Fr., 14.06.2019

In der Fabrikhalle in Preußisch Oldendorf soll Amphetamin hergestellt worden sein – mit Video Drogenlabor wird am Montag abgebaut

In einer Fabrik in Börninghausen haben Unbekannte eine Drogenküche installiert. Sie lagerten dort mehr als 35.000 Liter Chemikalien.

In einer Fabrik in Börninghausen haben Unbekannte eine Drogenküche installiert. Sie lagerten dort mehr als 35.000 Liter Chemikalien. Foto: Louis Ruthe

Preußisch Oldendorf (WB/fw). Das nach einem Feuer in Preußisch Oldendorf im Kreis Minden-Lübbecke eher zufällig entdeckte Drogenlabor, soll am Montag abgebaut werden. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt.

Die ausführende Firma plant, den Abbau und die Verladung der ehemaligen Drogenproduktionsstätte an einem Tag abschließen zu können. Begonnen werden soll am Montagmorgen. Kriminalbeamte der Bielefelder Ermittlungskommission »Limberg« werden die Aufräumarbeiten vor Ort begleiten.

Zum aktuellen Stand der Ermittlungen machen die Staatsanwaltschaft Bielefeld und das Polizeipräsidium Bielefeld derzeit keine weiteren Angaben.

Die Polizei fand in Börninghausen mehr als 35.000 Liter Chemikalien. Foto: Ruthe

35.000 Liter Chemikalien bei Brand einer Halle entdeckt

Bei einem Routineeinsatz Ende April machten Feuerwehrleute in dem Gebäude in Preußisch Oldendorf die brisante Entdeckung: Sie stießen auf Tanks voller Säuren und anderer Chemikalien. Die Polizei berichtete von insgesamt 35.000 Litern. Ersten Erkenntnissen zufolge enthielten die Tausend-Liter-Tanks unter anderem Schwefelsäure, Natronlauge und Phosphorsäure. Zum Einsatz waren 220 Feuerwehrleute und ein ABC-Zug ausgerückt.

Nach der Entdeckung des Labors fahndete die Polizei nach zwei Männern. Sie sollen am 28. April von der Halle in einem silbernen Mercedes Vito mit niederländischem Kennzeichen geflüchtet sein. »Es wird nach mindestens zwei Personen gefahndet«, sagte eine Polizeisprecherin am 21. Mai im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ermittler gehen davon aus, dass in der Halle Amphetamin hergestellt wurde

Wie berichtet gehen die Ermittler davon aus, dass die vorgefundenen Stoffe zur Herstellung von Amphetamin dienten. Nach ersten Einschätzungen der Spezialisten ist davon auszugehen, dass in der Lagerhalle Amphetaminöl in großen Mengen hergestellt wurde.

»Hierbei handelt es sich um den Grundstoff für Amphetamin, welches auch als Speed oder Pep bekannt ist «, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Neben den für die Amphetaminherstellung erforderlichen Grundstoffen wurden auch technische Anlagen gefunden, die zur Herstellung des synthetischen Stoffes dienen.

Einer der größten Drogenfunde in Deutschland

Amphetamin gehört zur Gruppe der Stimulanzien. Die Herstellung ist strafbar nach dem Betäubungsmittelgesetz. Wie viel Drogen bereits in der Halle produziert worden sind, können die Ermittler derzeit nicht einschätzen. Dafür seien weitere Untersuchungen erforderlich, heißt es.

In einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Bielefeld hieß es, dass es sich nach Einschätzungen von Fachleuten des Landeskriminalamts (LKA) um eine der größten bislang in Deutschland aufgefundenen Drogenlabore handele.

Immobilienverwalter Joachim Blumenthal nach Fund überrascht

Der Immobilienverwalter Joachim Blumenthal war nach dem Chemikalienfund beim Feuerwehreinsatz in seiner Lagerhalle rund um die Uhr beschäftigt. Dass einer seiner Mieter seit März angeblich einen Teil der Halle untervermietet hat, hatte der 79-Jährige, wie er sagt, erst durch die Polizei erfahren.

»Seit etwa drei Jahren habe ich 680 Quadratmeter der Halle an zwei Möbeldesigner vermietet«, berichtete Joachim Blumenthal im Gespräch mit dieser Zeitung. In der Halle sei er seitdem nicht mehr gewesen und auch Menschen habe er in dem Hallenabschnitt nicht gesehen, in dem jetzt die Chemikalien gefunden wurden.

»Für den Teil der Halle habe ich keine Schlüssel mehr. Ich habe mir aber auch zu keinem Zeitpunkt Sorgen gemacht«, sagte der Immobilienverwalter. Die Schlüssel befänden sich alle in den Händen der beiden Mieter. Über drei Rolltore sowie einen Seiteneingang ist die Halle zugänglich.

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