Sa., 14.09.2019

Westertor-Projekt: FDP-Ratsherr argumentiert dafür »Dieses ist jetzt der letzte Schuss«

Die Deerberg-Immobilie soll einem neuen EInkaufszentrum weichen. Trotz der aktuell geäußerten Kritik: FDP-Ratsherr Dieter Fette argumentiert für das Projekt.

Die Deerberg-Immobilie soll einem neuen EInkaufszentrum weichen. Trotz der aktuell geäußerten Kritik: FDP-Ratsherr Dieter Fette argumentiert für das Projekt. Foto: Friederike Niemeyer

Lübbecke (WB). FDP-Ratsherr Dieter Fette positioniert sich eindeutig pro Westertor. »Es gibt eine klare Mehrheit in der FDP für das Projekt und darüber bin ich froh«, sagt Fette. Er bedauert, dass sich derzeit vor allem Kritiker zu Wort melden, auch wenn viele Bedenken berechtigt seien. »Aber die unendliche Geschichte der Deerberg-Immobilie muss ja mal zum Ende kommen. Und jetzt muss man sagen ›hopp oder top‹. Entweder wir begraben das Ganze oder wir ziehen es durch.«

Dieter Fette (FDP)

In seiner Stellungnahme beschreibt Fette die Verlegung des Busbahnhofs als »Knackpunkt und Voraussetzung für die Realisierung des Konzepts«. Hier gebe es unbestreitbar ein finanzielles Risiko für die Stadt. »Die Frage ist: Was passiert, wenn die Verlegung beschlossen oder sogar angefangen ist, und HBB noch ein Recht hat, vom Vertrag zurückzutreten. Dazu lässt sich sagen, dass der zeitliche Ablauf dafür spricht, dass dieser Fall voraussichtlich so nicht eintritt.« Bis alle Genehmigungen vorlägen, würde noch viel Zeit vergehen, so Fette. Wenn dann gebaut werde, sei das Westertor schon so weit gediehen, dass der Investor nicht mehr zurückziehen könnte.

»HBB in die Pflicht nehmen«

Die FDP erwartet von der Verwaltung, »dass sie die HBB in die Pflicht nimmt, sich an dem finanziellen Schaden, der der Stadt entstehen könnte, zu beteiligen, falls sie vom Vertrag zurücktritt«. Die FDP habe den Busbahnhof schon bei der Umgestaltung für überdimensioniert gehalten. »Heute ist es fast Konsens, damals wollte es keiner hören.«

Fette ist überzeugt: »Wenn wir das Projekt Westertor jetzt begraben, ist das dann auch ein Begräbnis für die Vorstellung, von Lübbecke als Mittelzentrum.« Lübbecke habe mit seiner Fußgängerzone und dem urbanen Umfeld ein Alleinstellungsmerkmal im Altkreis. Aber der westliche Teil der Fußgängerzone müsse dringend belebt werden. »Das erreichen wir durch das Westertor«, so der Nettelstedter. »Dabei haben wir keinen Grund verzagt und unentschlossen zu sein und die Flinte ins Korn zu werfen.« Lübbecke habe als eine von vier Gemeinden im Kreis neben Minden, Porta und Bad Oeynhausen, noch einen Bevölkerungszuwachs, wenn auch einen kleinen.

»Lübbecke hat Kaufkraftzuwachs«

Fette argumentiert: »Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Lübbecke, als ein Gratmesser für die Kaufkraft der Region, hat einen Index von 100. In ganz OWL hat nur Gütersloh mit 102,1 mehr als Lübbecke.« Lübbecke habe eine Zentralitätskennziffer von 126,0, das heißt es gibt einen Kaufkraftzuwachs aus der Umgebung. Nur Porta mit dem großen Einkaufszentrum habe mehr. »Wollen wir, dass das so bleibt?«, fragt Fette und warnt vor Stillstand, der Rückschritt bedeuten würde.

»Nicht die Fußgängerzone aufgeben«

Er sehe sehr wohl die Auswirkungen des Internets auf den Einzelhandel. Aber es gebe Konzepte für den »hybriden Handel« (Ladengeschäfte, die auch im Internet verkaufen). Es werde nur höchste Zeit, über diese Konzepte nachzudenken. Der FDP-Mann warnt: »Wenn wir die Fußgängerzone aufgeben, ist unsere Stellung verloren. Dieses ist jetzt der letzte Schuss. Danach wird sich keine Mehrheit in Lübbecke für dieses oder ein ähnliches Objekt finden und wir haben den letzten Investor vom Hof gejagt. Das hat dann nicht nur Auswirkungen für die Innenstadt, sondern für die Attraktivität der Stadt insgesamt. Für Investoren, für Arbeitskräfte, für potenzielle neue Bürger und damit für unsere gesamte Infrastruktur.«

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