Fr., 10.05.2019

Podiumsdiskussion in der Stadthalle Lübbecke mit 600 Schülern Fünf für Europa, einer dagegen

Podiumsdiskussion zur Europawahl in der voll besetzten Stadthalle (von links): Moderator Bennit Rileit, Sally Lisa Starken (SPD), Martin Schiller (AfD), Birgit Ernst (CDU), Ute Koczy (Grüne), Sebastian Neumann (Links), Schulleiter Stefan Becker und Moderator Moritz Ringhoff. Dr. Ulrich Klotz (FDP) kam erst kurz nach Beginn der Veranstaltung an.

Podiumsdiskussion zur Europawahl in der voll besetzten Stadthalle (von links): Moderator Bennit Rileit, Sally Lisa Starken (SPD), Martin Schiller (AfD), Birgit Ernst (CDU), Ute Koczy (Grüne), Sebastian Neumann (Links), Schulleiter Stefan Becker und Moderator Moritz Ringhoff. Dr. Ulrich Klotz (FDP) kam erst kurz nach Beginn der Veranstaltung an. Foto: Viola Willmann

Von Viola Willmann

Lübbecke (WB). Sechs Parteien, zwei Meinungen: Bei einer Podiumsdiskussion zur Europawahl in der Stadthalle mit 600 Schülern des Berufskollegs haben die Vertreter von CDU, SPD, Linke, Grünen und FDP Argumente pro Europäischer Union geliefert, Martin Schiller von der AfD hingegen sieht die EU als »Gefahr« an.

Während Schiller bei der Vorstellungsrunde noch Applaus erntete, wurde dieser im Verlauf der Veranstaltung immer verhaltener bis er gänzlich verstummte und in einzelne Buhrufe mündete. Die Schüler des Berufskollegs hatten sich in den vergangenen Wochen auf die Europawahl am 26. Mai vorbereitet und verschiedene Themenblöcke erarbeitet. Dementsprechend groß war die Freude von Schulleiter Stefan Becker, dass die Stadthalle vollbesetzt war. »Schön, dass so viele von euch da sind. Europa geht euch schließlich alle an.«

Schülerin Sabrina Stiebitz stellte eine Frage. Foto: Viola Willmann

Bei der Eingangsfrage von Moderator Moritz Ringhoff, wer schon weiß, welche Partei er am 26. Mai wählt, gingen nur etwa ein Drittel der Hände im Saal nach oben. Zur Entscheidungsfindung sollte die etwa eineinhalbstündige Podiumsdiskussion beitragen. Und so ging es um Themen wie Klimapolitik, Migration, Mindestlohn oder Steuersätze. Birgit Ernst, Kandidatin der CDU für das Europaparlament, wünscht sich eine verbesserte Flüchtlingspolitik, um die südeuropäischen Länder nicht alleine zu lassen. »Es muss einen finanziellen Ausgleich der Länder geben, die keine Flüchtlinge aufnehmen«, sagte sie und fand damit Zustimmung bei SPD-Kandidatin Sally Lisa Starken: »Städte wie Bielefeld, die sich zur sicheren Hafenstadt erklären, müssen gestärkt werden.« Martin Schiller hält von diesem Ansatz nichts: »Es ist ein perverses Spiel, Städte gegeneinander auszuspielen und zu sagen ›Du kriegst Geld, wenn du Flüchtlinge aufnimmst und du nicht‹.«

»Strecke nach Minden eine Katastrophe«

Beim Thema Umwelt nannte Sebastian Neumann von der Linken sehr konkrete Fristen für den Kohleausstieg. »Wir wollen, dass die schmutzigsten Kraftwerke sofort abgeschaltet werden und alle anderen bis 2030.« Nochmal zehn Jahre später solle Strom nur noch durch erneuerbare Energien erzeugt werden. Zudem fordert Neumann einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. »Die Strecke zwischen Minden und Lübbecke ist ohne Auto eine Katastrophe. Wir wollen einen kostenlosen und flächendeckenden ÖPNV.«

Ute Koczy (Grüne) sieht die Europäische Union als Chance, etwas an der Klimapolitik zu verändern. »Das Europäische Parlament braucht mehr Macht, um Dinge ändern zu können.« Sie führte etwa eine Steuer auf Wegwerfplastik an. Und weiter: »Es muss aber auch jeder einzelne bereit sein, sein eigenes Konsumverhalten zu ändern und zu reduzieren.« Dr. Ulrich Klotz (FDP), der auch schon bei einer Podiumsdiskussion am Wittekind-Gymnasium war, sieht eine große Möglichkeit in der Technik. »Während mein erstes Auto 14 Liter Benzin verbraucht hat, liegt mein jetziges bei sechs oder sieben. Das ist dem technischen Fortschritt zu verdanken. Diesen Fortschritt müssen wir so weit treiben, dass immer weniger Schadstoffe ausgestoßen werden.«

Bereits vor der Podiumsdiskussion hatten 88 Teams des Berufskollegs an einer Europarallye teilgenommen. Sieger wurde die Mannschaft um Marius Meyer mit 30 von 31 richtig beantworteten Fragen und der schnellesten Zeit.

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