Di., 06.08.2019

Pfadfinder St. Johannes Lübbecke können Miete nicht dauerhaft zahlen Auf Wohnungssuche

Auf Horsts Höhe haben die Pfadfinder derzeit ihr »House of Scouting«. Für den Vorsitzenden Dominik Schling, mit Hund Sammy, sind die Räumlichkeiten dort gut, aber die Miete ist mit 600 Euro zu hoch. Alternativen sind Mangelware.

Auf Horsts Höhe haben die Pfadfinder derzeit ihr »House of Scouting«. Für den Vorsitzenden Dominik Schling, mit Hund Sammy, sind die Räumlichkeiten dort gut, aber die Miete ist mit 600 Euro zu hoch. Alternativen sind Mangelware. Foto: Viola Willmann

Von Viola Willmann

Lübbecke/Hüllhorst (WB). Der Vertrag liegt vor, aber noch zögern die Pfadfinder St. Johannes Lübbecke. Aufgrund einer Miete von 600 Euro in ihrem derzeitigen Domizil auf Horsts Höhe suchen sie nach einer preisgünstigeren Alternative. Die ehemalige Cafeteria im alten Freibad an der Obernfelder Allee stünde zur Verfügung – allerdings mit einigen Abstrichen.

Keine Toiletten und keine Wasserleitung sind zwei der Mängel. »Für uns ist das Angebot der Stadt, dass wir die alte Cafeteria günstig nutzen können, nicht so richtig befriedigend«, sagt Dominik Schling, Vorsitzender der Pfadfinder. Denn sie dürften wirklich nur die Cafeteria nutzen und keine weiteren Räume in dem Gebäudetrakt des ehemaligen Freibades. »So ist uns das eigentlich zu klein. Und es müsste renoviert werden.«

Von Seiten der Stadt ist die Sache eigentlich ganz klar. »Wir haben den Pfadfindern von Anfang an gesagt, dass sie den Raum nutzen können, mit den beschriebenen Mängeln«, sagt Bürgermeister Frank Haberbosch auf Anfrage dieser Zeitung. »Wir werden da keine Wasserleitung hinlegen oder das Gebäude ertüchtigen, weil das zu viel Aufwand wäre. Wir bieten das als Übergang an, bis die Pfadfinder eine Dauerlösung gefunden haben.« Zudem sei die Nutzung anderer Räume ausgeschlossen, da man von dort teilweise auf das Außengelände des alten Bades gelangen kann. »Einen Zugang zum Gelände können wir nicht erlauben, das ist mit den leer stehenden Becken zu gefährlich.«

Bauwagen als etwaige Lösung

Die Toiletten, so die Idee der Stadt, könnten die Pfadfinder beim angrenzenden FC Lübbecke nutzen. Für Dominic Schling eher ungünstig: »Einen eigenen Schlüssel würden wir nicht bekommen.« Somit stünde diese Lösung nur während des Trainingsbetriebs zur Verfügung. Der 26-Jährige ist sich eh nicht sicher, wie lange die Stadt eine Nutzung des ehemaligen Freibades zugestehen würde. »Wenn der Bürgerpark erstmal in Angriff genommen wird, muss ja mit dem denkmalgeschützten Gebäude auch etwas passieren.« Zumal vor Kurzem die Zusage über knapp 2,5 Millionen Euro Fördermittel kam.

Bürgermeister Frank Haberbosch sagt dazu: »Wie das Gebäude dann genutzt wird, muss sich im Prozess der Entstehung des Bürgerparks zeigen«, sagt Frank Haberbosch. Von Christina Teske vom Vorstand der Pfadfinder sei auch ein Bauwagen als langfristige Lösung ins Spiel gebracht worden, der dann einen Platz im neuen Bürgerpark finden könnte. »Diese Idee begrüßen wir sehr«, sagt Lübbeckes Bürgermeister weiter.

Dominik Schling ist mit der jetzigen Situation jedenfalls sehr unzufrieden: »Mich stört einfach das Ungewisse.« Fest steht, dass es die Pfadfinder finanziell an ihre Grenzen bringt, wenn sie in dem Haus auf Horsts Höhe bleiben. »Uns gefällt es hier gut, aber die Miete frisst unsere Rücklagen auf. Und die sind eigentlich für tolle Aktionen mit den Kindern gedacht. Auch unser Bulli wird es nicht mehr ewig machen«, sagt der Vorsitzende.

Spenden werden gesammelt

Die Monatsbeiträge reichten eh schon nicht mehr aus, um die Miete zu decken. »Wir sammeln so viel Spenden wie wir können.« Ideal wären für die Pfadfinder zwei bis drei Räume, die Möglichkeit, eine Küchenzeile unterzubringen und Toiletten. Dominik Schling: »Es ist anstrengend, dass wir uns so viel mit diesem Thema befassen müssen. Ich wünsche mir eine dauerhafte Lösung, damit wir uns unserer eigentlichen Beschäftigung zuwenden können.«

Kommentare

Fair...?

Irgendwas stimmt nicht... und es ist wirklich traurig.
Die Pfadfinder werden mit der Situation seit Anbeginn des Problems, besonders von öffentlichen Stellen, vollkommen alleine gelassen. Fadenscheinige Lösungsoptionen seitens der Stadt mit heruntergekommener Infrastruktur und Notlösungen auf unbestimmte Zeit sind demotivierend für jeden ehrenamtlichen Helfer. Auf der einen Seite finden alle Jungendarbeit ganz toll, auf der anderen Seite werden Zuschüsse komplett gestrichen, oder der Aufwand für den Antrag steht nicht im Verhältnis zu den 3Markfünfzig die am Ende dabei rauskommen.
Vielleicht sollte der Herr Bürgermeister, Frank Haberbosch, mal mit etwas mehr Angagement an das Thema ran gehen und vernünftige Lösungen präsentieren und nicht mit Bauruinen und Übergangslösungen um die Ecke kommen. Vielleicht wäre auch eine Kostenübernahme der Miete möglich, bis es eine andere Lösung gibt.

1 Kommentare

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