Mi., 04.12.2019

Neuer Entwurf: ZOB bleibt, 300 Parkplätze, Hotel möglich Westertor: Der Plan C

Der Plan C sieht vor, dass parallel zum ZOB (bleibt erhalten) zwei Einkaufsmärkte entstehen (rosa Fläche). Unter den Märkten, die über eine Rolltreppe zu erreichen sind, würden ebenerdige Parkplätze gebaut. Hinzu käme ein Parkdeck (gelbe Fläche). Im Deerberg-Haus (blaue Fläche) sollen Geschäfte und ein Hotel unterkommen. Weitere Parkplätze würde die Deerberg-Tiefgarage bieten.

Der Plan C sieht vor, dass parallel zum ZOB (bleibt erhalten) zwei Einkaufsmärkte entstehen (rosa Fläche). Unter den Märkten, die über eine Rolltreppe zu erreichen sind, würden ebenerdige Parkplätze gebaut. Hinzu käme ein Parkdeck (gelbe Fläche). Im Deerberg-Haus (blaue Fläche) sollen Geschäfte und ein Hotel unterkommen. Weitere Parkplätze würde die Deerberg-Tiefgarage bieten. Foto: Kai Wessel

Von Kai Wessel

Lübbecke (WB). Wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung im Lübbecker Rat am 12. Dezember liegt ein neuer Entwurf zum Projekt Westertor auf dem Tisch. CDU-Fraktionsführer Klaus-Jürgen Bernotat und Siegfried Gutsche, Stadtverbandsvorsitzender der Grünen, haben die Pläne am Dienstagabend vorgestellt.

Bernotat sagte, dass der Investor für Plan B seine Entwürfe nicht öffentlich machen wolle, solange die Stadt mit der HBB in Verhandlungen stehe. Mit Blick auf die „größeren Proteste“ (Bernotat) gegen das Westertor sei aber noch ein weiterer Investor telefonisch auf ihn zugekommen.

Stellflächen an der Grundschule überflüssig

Dessen Plan C hat aus Sicht von Bernotat und Gutsche drei wesentliche Vorzüge: „Der ZOB bliebe erhalten, wir hätten 300 statt 140 Parkplätze und wir bräuchten an der Grundschule Im kleinen Feld keine weitere Stellfläche für Dauerparker“, erklärte Bernotat. Für den CDU-Chef sei es ohnehin ein „No-Go“, Dauerstellplätze in einem verkehrsberuhigten Bereich zu planen.

Siegfried Gutsche betonte, dass der Entwurf des Investors sehr konkret sei und im Gegensatz zu den HBB-Plänen für eine echte Belebung der Innenstadt sorgen würde, zumal er auch keine Parkzeitbegrenzung am Westertor vorsehe. „Wenn man da nur eine Stunde parken kann, wie jetzt vorgesehen, bringt das der Innenstadt gar nichts.“

Investor nimmt Papendiek-Gebäude in den Blick

Der Entwurf des von Bernotat und Gutsche nicht genannten Investors sieht ebenerdige Parkplätze am Westertor vor, aber nicht auf der ZOB-Fläche. Stattdessen hat der Investor die Grundstücke am Papendiek in den Blick genommen. Dort, wo jetzt noch das Parkhaus West und Gebäude wie die ehemalige Apotheke und die ehemalige Markthalle stehen, sollen Stellflächen entstehen. Die Gebäude würden abgerissen. Über den Ankauf der Grundstücke soll der Investor bereits mit den jetzigen Eigentümern gesprochen haben, hieß es.

Direkt über den ebenerdigen Parkplätzen würden zwei große Einkaufsmärkte gebaut, mit großflächiger Glasfassade in Richtung ZOB. In einen der Märkte soll ein Vollsortimenter einziehen. Auch hier habe der Investor schon Gespräche geführt. „Es gibt ja nicht nur Edeka“, sagte Bernotat.

Der Entwurf sieht außerdem vor, im Bereich des Parkhauses West weitere Stellplätze vorzuhalten, auf zwei Etagen. Das obere Parkdeck wäre über eine Rampe von der Wallstraße zu erreichen. Gutsche wies darauf hin, dass die Parkplätze im Entwurf um 30 Zentimeter breiter seien als die Stellflächen der HBB-Planung.

Deerberg-Haus soll kernsaniert werden

Das Deerberg-Haus will der Investor nicht abreißen, sondern im Bestand sanieren. Auf Ebene der Langen Straße sollen Geschäfte wie Drogerie, Schuhverkäufer oder auch ein Biomarkt einziehen. Im Obergeschoss des Deerberg-Hauses kann sich der Investor eine Großgastronomie mit Betreutem Wohnen oder ein Hotel vorstellen. Parkplätze für Hotelgäste würden im dann sanierten, alten Parkhaus Deerberg vorgehalten.

Siegfried Gutsche bezeichnete den Plan des Investors als „charmante Lösung“. Mit Blick auf die verhärteten Fronten im Rat der Stadt schlug er einen runden Tisch mit Mediator vor, um die bestmögliche Lösung für Lübbecke zu finden. Klaus-Jürgen Bernotat sagte, er wolle „solange kämpfen, wie es Möglichkeiten gibt, auch rechtliche“. Man habe einen Anwalt eingeschaltet.

Bauverzögerung von sechs Monaten

Harsche Kritik übten Gutsche und Bernotat daran, dass die 16 Anlagen zum Vertragswerk der Stadt mit der HBB bislang immer noch nicht vorlägen. Beide sprachen sich zudem erneut für ein Bürgervotum zum Westertor aus. Die zeitliche Verzögerung (neuer Bebauungsplan, neue Gutachten) bei einem Umschwenken auf Plan C bezifferte Bernotat – bei schnellem Handeln – auf sechs Monate. Beide Investoren, auch der von Plan B, stünden für diesen Fall „Gewehr bei Fuß“, so Gutsche.

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