Sa., 25.05.2019

Open-Air-Konzert krönt Europa-Aktivitäten der Stockhauser – mit Video »Traumhaft«

Mehr als 800 Besucher aus dem Lübbecke Land haben das Open-Air-Konzert an der Stockhauser Begegnungsstätte miterlebt. Das Musikprogramm, aber auch das Ambiente waren begeisternd.

Mehr als 800 Besucher aus dem Lübbecke Land haben das Open-Air-Konzert an der Stockhauser Begegnungsstätte miterlebt. Das Musikprogramm, aber auch das Ambiente waren begeisternd. Foto: Louis Ruthe

Von Friederike Niemeyer

Lübbecke (WB). Und am Schluss singen alle mit: »Freude, schöner Götterfunken«. Applaus, Bravo-Rufe und ein Meer aus Europafähnchen: Beethovens »Neunte« mit der Europahymne ist der Höhepunkt des Open-Air-Konzertes in Stockhausen. Die Musik, das Ambiente und die Gemeinschaft der mehr als 800 Besucher – das ist selbst ein besonderer Freuden-Moment.

Die gewaltige Bühne an der Stockhauser Begegnungsstätte und das bis ins Detail liebevoll gestaltete Festgelände haben am Freitagabend viele Besucher in fast ungläubiges Staunen versetzt. Worte wie »Wahnsinn«, »überwältigend« oder »Gänsehaut« waren immer wieder zu hören.

Begeisterter Bank-Vorstand

Alles war von den etwa 50 Helfern bestens für einen entspannten Musikgenuss vorbereitet, dazu ein Konzertprogramm, dass Norbert Kerkhoff aus Münster, Vorstand des Sponsors PSD-Bank , »zum Zunge schnalzen« fand. Einfach nur »traumhaft« sagte Gerd Heinrich Niemeyer, der Vereinsvorsitzenden von »Stockhausen für Europa« und Mit-Initiator dieses Europa-Festwochenendes , zu diesem Höhepunkt der anderthalbjährigen Vereinsaktivitäten. Sogar das Wetter hielt – nachmittags aufziehende Schauerwolken regneten sich über Obermehnen ab.

Die 110 Akteure von Sinfonieorchester und Kantorei standen nicht nur auf einer 120-Quadratmeter-Profibühne , sie lieferten auch selbst eine unglaublich gute Leistung ab. Mit den vier Solisten Tonje Haugland (Sopran), Eike Tiedemann (Alt), Wilhelm Adam (Tenor) und dem aus Lübbecke stammende Bass-Bariton Heiko Schulz bildeten sie eine klanggewaltige Einheit.

Feierlicher erster Teil

Nach der bekannten Eurovisionsmelodie stieg im ersten Konzertteil mit dem Mendelssohn-Stück »Verleih’ und Frieden gnädiglich«, einer Bach-Messe und Händels »Utrechter Te Deum« die Bitte um Frieden in den Stockhauser Himmel. Besinnlich und eindringlich, feierlich und getragen, war diese erste Dreiviertelstunde.

Nach der Pause wurde es unter der Überschrift »Freiheit« dann fröhlicher: mit einem Strauss-Walzer und dem Arrangement »Musikalische Europalette« von Orchestermitglied Horst Schillig. Dahinter verbirgt sich der augenzwinkernde Potpourri bekannter europäischer Melodien: vom »Ungarischen Tanz« bis zum »Griechischen Wein«, von »Die Gedanken sind frei« bis zu »Carmen« eine heitere Transportreise durch europäische Länder, zu der das Publikum gerne die verteilten Fähnchen schwenkte.

»Ode an die Freude«

Die größte Herausforderung für das Orchester bildete sicherlich der letzte Satz aus Beethovens neunter Sinfonie, die »Ode an die Freude«. Wer dabei nur die eingängige Europa-Melodie »vor Ohren« hatte, wurde wahrscheinlich überrascht. Denn das Werk beginnt gleichsam zerrissen, mit zerpflückt wirkenden Passagen, die sich erst steigern und dann zu ihrer Mitte finden, der wunderbaren, berühmten Melodie. »Ein Brückenschlag«, kommentierte der musikalische Leiter des Abends, Heinz-Hermann Grube. »Frieden braucht die Mitte.«

Das Orchester meisterte Beethovens Aufgaben bravourös und das in den herrlichen Klängen schwelgende Publikum dankte es mit »Zugabe«-Rufen. Die wurde gerne gewährt, allerdings zum Mitmachen. Und so sangen am Ende an die 1000 Menschen auf dem Festgelände Friedrich Schillers Zeilen aus der »Ode an die Freude«: »Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.«

Empfang in der Begegnungsstätte

Vor dem Konzertereignis hatten die Vereinsmitglieder ihre Ehrengäste in der Begegnungsstätte empfangen. Dazu gehörten die Sponsoren der Initiative genauso wie die politischen Unterstützer, parteiübergreifend. Neben Landrat Ralf Niermann und dem stellvertretenden Lübbecker Bürgermeister Karl-Friedrich Rahe waren auch die Abgeordneten Elmar Brok, Bianca Winkelmann und Ernst-Wilhelm Rahe gekommen.

Besonders freute sich Vereinsvorsitzender Gerd H. Niemeyer über eine Delegation aus Rosendahl . Die 11.100 Einwohner starke Gemeinde aus dem Kreis Coesfeld will ebenfalls möglichst viele Menschen zur Europawahl bewegen. »Wir wollen dem Genöle und Gejammere über Europa eine positive Stimmung entgegensetzen«, sagte Delegationsmitglied Monika Klein. Damit hatte sie den Applaus der Stockhauser sicher. Das unterstützte auch Landrat Ralf Niermann: »Wir sollten uns auf das Miteinander konzentrieren. Nur das führt in die Zukunft.«

Weiter geht es am Sonntag mit dem Gottesdienst auf dem Festgelände – der Auftakt zum traditionellen Backtag und dem Europafest rund um die Wahl.

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