles Mögliche. Aber es gibt Themen, bei denen wir uns einig sind.« Ratsherr Heinrich Stenau sagt es so: »Europa bringt uns zusammen«. Und Fraktionskollege Herbert Vollmer ergänzt: »Auch wenn es je nach Partei verschiedene Kritikpunkte an der Europäischen Union gibt: Die im Lübbecker Rat vertretenen Parteien stehen grundsätzlich zu Europa.« Gerade jetzt, wo der Brexit die Diskussion bestimme, zeige sich, wie wichtig Europa für die Deutschen sei, sagt Torsten Stank.

Bernd Sasse-Westermann, über heimische Sportvereine stark engagiert bei den Städtepartnerschaften, weist auf den Stellenwert internationaler Begegnungen für Lübbecke hin: »All die Freundschaften und Ehen, die grenzüberschreitend geschlossen wurden – ohne Europa würde es das nicht geben.«

Gegen Politikverdrossenheit

Die Lübbecker Politik nehme sehr wohl wahr, dass es eine gewisse Politikverdrossenheit in der Bevölkerung gebe, erläutert Andreas Schröder. »Auch unabhängig von der Kommunalwahl möchten wir zeigen, dass wir da sind, interessiert, wach und wachsam sind.« Vor der Europawahl sei deshalb der geeignete Zeitpunkt, um zur Auseinandersetzung über das Thema Europa einzuladen. Gemeinsam ist allen Bündnispartnern, dass sie auch Europa-Skeptiker ansprechen möchten. »Es gibt heute viele Protestwähler, und die Parteienlandschaft ist sehr vielfältig«, sagt Klaus-Jürgen Bernotat.

Und wie zufällig ist es, dass die Kundgebung ausgerechnet am selben Tag stattfindet, an dem die europakritische AfD abends zu einer Veranstaltung mit der Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel in die Stadthalle eingeladen hat? Andreas Schröder: »Es gibt immer Impulse, die Ideen beschleunigen.« Es handele sich aber um keine Gegenveranstaltung. Wer sich informieren wolle, könne beide Termine besuchen. Dieter Wiegmann dazu: »Wir Lübbecker wollen nett darauf aufmerksam machen, dass wir besser sind.«

Vorbild ist »Stockhausen für Europa«

Ein gewisses Vorbild nehmen sich die Veranstalter am Verein »Stockhausen für Europa«. Das freut den stellvertretenden Vorsitzenden Alexander Niemeyer. »Kopieren ist ausdrücklich erlaubt«, sagt er. »Wir engagieren uns ja für das Ziel, die Beteiligung an der Europawahl in Stockhausen auf 80 Prozent plus X anzuheben. Wenn jemand da noch mehr schafft – umso besser. Es gewinnen alle, wenn Europa gewinnt.«

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