Mi., 25.09.2019

CDU-Vertreter hadern mit Grundsatzbeschluss zum Freibad Gehlenbeck Andreas Holdmann: »Schwimmen findet nur noch begrenzt statt«

Das Freibad in Gehlenbeck.

Das Freibad in Gehlenbeck. Foto: Kai Wessel (Archiv)

Lübbecke (WB). Auch nach dem Grundsatzbeschluss zum Freibad Gehlenbeck in der Ratssitzung am Donnerstagabend ebbt die politische Diskussion um den künftigen Beckenzuschnitt nicht ab. Wie am 20. und 21. September berichtet, hatte sich die Ratsmehrheit für eine Verkürzung der Schwimmbahnen auf 25 Meter ausgesprochen, während CDU und Grüne für die Beibehaltung von 50-Meter-Bahnen waren und dagegen stimmten.

Nun meldet sich auch Andreas Holdmann zu Wort. Der Vorsitzende der CDU-Ortsunion Ost ist sachkundiger Bürger und Mitglied der Arbeitsgruppe Bäder. Er erinnert an die CDU-Fragebogenaktion mit 250 Rückmeldungen zum Freibad. Jeweils mehr als 90 Prozent hätten für eine 50-Meter-Bahn und die Trennung von Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken plädiert. »Natürlich ist so eine Befragung nicht repräsentativ. Trotzdem zeigte sie uns deutlich, welche Bedürfnisse die Entwürfe berücksichtigen sollten«, sagt Andreas Holdmann.

»Zusätzlich wollten wir bei einem städtischen Projekt, das über 6 Millionen kostet, von dem Bürger bezahlt und über eine Abschreibungszeit von 40 Jahren gerechnet wird, frühzeitig für Transparenz sorgen.« Aber, so der CDU-Politiker: »Eins dürfte jedem klar sein, der bei der Ratssitzung die Planungen auf sich wirken ließ: Schwimmen findet nur noch stark begrenzt statt.«

Beheizen des Beckens soll realistisch geplant werden

Jeder habe sehen können, dass fast zwei Drittel des Schwimmerbeckens gleichzeitig als Nichtschwimmerbereich dient. In dem einen Drittel echten Schwimmerbereichs könnten auch noch die Startblöcke platziert werden, sagt Holdmann. »Sobald sich Nichtschwimmer in dem Becken aufhalten, muss eine Leine gespannt werden, die diesen Bereich sichtbar abtrennt. Damit wäre der echte Schwimmerbereich der Variante 3a um fast 80 Prozent gegenüber der Fläche, die heute vorgehalten wird, reduziert. Daher handelt es sich nach meiner Meinung nicht um einen Kompromiss, denn dieser hätte alle Gruppe gleichermaßen berücksichtigen müssen.«

Andreas Holdmann.

Jetzt sei es wichtig, dass trotz allen Energiesparens das Beheizen realistisch geplant werde. Holdmann: »Es wäre schade, wenn über 6 Millionen investiert werden und keiner hingeht aufgrund der viel zu geringen Wassertemperatur.«

In der Ratssitzung hatte bereits CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus-Jürgen Bernotat herausgestellt, dass die CDU durchaus mittrage, dass der Spiel-, Spaß- und Freizeitcharakter eines Bades aufgewertet werde und dass ein getrennter Sprungbereich für Jugendliche genauso wichtig sei wie ein separater Bereich für Kleinkinder. Trotzdem sollte ein Kompromiss mit den Bedürfnissen der Vielschwimmer gesucht werden.

»Dieser Kompromiss sah vor, die 50-Meter-Bahnen zu erhalten, auf vier Bahnen zu reduzieren, zwei weitere 25-Meter-Bahnen zu erhalten und die Hälfte der jetzt vorhandenen Fläche auf eine Tiefe von 1,35 Meter zu reduzieren. Das würde das Wasservolumen um die Hälfte von heute etwa 3600 auf 1800 Kubikmeter reduzieren.« Die Wasserfläche würde nur um 25 Prozent reduziert werden, das Wasservolumen würde aber deutlich weniger und damit auch der Energieverbrauch.

Favorisiterte Variante sieht kleineren Schwimmerbereich vor

In der von einer Mehrheit favorisierten Variante würde der Bereich für Schwimmer (im Bedarfsfall, Anm. der Redaktion) um 80 Prozent auf etwa 154 Quadratmeter reduziert, so Bernotat. Dies werde den Schwimmern nicht gerecht. Empfohlen werde eine Aufteilung von Spaß- und Schwimmbereich im Verhältnis 60:40, hier sei dies nun 75:25. Die von der CDU favorisierte Variante koste 300.000 Euro mehr. »Verteilt auf eine Nutzungsdauer von 40 Jahren macht das nicht einmal 7500 Euro jährlich aus«, so Bernotat.

Außerdem macht sich die CDU dafür stark, »eine verträgliche Wassertemperatur von 22 Grad an allen Öffnungstagen« nicht aus den Augen zu verlieren, um das Bad konkurrenzfähig zu halten.

SPD-Fraktionschef Torsten Stank sah hingegen in der nun gewählten Variante mit 25-Meter-Bahnen einen guten Kompromiss aus Nutzerinteressen und Energiespargebot. »Dem nachgewiesenen Badeverhalten der zumeist Freizeitbesucher wird mit attraktiven Rand- und Aufenthaltszonen im Beckenbereich begegnet. Dem ambitionierten Schwimmer bietet die 25-Meter-Variante ein breites Becken, bei dem nicht schon bereits der fünfte Sportler unzufrieden sein wird, da es keine fünfte frei Schwimmbahn gibt.« Die SPD wolle nicht 350.000 Euro mehr auszugeben. Dies gehe zulasten der nachfolgenden Kinder, die ja nicht befragt werden können, so Stank.

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