Di., 16.04.2019

Sammelaktion der Lübbecker Soroptimistinnen – Optiker Degener macht Sehhilfen fit Club bringt 1000 Brillen nach Marokko

Touria Binebine von Soroptimist Intenational Club Marrakesch (2. von rechts) freut sich mit Martina Meier (von links), Susanne Wenzel und Friederike Schuster über 1000 »ausgezeichnete« Brillen.

Touria Binebine von Soroptimist Intenational Club Marrakesch (2. von rechts) freut sich mit Martina Meier (von links), Susanne Wenzel und Friederike Schuster über 1000 »ausgezeichnete« Brillen.

Lübbecke/Preußisch Oldendorf (WB/bir). Mit 1000 Brillen im Gepäck haben sie sich auf den Weg nach Marokko gemacht. 16 Clubschwestern der Soroptimistinnen und befreundete Unterstützer überbrachten im März eigenhändig die im Lübbecker Land gespendeten Sehhilfen.

Die Preußisch Oldendorferin Martina Meier hat im Oktober 2018 das Amt der Präsidentin des Lübbecker Clubs von Soroptimist international übernommen. Sie legt ihren Amtsschwerpunkt auf die Unterstützung von Kindern in und um Marrakesch, um deren Chance auf Bildung und damit einer bessere Zukunft zu steigern. Unterstützt von ihrem Mann und einem Freund, der zeitweise in Marrakesch lebt, initiierte sie die Sammelaktion und organisierte die Reise nach Nordafrika. Innerhalb von sechs Tagen besuchte die Gruppe nicht nur einen Kindergarten und den marokkanischen Partnerclub, sondern erlebte auch kulturelle Höhepunkte.

Beschriftet und verpackt

Das Zentrum des Besuchs aber bildete die Übergabe der 1000 Brillen, die Optikermeister Christoph Degener aus Preußisch Oldendorf seit Beginn der Sammelaktion im Herbst ausgelesen, beschriftet und verpackt hatte. »Im Vorfeld gab es anders als bei früheren Reise eine Menge zu bedenken. Unter anderem mussten wir natürlich klären, ob es Probleme mit dem Zoll geben könnte«, sagte Martina Meier.

Letztendlich verlief alles problemlos und der Club aus Deutschland konnte den Soroptimistinnen aus Marokko viel Material für den nächsten »Medical Day« übergeben. Hintergrund der Aktion sind kostenlose medizinische Untersuchungen, die zweimal pro Jahr von Ärzten in der ländlichen Umgebung des Atlas-Gebirges durchgeführt werden. Auch Augenärzte und Optiker beteiligen sich an den ehrenamtlichen Medizin-Tagen, so dass eine sorgsame und bedarfsgerechte Übergabe gesichert sei, erläuterte Meier.

Partnerclub setzt sich für Frauenrechte ein

Der Club aus Marrakesch, der 2002 als erster Soroptimistinnen-Club in Marokko gegründet wurde und heute 21 Mitglieder zählt, errichtete 2003 ein Internat mit Wohn- und Lebensmöglichkeiten für Mädchen im Alter von zwölf bis 18 Jahren und finanziert die Einrichtung aktuell mit monatlich 10.000 Euro. Gründungsmitglied Touria Binebine führte die Gruppe durch die Räumlichkeiten und berichtete von Schwierigkeiten insbesondere für die weibliche Bevölkerung aus den ländlichen Gebieten.

Auch der Besuch eines Restaurants, das als Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) betrieben wird und alleinstehende und benachteiligte Frauen ausbildet und beschäftigt, stand auf dem Programm. Ziel sei es, Frauen die Möglichkeit zu geben, einen Beruf zu erlernen und eigenständig Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, berichtet die Soroptimistin aus Preußisch Oldendorf. Einblicke in ihren Alltag als Schweizerin in einem muslimischen Land gab Christine Ferrari den Gästen. Sie hat mit über 40 Jahren Basel verlassen um in Marokko eine Safran-Farm und einen botanischen Biogarten mit Heilkräutern, exotischen Früchten, Barfußgang und Panoramablick auf das Atlasgebirge aufzubauen. Heute ist sie Arbeitgeberin für etliche Männer und Frauen und konnte die Lübbecker Gruppe im »Paradis du Safran« von ihrer exzellenten Produktqualität überzeugen.

Wiedersehen mit Kindergarten

Zum Beginn der Reise stand ein Wiedersehen mit den Betreibern und Kindern des Kindergartens »Afous Rofous« auf dem Programm. Die Einrichtung, die nach dem Montessori-Prinzip vor zehn Jahren für drei- bis sechsjährige Kinder von Helga und Jürgen Münstermann gegründet wurde, liegt in dem entlegenen Dorf El Kharoua. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Spenden. Die Soroptimistinnen beteiligten sich mit 2500 Euro an den Ausgaben für Lehrmittel, Arztkosten sowie Aufwendungen für die Schul- und Berufsausbildung, um so die frühzeitige Verheiratung von Mädchen zu verhindern. Bei dem Besuch blieb auch Zeit für eine gemeinsam gekochtes Mahlzeit.

Mit vielen Eindrücken im Gepäck kehrte die Gruppe nach Deutschland zurück. Die Begegnungen hätten Spuren hinterlassen und zum Nachdenken über eigene Standards und Anforderungen angeregt, war die einhellige Meinung der Reiseteilnehmer.

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