Do., 12.09.2019

Erster Spatenstich für das Feuerwehrtechnische Zentrum in Hille Das Millionenprojekt

Staubig verlief der ersten Spatenstich, den unter anderem Landrat Ralf Niermann (Mitte) und die Vorsitzende des Kreisausschusses für Sicherheit und Katastrophenschutz, Brigitte Sawade-Meyer (rechts), für den Bau in Hille tätigten.

Staubig verlief der ersten Spatenstich, den unter anderem Landrat Ralf Niermann (Mitte) und die Vorsitzende des Kreisausschusses für Sicherheit und Katastrophenschutz, Brigitte Sawade-Meyer (rechts), für den Bau in Hille tätigten. Foto: Hans-Jürgen Amtage

Von Hans-Jürgen Amtage

Hille/Lübbecke (WB). Die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) des Kreises Minden-Lübbecke haben begonnen. Landrat Ralf Niermann griff am Mittwoch auf der Baustelle in Hille zur Schaufel, um den ersten Spatenstich zu setzen.

So soll das Innere der Kreisleitstelle

Mit einem Investitionsvolumen von etwa 28 Millionen Euro entstehen nach drei Jahren Planung und Grundstückssuche an der Eickhorster Straße im FTZ unter anderem eine Leitstelle und eine Rettungswache. Das Gebäude in U-Form umschließt mit seinen Flügeln einen Innenhof, an dessen Stirnende sich die Kreisleitstelle befindet. Auf einer Gesamtfläche von 21.000 Quadratmetern entsteht dieser Komplex auf zwei Ebenen mit einer Bruttogeschossfläche von 5600 Quadratmetern. Dort werden die Kreisleitstelle und die Krisenstabsräume einziehen. Daneben befinden sich die Rettungswache, Verwaltungsräume, Ausbildungsräume sowie die Werkstätten der Feuerwehr. Im Außenbereich wird ein umfangreiches Feuerwehrübungsgelände auf einer Fläche von etwa 4000 Quadratmetern errichtet.

Zentrum eröffnet ganz neue Möglichkeiten

Der Zivil- und Bevölkerungsschutz sei ein hohes Gut, welches nur durch zeitgemäße Infrastruktur geschützt werden könne, erklärte Niermann beim Festakt mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Feuerschutz- und Rettungskräften. Mit Blick auf die zum Großteil ehrenamtlich tätigen Feuerwehren seien Wissen, Handgriffe und Einsatzabläufe ständig zu trainieren. Im FTZ würden diese Möglichkeiten in einer Größenordnung geschaffen, wie es sie bislang im Mühlenkreis nicht gebe. Dazu zählen ein zwölf Meter hoher Übungsturm, ein Übungshaus, aber auch eine Grube zur Rettung Verschütteter sowie ein Brandcontainer für die Heißausbildung von Atemschutzträgern.

Die neue Leitstelle, die an 365 Tagen rund um die Uhr besetzt ist, soll eine 99,9-prozentige Ausfallsicherheit haben. So werden alle wichtigen Technikkomponenten doppelt zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für die Energieversorgung. Die Telekommunikation wird über zwei unterschiedliche Einspeisepunkte versorgt. Sollte es dennoch zu einem Ausfall kommen, greift die Zusammenarbeit mit dem Kreis Herford. Beide Leitstellen können die Aufgaben der jeweils anderen im Ernstfall übernehmen.

Überall schnelle Erreichbarkeit

»Ich bin mir sicher, dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Leitstelle hervorragende Arbeits und sonstige Bedingungen geschaffen werden«, betonte Niermann. Sowohl in der Architektur als auch bei der Technik werde darauf geachtet, dass der Faktor Mensch bei allen Planungen an oberster Stelle stehe.

Mit der neuen Rettungswache, die im FTZ entsteht, reagiert der Kreis auf die Anforderungen des Rettungsbedarfsplans. Darin war festgestellt worden, dass Teile von Espelkamp, Stemwede und Hille bei der schnellen Erreichbarkeit durch Rettungsdienste Defizite aufwiesen. Daraufhin hatte der Kreis ein Rettungsfahrzeug mit einer Containerlösung für das Personal in Hille stationiert. Dieses Provisorium wird mit der Inbetriebnahme des FTZ in 2021 beendet. Hilles Bürgermeister Michael Schweiß begrüßte diese Verbesserung und auch die Standortwahl für das FTZ generell.

Rohr- und Kabeltechnik macht den Anfang

Die Arbeitsgruppe Bevölkerungsschutz beim Kreis Minden-Lübbecke wird ihren Dienstsitz ebenfalls an die Eickhorster Straße verlegen. Hier würden im Krisenfall für Krisenstab und Einsatzleitung bestmögliche Bedingungen geschaffen, so Niermann. Besonderen Dank richtete der Landrat an alle Beteiligten an diesem Projekt, darunter die Vorsitzende des Kreisausschusses für Sicherheit, Rettungswesen und Katastrophenschutz, Brigitte Sawade-Meyer, Kreisdirektorin Cornelia Schöder, Christian Stark vom Kreis und Kreisbrandmeister Michael Schäfer. Die gute Zusammenarbeit würdigten auch die Vertreter der Architektenarbeitsgemeinschaft Trapez Architektur/Eggersmende Architekten aus Hamburg und Braunschweig.

Wenn auch in den kommenden Wochen kein Hochbaugeschehen auf der Baustelle zu sehen sein wird, so werden jedoch die ersten 1,2 Millionen Euro der 28 Millionen Euro vergraben. Mit Rohr- und Kabeltechnik werden die Voraussetzungen für das weitere Baugeschehen geschaffen.

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