Di., 14.05.2019

Westertor: Uwe Hartmeier (VCD) sieht viele Verschlechterungen Verkehrsplanung in der Kritik

Uwe Hartmeier vom Verkehrsclub Deutschland kritisiert die Planung bei der Entwicklung des Westertors. Vor allem die Verlagerung des Busbahnhofes an den Niederwall führt aus seiner Sicht zu einer erheblichen Verschlechterung für die Fahrgäste.

Uwe Hartmeier vom Verkehrsclub Deutschland kritisiert die Planung bei der Entwicklung des Westertors. Vor allem die Verlagerung des Busbahnhofes an den Niederwall führt aus seiner Sicht zu einer erheblichen Verschlechterung für die Fahrgäste. Foto: Wessel

Von Kai Wessel

Lübbecke (WB). Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Minden-LübbeckeHerford, kritisiert die Pläne zum Umbau des Zentralen Omnisbusbahnhofs in Lübbecke. »Die Verkehrsplanung widerspricht allen zukunftsfähigen Konzepten für einen umweltgerechten und sozialverträglichen Verkehr«, heißt es in einer mehrseitigen Stellungnahme.

Uwe Hartmeier (63) hat die Stellungnahme verfasst. Er kann auf 20 Jahre Vorstandsarbeit im VCD, der sich auch ökologischen Zielen verschrieben hat, zurückblicken. Hartmeier betont, dass die Attraktivitätssteigerung am Westertor durchaus zu begrüßen sei. Gleichwohl sieht der Lübbecker erhebliche Defizite bei der Verkehrsplanung: »Dass der Busbahnhof an den Niederwall verlagert wird, ist ein Schritt in die völlig falsche Richtung.«

Verkehrsbelastung könnte zunehmen

Der Umzug des ZOB ist aus Sicht der Westertor-Planer erforderlich, weil Parkplätze für den Einkaufsmarkt benötigt werden. Die sollen genau dort entstehen, wo jetzt Busse halten. Hartmeier sieht das kritisch: »Die drastische Verkleinerung des ZOB zugunsten eines Parkplatzes fördert den Autoverkehr.« Der werde wahrscheinlich noch zunehmen. Die Planung gehe eindeutig zu Lasten des Öffentlichen Nahverkehrs. »Dabei müsste der eigentlich ausgebaut werden«, sagt Hartmeier, auch mit Blick auf steigende Fahrgastzahlen.

Zustand des ZOB »fast optimal«

Die Planung ist aus Sicht des VCD umso bedauerlicher, da der aktuelle Zustand des ZOB »fast optimal« sei. Der Umbau vor einigen Jahren – mit Landesmitteln gefördert – habe die Bedingungen für die Fahrgäste erheblich verbessert. Sie könnten sich ungefährdet bewegen. Ganz anders wäre das an der geplanten Anlage am Niederwall. Hier müsste eine stark befahrene Hauptstraße überquert werden, auch beim Umsteigen. Das sei für Schüler eine besondere Gefahrenquelle und für mobilitätseingeschränkte Personen, »unzumutbar«. Ein erhöhtes Risiko sieht Hartmeier auch für Radfahrer, die künftig direkt an den wartenden und startenden Bussen entlang fahren würden. Zudem müssten die Busse – acht Linien haben ihren Start- und Zielpunkt in Lübbecke – künftig die Kreisel für ihre Wendemanöver nutzen. Auch das würde die Verkehrssituation verschlechtern.

VCD sieht keine Nachhaltigkeit

Der VCD-Sprecher verweist darauf, dass sich die Stadt Lübbecke durch ihre Mitgliedschaft in der »mindenherforder Verkehrsgesellschaft« (mhv) einem »nachhaltigen Verkehr« verpflichtet habe. »Der aktuelle Planungsstand entspricht dem genauen Gegenteil«, sagt Hartmeier. Das Aufkommen an klimaschädlichem Individualverkehr würde erhöht, die Attraktivität des ÖPNV gemindert. Hartmeier befürchtet zudem, dass die Belastung der Lübbecker Straßen mit parkenden Fahrzeugen und dadurch bedingtem Parkplatzsuchverkehr die Wohn- und Lebensqualität einschränken wird.

Hartmeier bedauert, dass der VCD nicht frühzeitig in die Verkehrsplanung zum Westertor einbezogen wurde: »Dass nun der ZOB zerstört werden soll, macht mich ehrlich gesagt sprachlos.« Er hätte sich eine Lösung mit Tiefgarage oder einen Dachparkplatz auf dem neu entstehenden Gebäude gewünscht. Angesichts der nun vorliegenden Parkplatz-Pläne sei für Hartmeier eine Verlagerung des ZOB hin zum Gänsemarkt eine denkbare Alternative.

Die Stellungnahme des VCD hat inzwischen auch die Politik erreicht. Torsten Stank, Fraktionsvorsitzender der SPD erklärte am Montag auf Nachfrage, dass er von der deutlichen Kritik des Verkehrsclubs überrascht worden sei. Stank kündigte an, dass das Thema in der Fraktionssitzung am Abend besprochen würde.

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