Do., 14.11.2019

Grüne und CDU stellen Alternativplan zum Westertor-Projekt in Lübbecke vor »So würde der ZOB bleiben«

Blick auf die Deerberg-Immobilie von der Langen Straße – CDU und Grüne haben ihren Alternativplan vorgestellt.

Blick auf die Deerberg-Immobilie von der Langen Straße – CDU und Grüne haben ihren Alternativplan vorgestellt. Foto: Kai Wessel

Von Viola Willmann

Lübbecke (WB). Es ist nur ein kleiner Kartenausschnitt der Lübbecker Innenstadt auf einem Din-A4-Blatt mit einer rot eingerahmten Fläche. Aber der hat es in sich. CDU und Grüne haben am Donnerstag ihren angekündigten Plan B für das Westertor in einem Pressegespräch vorgelegt.

»Wir haben einen Investor, der nach seinen Plänen einen Umbau im Bestand vornehmen würde. Der ZOB würde erhalten bleiben«, erklärt Siegfried Gutsche (Grüne). Der Namen des Investors oder genaue Pläne sollen zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Öffentlichkeit. Aber so viel: »Der Investor würde sofort einsteigen, sobald HBB aus den Planungen aussteigt«, sagt Gutsche. Da im bestehenden Bebauungsplan gebaut werden würde, könnte das Projekt trotzdem zeitnah realisiert und der bisherige Zeitplan zumindest fast eingehalten werden.

Mehr als 140 Parkplätze

Die Pläne sehen laut CDU und Grünen vor, das Gebäude von der Langen Straße bis zum Ende des Parkhauses am Papendiek durchzubauen. Die ebenerdige Etage des Parkhauses mit der Zufahrt vom Papendiek soll allerdings erhalten bleiben. Darüber lägen dann die zu vermietenden Räumlichkeiten. Auch sollen neben und vor dem Parkhaus weitere Parkplätze entstehen, ohne jedoch den Verkehr am ZOB zu beeinträchtigen. »Es werden deutlich mehr als 140 Parkplätze geschaffen«, sagt Klaus-Jürgen Bernotat, Fraktionsvorsitzender der CDU.

Der Plan sieht ebenfalls einen Ankermieter vor. Insofern ähnelt er den Planungen des derzeitigen Investors HBB. »Wir können zwar keine Details offenlegen, aber der Investor hat schon etliche Projekte erfolgreich verwirklicht«, sagt Bernotat, der auch davon berichtet, den Anruf eines weiteren interessierten Investors bekommen zu haben. »Dessen Pläne haben wir uns allerdings noch nicht angesehen.«

Kein kompletter Abriss

Die beiden Fraktionen legen Wert darauf, zu betonen, »dass wir nichts gegen das Projekt Westertor haben. Aber mit etwas Nachdenken geht mehr als derzeit angedacht ist«, sagt Heinrich Stenau, Fraktionsvorsitzender der Grünen. »Wir wollen das nicht verhindern, aber wir wollen die Umsetzung nicht um jeden Preis.«

Nach den Alternativplänen müsste das Deerberg-Gebäude nicht komplett abgerissen werden, sondern würde bis auf den Stahlrahmenbau entkernt. Siegfried Gutsche: »Mit dieser Variante hätten wir keine Einschränkung, was die Größe angeht und der ZOB würde erhalten bleiben. Das ist eine Alternative, mit der alle Lübbecker leben können müssten.« Eine Mitbelebung des Nachbar-Geschäftshauses an der Langen Straße sei gut vorstellbar.

»Nicht zu spät«

Für viele kommt die Idee der Bürgerbefragung und die Vorstellung des Alternativplans zu spät. »Viele fragen uns, warum jetzt erst, und werfen uns Wahlkampf vor. Wir sind ehrlich: Wir haben nicht mit so großen Protesten gerechnet. Das wollen wir nicht einfach so stehen lassen«, erläutert Klaus-Jürgen Bernotat. Es habe sich seit dem Beginn der Planungen einiges verändert. »Was hat die andere Seite zu verbergen, dass sie die Befragung nicht durchführen möchte?« Zumal die Bebauungspläne erst in der Februar-Sitzung des Bauausschusses beraten werden könnten, und so genügend Zeit für eine Befragung bliebe. »Aus unserer Sicht ist es dafür nicht zu spät.«

In der kommenden Woche wollen sich CDU und Grüne mit einem Juristen zusammensetzen, um die Möglichkeit eines Bürgerbegehrens zu prüfen. » Man darf seine Meinung korrigieren und deshalb ist es auch legitim, dass man die Pläne zur Diskussion stellt«, sagt Siegfried Gutsche. Auch wenn Bürgermeister Frank Haberbosch derzeit nicht bereit sei, über alternative Ideen zu sprechen und auf die Beschlüsse zu Beginn verweise.

Während die Gegner der bisherigen Planungen mit ZOB-Verlegung sehr rege sind und für Samstag, 11 Uhr, eine weitere Demo angekündigt haben, hat sich auf Facebook eine Gruppe »Pro Westertor« gegründet, die die bisherigen Planungen unterstützt.

Westertor-Investor durch Antrag irritiert.

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