So., 03.11.2019

Mit Wein und Wurst: Großer Liederabend zum Reformationstag in der Lübbecker Andreaskirche Luthers Chöre

Anspruchsvolles Programm: Der Chor »S(w)ing and Praise« singt »Baba Yetu«, das »Vater unser« auf Suaheli. Nicht nur Chorleiter Pit Witt war begeistert.

Anspruchsvolles Programm: Der Chor »S(w)ing and Praise« singt »Baba Yetu«, das »Vater unser« auf Suaheli. Nicht nur Chorleiter Pit Witt war begeistert. Foto: Kai Wessel

Von Kai Wessel

Lübbecke (WB). Fünf Stunden, neun Chöre, 500 Besucher: In der St.-Andreas-Kirche ist am Reformationstag ein Musikfestival mit Teilnehmern aus weiten Teilen des Altkreises gefeiert worden. Wein, Wurst und Blaskapellen rundeten die »Nacht der Chöre« ab.

Zwei Jahre nach dem großen Luther-Jubiläum hatte der Kirchenkreis erneut zu einem Abend eingeladen, der die chorale Bandbreite von Schnathorst über Lübbecke, Preußisch Oldendorf bis hin nach Espelkamp abbildete. Nebenbei sorgte der Abend dafür, dass der Parkplatz an der Königsmühle tatsächlich einmal an seine Belastungsgrenzen kam. Klar im Vorteil waren aber jene der 500 Besucher, die einen Chauffeur hatten oder per pedes gekommen waren. Sie konnten die akustischen Genüsse mit Orgelwein verkosten, wahlweise mit Spät- oder Grauburgunder. Der Wein wurde ebenso wie Bier und Bratwurst gegen eine Spende zugunsten des Orgelbauvereins abgegeben.

Ohrwurm frei Haus

Auf diese Weise gut präpariert fand die Musik, sei es nun ein Mendelssohn Bartholdy (»Hör mein Bitten«) oder ein Tim Bendzko (»Nur noch kurz die Welt retten«), noch einen Hauch harmonischer den Weg in die Gehörgänge. Selbst das ungeübte Ohr konnte eine Menge an sängerischer Klasse registrieren, beispielsweise bei den Solisten Lorlie Feldmann und Steffi Hummert vom Chor »Querbeet«. Dass die Sängerinnen und Sänger aus Nettelstedt am Ende ihres Vortrags mit Ovationen konfrontiert wurden, zauberte Chorleiterin Liga Kravale-Michelsohn das vielleicht schönste Lächeln des Abends ins Gesicht.

»Oh, Oh, Oh«: Mit dieser Buchstabenfolge gelang es dem Lübbecker Gospelchor »S(w)ing and Praise«, das Publikum zum Mitsingen zu bringen. Das »Oh, Oh, Oh« ist Teil des Liedes »I Smile«, das der US-amerikanische Gospelsänger Kirk Franklin im Jahr 2011 veröffentlichte. Chorleiter Pit Witt entdeckte das Lied für »S(w)ing and Praise«. Die stetig wiederkehrende Zeile »You look so much better when you . . . Oh, Oh, Oh« taugte zum Ohrwurm.

Mal traurig, mal flott

Geradezu experimentell hingegen der Auftritt von »Vokal fatal« aus Espelkamp. Wer immer schon mal wissen wollte, wie sich eine 300 Jahre alte Komposition von Johann Sebastian Bach »verpoppt« anhört, war in der Andreaskirche richtig. Das galt auch für Fans von »Mr. Slowhand« Eric Clapton. »Tears in Heaven« war gleich zwei Mal zu hören, einmal so richtig schön traurig von »S(w)ing and Praise«, einmal überraschend flott von »Vokal fatal«.

Für Chorleiter wie Matthias Nagel (»Joyful Gospels« aus Schnathorst) und Gudrun Strenger (PrO Voices aus Preußisch Oldendorf) war der Abend Genuss und Inspiration zugleich. Zu sehen, was andere Chöre präsentierten, sei außerordentlich interessant, sagten beide. Auftritte von Sopranistin Johanna Grube und Querflötistin Miriam Obermeier sowie vom Posaunenchor und der Jazzgruppe »TuBaTroKl« bereicherten die »Nacht der Chöre«. Die nächste gibt es laut Kantor Heinz-Hermann Grube in zwei Jahren.

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