Do., 10.10.2019

Behindertenbeirat will Marktplatz-Treppe verbessern – Bad-Debatte Vorsicht, Stufe

Die schiefe Treppe am Marktplatz ist aus Sicht des Behindertenbeirats eine Gefahrenstelle mit erhöhter Sturzgefahr.

Die schiefe Treppe am Marktplatz ist aus Sicht des Behindertenbeirats eine Gefahrenstelle mit erhöhter Sturzgefahr. Foto: Kai Wessel

Von Arndt Hoppe

Lübbecke (WB). Der Behindertenbeirat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass Personen aus bislang nicht berücksichtigten Gruppen als beratende Mitglieder in dem Gremium tätig sein können. Ein Beispiel ist die Gruppe der Sehbehinderten.

Drei Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverein Lübbecke verfolgten die Sitzung als Zuhörer. Auf Anfrage des Beiratsvorsitzenden Michael Biesewinkel erklärte Ilona Steinmeier, die Vorsitzende des Vereins, dass sie den Beirat in Zukunft gern in Bezug auf Menschen mit Sehbehinderungen beraten wolle. Der Beirat sprach sich dafür aus, dass im Falle weiterer Interessenten jede Vereinigung nur ein beratendes Mitglied stellen dürfe.

Biesewinkel will Streifen anregen

Wie hilfreich Ilona Steinmeiers Unterstützung des Beirates im Sinne der Sehbehinderten sein kann, stellte sich heraus, als Michael Biesewinkel auf die Treppe am Lübbecker Marktplatz zu sprechen kam. Er wolle im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt anregen, dass an deren Stufen Kontraststreifen angebracht werden. »Die Treppenstufen sind – je nach Sichtfeld – nur als Fläche wahrzunehmen. Dadurch besteht Sturzgefahr«, sagte Biesewinkel. Der Beirat beauftragte ihn, diese Anregung auf den Weg zu bringen. Ilona Steinmeier fügte zu dem Thema hinzu: »In Lübbecke gibt es noch viel mehr Treppen, die mit einem Kontraststreifen versehen werden müssten.« Als Beispiel nannte sie die Treppen vor und im Rathaus (im neuen Teil) oder am Deerberg-Haus. »Die Treppe an der Stadthalle ist auch ganz schlimm für uns. Die roten Steine ohne Markierungen sind für uns ganz, ganz schwierig.«

Michael Biesewinkel blickte außerdem auf das Inklusionsfrühstück zurück, die erste größere Veranstaltung des Behindertenbeirats für die Öffentlichkeit. Er zeigte sich mit den etwa 130 Besuchern zufrieden (»fand ich enorm«) und sagte, das Frühstück sei rundum gelungen. Besonders hob er die Aktion hervor, bei der Besucher schriftlich die Frage »Was ist Inklusion?« beantworten konnten. Biesewinkel zitierte einige Antworten: »…unterfinanziert«, »teuer (aber es gibt genug Geld)«, »…beginnt im Kopf«, »…wenn es Behörden einem nicht so schwer machen«, »…nicht verhandelbar« oder auch »…gut, wenn der Behindertenbeirat seine tolle Arbeit weitermacht.«

Anregungen zum Freibad

Kerstin Wöbbeking berichtete, dass sie sich mit dem Thema »barrierefreie Bäder« befasst habe. Sie nannte einige Punkte, die nach ihren Recherchen wesentlich für behindertengerechte (Frei-)Bäder seien. Von großer Bedeutung sei es, dass das selbstständige Ein- und Aussteigen möglich sein müsse, über Rampen, Lifte oder Hub-anlagen. »Die Lifter müssen bedient werden können und für Sehbehinderte taktil gekennzeichnet sein«, sagte sie.

Des Weiteren sei wünschenswert, dass die Becken miteinander verbunden seien, damit ohne große Mühe zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich gewechselt werden könne. Für Menschen mit motorischen Schwierigkeiten oder bei bestimmten Krankheiten sei auch eine höhere Wassertemperatur positiv – eventuell ein Warmbadetag mit Temperaturen von 27 bis 30 Grad Celsius. »Auch wenn das leider dem Klimaschutz widerspricht.« Dieter Wiegmann sagte, dass im neuen Gehlenbecker Freibad seines Wissens 24 Grad angepeilt seien.

Wöbbeking hatte auch bezüglich des geplanten Bürgerparks Obernfelder Allee einige Ideen. So sei es wünschenwert, den Park mit inklusiven Spielgeräten zu bestücken. Der Beirat beschloss, dass er mit dem Bauamt Kontakt aufnehmen wolle.

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