Do., 14.03.2019

In Nettelstedt laufen die Vorbereitungen für den Festtag zum 125-jährigen Jubiläum Feuerwehr sucht Historisches

Ramona Schütte betätigt die Kübelspritze – die ist zwar schon etwas älter, funktioniert aber noch einwandfrei.

Ramona Schütte betätigt die Kübelspritze – die ist zwar schon etwas älter, funktioniert aber noch einwandfrei. Foto: Kai Wessel

Von Kai Wessel

Lübbecke (WB). Wer hat noch eine alte Uniform auf dem Dachboden? Oder gar ein Ehrenabzeichen? An solchen Dingen ist die Feuerwehr Nettelstedt interessiert. Sie feiert am 25. Mai ihr 125-jähriges Bestehen. An diesem Tag kommen alle Löschgruppen ins Dorf. Zudem soll es ein Festprogramm geben, mit allerlei Unterhaltung und Kleinoden aus der Geschichte der Wehr.

Unterbrandmeisterin Ramona Schütte ist im Festkomitee. Sie hat bereits das Nettelstedter Feuerwehrhaus nach historischen Dingen durchstöbert, doch Sachen, die 125 Jahre alt sind, waren nicht darunter. Die wenigen Fotos entstanden in der Zeit der Bundesrepublik. Die handbetriebene Kübelspritze ist ebenfalls jünger, als manch einer denken mag. Sie ist Baujahr 1992 und eignet sich, wie Ramona Schütte erklärt, hervorragend für brennende Mülleimer. Anno 1894 war an solch hochfunktionale Geräte noch nicht zu denken. »Die hatten wohl eher Löscheimer«, sagt die 29-jährige Unterbrandmeisterin.

Schriftstück aus dem Jahr 1890

Beim Auftreiben von 125 Jahre alten Eimern ist auch Stadtarchivarin Christel Droste mit ihrem Latein am Ende. Dennoch kann sie wertvolle Informationen zur Gründung der Feuerwehr Nettelstedt beisteuern. Denn im Archiv findet sich ein Schriftstück der Stadt aus dem Jahre 1890, das »Verzeichniß derjenigen Ortschaften, in welchen die Errichtung freiwilliger Feuerwehren möglich und nothwendig erscheint«. Und da wird Nettelstedt aufgeführt. Bis zur Gründung vergingen anschließend noch vier Jahre.

Tadelloser Ruf wichtig

Aus der Festschrift der Feuerwehr Nettelstedt zum 100-jährigen Jubiläum geht hervor, dass Neubauer Karl Grote zum Hauptmann gewählt wurde und Wilhelm Schütte zu seinem Stellvertreter. Tischler Heinrich Grote wurde Feldwebel, sein Stellvertreter war Zigarren-Arbeiter Wilhelm Möller. In der Satzung aus dem Jahr 1894 wird bei den Bedingungen zur Aufnahme die Vollendung des 16. Lebensjahres genannt und: »Ein kräftiger, gewandter und keine äußeren Gebrechen zeigender Körper« sowie ein »tadelloser Ruf und gute nüchterne Führung«.

Stadtarchivarin Christel Droste geht davon aus, dass die Informationen in der 25 Jahre alten Festschrift aus einem Protokollbuch der Feuerwehr stammen, das inzwischen verschollen ist. »In den Tageszeitungen rund um das Gründungsdatum 1894 fand ich keinen Hinweis auf die Feuerwehr Nettelstedt«, sagt die Archivarin.

Mit Optimismus in die Zukunft

Heute steht die Löschgruppe unter der Leitung von Dirk Kammann. Es gibt auch eine Jugendabteilung. Ramona Schütte war schon im Alter von zehn Jahren Mitglied: »Mein Vater war ja auch Feuerwehrmann«, sagt die Unterbrandmeisterin. Sie ist zuversichtlich, dass junge Leute auch in Zukunft den Weg zur Nettelstedter Wehr finden.

Zeitgleich zum Jubiläum wird Nettelstedt zum Schauplatz des jährlichen Beförderungsdienstes der Stadt. »Wir wollten nicht nur mit Nettelstedtern, sondern mit allen Kameraden aus Lübbecke zusammen feiern«, sagt Ramona Schütte. Dass es am 25. Mai nun dazu kommt, sei, so Ramona Schütte, auch dem verstorbenen Stadtbrandmeister Christoph Stallmann zu verdanken, der diese Idee befürwortet hat.

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