Do., 10.10.2019

Landratskandidat Siegfried Gutsche hat Ideen für Mühlenkreiskliniken und zum Klima Er will den Kreis »grüner« machen

Zusammen geht es in den Wahlkampf: Landratskandidat Siegfried Gutsche aus Lübbecke hat die volle Unterstützung seiner Partei. Die beiden Kreissprecher der Grünen, Benjamin Rauer (links) und Bettina Fugh, wollen für seinen Erfolg mitkämpfen.

Zusammen geht es in den Wahlkampf: Landratskandidat Siegfried Gutsche aus Lübbecke hat die volle Unterstützung seiner Partei. Die beiden Kreissprecher der Grünen, Benjamin Rauer (links) und Bettina Fugh, wollen für seinen Erfolg mitkämpfen. Foto: Friederike Niemeyer

Von Friederike Niemeyer

Lübbecke (WB). Seine Parteifreunde hat er schon überzeugt, jetzt will er auch die Wählerinnen und Wähler im Mühlenkreis gewinnen: Siegfried Gutsche aus Lübbecke ist Landratskandidat der Grünen. Vor allem in den Themenbereichen Gesundheit und Energie/Mobilität will er punkten – und mit seiner Erfahrung.

Die ersten Gespräche über eine mögliche zweite Kandidatur nach 2014 gab es zwischen dem 66-Jährigen und dem Kreisvorstand der Grünen Ende 2018. Nach reiflicher Überlegung, Gesprächen mit der Familie und dem Ergebnis der Europawahl, so Gutsche, habe es dann nochmals ein Gespräch gegeben. »Ich will versuchen, grüne Ziele für den Kreis nach vorne zubringen«, sagt er zu seiner Motivation. »Die Menschen wollen, dass Grüne jetzt liefern.«

Unterstützung der Mitglieder

Am 2. Oktober schließlich ist Gutsche auf der Kreis-Mitgliederversammlung (26 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme) zum Kandidaten gekürt worden – diese letzte Hürde im Nominierungsprozess müssen seine beiden bisherigen Mitbewerber Anna Katharina Bölling (CDU) und Ingo Ellerkamp (SPD) noch nehmen. Im Wahlkampf setzt Gutsche auf die Unterstützung der Parteifreunde, führt aber auch Gespräch mit anderen Parteien im Kreis.

Gutsche spricht stets ruhig, freundlich und sachlich, ist aber durchaus voller Selbstbewusstsein: »In den wichtigen Themen bin ich eingearbeitet. Ich könnte das Amt des Landrats kurzfristig übernehmen.« Und fügt an: »Bei Kontinuität, Verlässlichkeit und Erfahrung muss ich mich nicht verstecken.« In der Tat hat Gut-sche nach mehr als 25 Jahren politischer Aktivität im Kreis eine Meinung zu allen anliegenden Fragen und verfügt speziell beim Thema Gesundheit und Krankenhäuser über Expertenwissen.

Schwierige Lage der Mühlenkreiskliniken

»Die Situation der Mühlenkreiskliniken ist heute schwieriger denn je. Die Finanzierung von Krankenhäusern ist nicht mehr auskömmlich«, sagt Gutsche. Krankenhäuser sollten nicht wie reine Unternehmen gesehen werden, so seine Überzeugung. »Bei Polizei oder Feuerwehr geht es auch nicht um Gewinne.« Unter den jetzigen Rahmenbedingungen aber, sagt Gutsche, würden die Mühlenkreiskliniken schwerlich in dieser Form weiterarbeiten können. »Engere Kooperationen mit anderen Häusern sind notwendig«, sagt Gutsche und denkt dabei etwa an die Kliniken in Herford, Bielefeld oder Lippe.

Um angesichts der neuen Bielefelder Medizinfakultät den heimischen Ärztenachwuchs zu sichern, sei ein Ausbau der Zusammenarbeit mit der Ruhr-Uni Bochum sinnvoll, also mehr Studienplätze in Minden und Herford wünschenswert, so Gutsche. Er hält diese Mediziner-Ausbildung im Kreis für ein Leuchtturmprojekt. Ein weiteres wäre für Gutsche die Ansiedlung einer für den Kreis geplanten Kinder- und Jugendpsychiatrie in Lübbecke . »Und ich würde auch einen Fachhochschul-Standort in Lübbecke begrüßen«, sagt Gutsche.

Vorsicht bei der Multihalle

Könnte ein weiterer Leuchtturm die Multifunktionsarena in Minden werden? Gutsche hält zwar wie die Kreistagsmehrheit die Kampa-Halle für nicht zukunftsfähig. Doch bei der Entscheidung für eine Multihalle rät er zur Besonnenheit: » In Herford gibt es das 100-Millionen-Projekt ›OWL-Forum‹. Wenn Herford das umsetzt, müsste man bei der Multihalle anders denken.«

Dem überzeugten Mühlenkreisler ist es wichtig, den Kreis insgesamt voranzubringen, genauso wie die einzelnen Städte und Gemeinden mit ihren Alleinstellungsmerkmalen zu unterstützen. Offene Gespräche mit allen Akteuren und den Mitarbeitern sind ihm wichtig und aus seiner Sicht auch notwendig, um etwas zu erreichen. Politik und Verwaltung sollten allerdings auch zügiger zu Entscheidungen kommen.

Klimaschutz und Überalterung

Wichtig ist ihm mehr für Kinder, Jugendliche und Familien zu tun. »Wir überaltern hier im Kreis«, sagt er. Schulen, Kitas und Ausbildungsplätze müssten auch in den ländlichen Regionen des Kreises ausgebaut werden. Gutsche hat auch Ideen für den Sport im Kreis und – natürlich – für den Klimaschutz. Er lobt das gerade im Kreis verabschiedete Klimakonzept für die dort verankerten konkreten Maßnahmen. Und er möchte, dass die Kreisverwaltung mit gutem Beispiel vorangeht und Solarzellen auf die Dächer ihrer Gebäude setzt.

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