Do., 16.05.2019

Anwohner Manfred Schmidt kritisiert Verlegung des Lübbecker ZOB »Ja« zum Westertor, aber…!

Manfred Schmidt lebt seit 2012 am Niederwall. Von seiner Terasse aus hat er den Lübbecker ZOB immer im Blick. Dass dieser jetzt aber an seine Gartenhecke verlegt werden soll, hat den 64-Jährigen dazu gebracht eine Interessensgemeinschaft zu gründen.

Manfred Schmidt lebt seit 2012 am Niederwall. Von seiner Terasse aus hat er den Lübbecker ZOB immer im Blick. Dass dieser jetzt aber an seine Gartenhecke verlegt werden soll, hat den 64-Jährigen dazu gebracht eine Interessensgemeinschaft zu gründen. Foto: Ruthe

Von Louis Ruthe

Lübbecke (WB). Nach der Kritik vom Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) an der Verlagerung des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) in Lübbecke, übt jetzt eine Interessengemeinschaft von Anwohnern des Niederwalls Kritik an den Plänen von Stadt und Investor.

»Es kann nicht sein, dass ein Busbahnhof sechs Meter vor ein Wohnzimmerfenster verlegt werden soll, ohne mit den betroffenen Anliegern zu sprechen«, sagt Manfred Schmidt (64), Anwohner und Gründer der Interessengemeinschaft Niederwall 19-23. Genau das sei bei der Planung zur Verlegung des Lübbecker ZOB entlang des Niederwalls aber der Fall. »Dass sich etwas am Westertor tun muss, steht auch für uns Anwohner außer Frage«, sagt Manfred Schmidt. Als Interessengemeinschaft befürworte man das Projekt Westertor .

»Einen Busbahnhof, der mit Steuergeldern erst 2012 und 2013 neu gestaltet worden ist, für einen Parkplatz, abermals mit Steuergeldern, zu verlegen, ist für uns ein nicht haltbares Vorhaben«, berichtet Manfred Schmidt. Einen alternativen Vorschlag hat die Interessengemeinschaft ausgearbeitet und möchte diesen im Rahmen der Offenlegung der Pläne an die Stadt weiterleiten.

»In der Vergangenheit ist schon einmal über die Überbauung des Busbahnhofes mit einem Parkdeck nachgedacht worden, das würde uns Anwohner entlasten«, sagt Manfred Schmidt. Außerdem müsse der Busbahnhof somit gar nicht erst zurückgebaut werden und die Verkehrssicherheit bleibe erhalten.

Höherer Parkbedarf

In den Planungen des Investors der hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbh (HBB) gemeinsam mit der Stadt Lübbecke sind etwa 140 Parkplätze auf dem Areal des jetzigen ZOB vorgesehen. »Derzeit gibt es, nach unseren Berechnungen, im Parkhaus West sowie auf den anderen Parkplätzen am Niederwall und am Papendiek einen Bedarf von etwa 250 Stellplätzen«, sagt Manfred Schmidt. Viele davon seien Dauerparkplätze für Anwohner oder Gewerbetreibende in der Innenstadt. Diesen Unterschied könne ein Parkhaus an der Kreisverwaltung nicht auffangen. Des weiteren bezweifelt die Interessengemeinschaft die erhobenen Lärmpegel-Messungen am Niederwall. »Wir fordern repräsentative Messungen zu Lärmpegel, Emission und Verkehrsfluss«, sagt Manfred Schmidt. Auch die geplanten Baumfällungen am Niederwall für die Verlegung des ZOB seien gegen geltendes Bundes- und Landesnaturschutzgesetz.

Eingeschränkte Bauflächen

»Bisher sind wir seitens der Stadt kaum gehört worden. Auf unsere Anliegen hat es nie eine richtige Antwort gegeben«, sagt Manfred Schmidt. Die einzige direkte Maßnahme der Stadt Lübbecke auf eines der Schreiben zur Öffentlichkeitsbeteiligung vom Dezember 2018 sei gewesen, die Grundstücke Niederwall 19-23 mit Bauverbotszonen zu belegen. (rote Flächen in der Abbildung).

»Als Rechtfertigung für diese Bauverbote führt die Stadt eine bessere Nutzbarmachung der Grundstücke für die Anwohner an«, schreibt Anwohnerin Dr. Sandra Feldner in einem Brief an die Ratsmitglieder der Stadt Lübbecke. »Der aktuelle Entwurf schränkt ohne ersichtlichen Grund massiv die Nutzung der Grundstücke ein«, sagt Manfred Schmidt. Sein Grundstück würde sechsstellig an Wert verlieren.

Kritik bis Freitag möglich

»Bis Freitag, 17. Mai, können Bürger Anmerkungen und Kritik zu den Plänen äußern«, sagt Ingo Ellerkamp, Bauamtsleiter der Stadt Lübbecke. Kommentieren wollte der Bauamtsleiter die einzelnen Anliegen der Interessengemeinschaft nicht. »Wir befinden uns in einem öffentlichen Planungsverfahren, alle Anliegen werden derzeit gesammelt.« Wenn am Freitag die Frist abgelaufen sei, würden alle Anfragen zum Westertor-Projekt begutachtet werden und für die Sitzung des Stadtrates vorbereitet. Der Bauamtsleiter rechnet damit, dass diese Sitzung erst nach den Sommerferien stattfinden wird.

»Das Westertor-Projekt ist kein gewöhnliches Bauprojekt; deshalb gehe ich davon aus, dass uns vor allem kurz vor Fristablauf noch einige Anliegen von Bürgern erreichen«, sagt Ellerkamp. Anschließend liege es in der Hand des Stadtrates, wie die Anliegen der Bürger bewertet werden. »Jedoch könne sich jeder Bürger sicher sein, dass sein Anliegen gehört und bearbeitet wird«, sagt Ingo Ellerkamp.

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6617196?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F