Fr., 20.09.2019

»Fridays For Future«: Erwachsene, Schüler und Kinder demonstrieren in Lübbecke »Wir sind hier, wir sind laut«

»Wir sind hier, wir sind laut« – Schülerinnen protestieren in der Langen Straße.

»Wir sind hier, wir sind laut« – Schülerinnen protestieren in der Langen Straße. Foto: Friederike Niemeyer

Lübbecke (fn/wk). 350 vorwiegend junge Menschen sind am Freitag dem Aufruf der Klima-AG des Wittekind-Gymnasiums gefolgt und haben vor dem Rathaus für mehr Klimaschutz demonstriert. Auch auf dem Marktplatz gab es eine Klimaschutz-Aktion, an der etwa 100 Menschen teilnahmen.

»Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!« mit diesem Ruf zogen

die Schülerinnen vom Gymnasium durch die Lange Straße bis vor das Rathaus. Die Polizei begleitete und sicherte die Demonstranten bei ihrer friedlichen Aktion. Unter die Schüler mischten sich auch Lehrer und Eltern. Auf den zahlreichen Transparenten machten die Demonstranten auf ihre Anliegen aufmerksam: auf ihre Ängste vor der fortschreitenden Erderwärmung, auf den Ärger über die Vermüllung der Meere und ihre Sorge um das Artensterben. »Fehlstunden verkraften wir, Klimawandel eher nicht so«, war etwa zu lesen. Oder »Schluss mit pille-palle – wir haben keine Zeit mehr« und »Auch unsere Kinder wollen noch eine schöne Welt haben«.

Gute Formulierungen

Jonathan Sanke und Elisa Heinrich begrüßten die Demonstranten am Rathaus. Dann wurde das Mikrofon weitergereicht an alle, die gerne ein Statement abgeben wollten. Da wurde auf die Bedeutung der Bäume hingewiesen – »ein Baum produziert Atemluft für elf Menschen« – und das Fällen von Bäumen für die ZOB-Verlegung bedauert. Da wurde aufgerufen, mehr Glas und weniger Plastik zu nutzen und Müll aufzusammeln. »Das sind zwei Fehlstunden hier, aber die lohnen sich«, sagte der 15-jährige Arijan Sanel Softic. Angelina Reichenbach sagte: »Die Tiere und die Umwelt sind still. Aber wir können laut sein.« Schließlich skandierten die Demonstranten mit Blick auf die Rathausfront: »Fenster auf!« Elisa Heinrich erläuterte: »Wir können im Kleinen viel machen. Aber wenn von oben nichts kommt, keine Regelungen, funktioniert das nicht und wir werden nicht überleben.«

Auf Initiative von Gisela Bokämper-Lindstedt (Runder Tisch Flüchtlingshilfe) trafen sich etwa 100 weitere Demonstranten gegen 11 Uhr am Marktplatz. Unter ihnen waren Kita-Kinder der »Pusteblume«, Sekundarschüler aus Rahden und vom Berufskolleg. Celine Marquardt (17): »In der Politik läuft gewaltig was schief.« Pastor Eberhard Helling erklärte, dass die Kinder sehr »aufgeweckt« seien und ihre Anliegen gut zu formulieren wüssten. Gleichzeitig würden sie aber merken, dass Klimaschutz auch mit Verzicht einhergehe: »Nämlich dann, wenn gefordert wird, dass sie nicht mehr zu Fast-Food-Ketten gehen sollen.«

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