Nach Parkhaus-West-Abriss fehlen Stellplätze – Jahnstraßenfläche soll ausgebaut werden
Für Dauerparker wird es schwierig

Lübbecke (WB). Voraussichtlich im Frühjahr soll das Parkhaus West abgerissen werden, damit Platz für das Einkaufszentrum Westertor entsteht. Gibt es dann noch ausreichend Parkplätze in Lübbecke? Finanzdezernent Dirk Raddy, als Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Lübbecke (WBL) für die Parkraumbewirtschaftung zuständig, gibt eine differenzierte Antwort: „Wir haben definitiv genügend Kurzparkplätze, aber für Dauerparker wird es zunächst eng werden.“

Freitag, 17.01.2020, 08:14 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 08:20 Uhr
Für Dauerparker wird die Situation schwieriger. Deshalb wollen die WBL den kleinen Parkplatz Jahnstraße (Foto) um eine Fläche daneben erweitern. Am Weingarten gibt es neue Plätze, im Parkhaus Ost wird es Dauer-Tickets geben. Foto: Friederike Niemeyer
Für Dauerparker wird die Situation schwieriger. Deshalb wollen die WBL den kleinen Parkplatz Jahnstraße (Foto) um eine Fläche daneben erweitern. Am Weingarten gibt es neue Plätze, im Parkhaus Ost wird es Dauer-Tickets geben. Foto: Friederike Niemeyer

Abriss kostet 225 Plätze

Im Parkhaus West stehen derzeit noch etwa 225 Parkplätze zur Verfügung, davon sind 140 dauerbelegt. Anwohner und Mitarbeiter aus den Innenstadtgeschäften stellen dort ihre Autos ab. Bis der neue Parkplatz vor dem Einkaufszentrum fertig ist, werden sich also beide Nutzertypen – mit kurzem und mit langem Parkbedarf – nach Alternativen umsehen. Den von manchem Bürger befürchteten Pkw-Suchverkehr durch die Innenstadt sieht Dirk Raddy nicht heraufziehen. Das würde schon die aktuell bei etwa 80 Prozent liegende Auslastung der Parkhäuser nahe legen. „Wir brauchen keine 250 neuen Parkplätze. Es reichen die erweiterten Kapazitäten am Weingarten“, sagt er. Dort hatten Stadt und WBL schon mit Blick auf die Westertor-Planungen die Aufstockung in Angriff genommen. Aus ursprünglich 50 Plätzen dort werden dann 160 Plätze, davon 90 für Dauerparker.

Außerdem hatten Stadt und WBL als Puffer den aktuell wenig genutzten Parkplatz Königsmühle gepachtet. Die etwa 250 Stellplätze (davon derzeit 38 dauerbelegt) stehen bis Ende 2020 zur Verfügung, gegebenenfalls kann die Pacht noch verlängert werden. Insgesamt gesehen gibt es also reichlich Parkraum.

Trotzdem sei die Situation für Dauerparker künftig schwierig, so die Einschätzung von Raddy. „Wir werden auch in Zukunft nicht für jeden einen Dauerstellplatz in der Innenstadt anbieten können“, sagt der WBL-Geschäftsführer. Denn die Möglichkeiten an den anderen Standorten sind ausgereizt: Beim Parkhaus Ost sind 101 von 250 Plätzen an Dauerparker vergeben, und am Gänsemarkt 20 von 135.

Neues an der Jahnstraße

Deshalb haben WBL und Stadtverwaltung zwei Ansätze, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Wichtigster Baustein ist die Neuschaffung von Dauerparkplätzen an der Jahnstraße. Dort, etwa 200 Meter vom Niederwall entfernt, gibt es einen Parkplatz, der zur Grundschule Im kleinen Feld gehört und von Lehrern, aber auch Anwohnern genutzt wird. 55 Parkplätze gibt es dort, 26 davon werden seit etwa zwei Jahren von der WBL an Dauerparker vermietet. „Wenn wir dort etwa die Hälfte des angrenzenden Sportplatzes miteinbeziehen, können 47 neue Parkplätze geschaffen werden“, sagt Raddy. Etwa ein Viertel der 102 Plätze könnten für Lehrer vorgehalten werden und etwa 80 an Dauerparker vermietet werden, so die Rechnung von Dirk Raddy.

Die Kritik an diesem Plan, die im Zuge der Westertor-Diskussionen aufgekommen war, kann Raddy nicht nachvollziehen. „Es wird dort rund um die Schule kaum mehr Verkehr geben, denn Dauerparker bewegen ihr Fahrzeug in der Regel nur zweimal am Tag.“ Und die dazu benötigte Fläche – ein inzwischen völlig übergrünter Ascheplatz – werde von der Schule seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt. Die andere Hälfte dieses Sportplatzes könnte bei der anstehenden Schulhofsanierung der Grundschule dann sinnvoll mit einbezogen werden. „Die Fläche wird dann besser genutzt und auch die Schule hat etwas davon“, sagt Raddy.

Entscheidung noch im Frühjahr?

Damit dieser Plan umgesetzt werden kann, müssen Stadt und WBL einen Vertrag zur Überlassung des Grundstücks schließen. Außerdem ist eine politische Entscheidung zur Schulhofgestaltung notwendig. Raddy hofft auf Klarheit im ersten Quartal, damit dann im Laufe des Jahres die neuen Parkplätze zur Verfügung gestellt werden können.

Eine weitere Möglichkeit für Langzeitparker könnte, so eine Idee der WBL, der Innenhof der ehemaligen Jahn-Realschule sein. Dort parken bereits jetzt Kunden und Schüler der drei Bildungs- und Sporteinrichtungen im Haus. Im hinteren Bereich könnten bis zu 70 Plätze bereitgestellt werden.

Dauerparker-Ticket

Der zweite Ansatz, um mehr Dauerparker unterzubringen, ist für Dirk Raddy das sogenannte Dauerparker-Ticket, das die WBL demnächst zusätzlich anbieten will. Dabei mietet der Kunde sozusagen nur die Zeit auf dem Parkgelände, nicht aber den genauen Ort. „Hintergrund ist unsere Beobachtung, dass in der Regel 30 Prozent der Dauerparkerstellplätze nicht besetzt sind.“ Würden also beispielsweise im Parkhaus Ost weitere zehn Plätze über dieses Ticket an Langzeitparker vergeben, könnten davon rechnerisch zumeist drei von Kurzzeitparkern genutzt werden. „Das Risiko, dass solch ein Dauerticket-Inhaber keinen Parkplatz findet, ist überschaubar. Wir sehen dies als Chance, vorhandene Kapazitäten besser auszulasten.“

Verbesserungen im Angebot für Kurzzeit- oder Tagesparker sieht Raddy gegeben, wenn die Kfz-Zulassungsstelle in diesem Herbst an den Stadtrand umgezogen ist. Und durch den Mitarbeiterparkplatz hinter dem Rathaus. Die 50 Plätze dort können ab Freitagnachmittag am Wochenende von Nicht-Mitarbeitern genutzt werden, und seit es eine Treppe direkt zur Weingartenstraße gebe, sei dies auch nicht mehr mit einem Umweg ums Rathaus verbunden, so der WBL-Geschäftsführer.

Vor dem Westertor

Wie sich dann in etwa zwei Jahren die 140 Kurzzeitparkplätze vor dem Westertor auswirken werden, lässt sich derzeit schwer abschätzen, wie Raddy meint. Die Parkdauer von 60 Minuten ist mit Edeka für sämtliche Stellplätze dort fest vereinbart, bestätigte Bürgermeister Frank Haberbosch nochmal auf Anfrage. Die Plätze seien knapp bemessen, und die Stadt werde die Einhaltung der Zeit kontrollieren, um einen geregelten Parkablauf sicherzustellen. Gleichzeitig betonte Haberbosch aber auch: „Die Parkplätze sind für alle da.“ Er gehe davon aus, dass außerhalb der Edeka-Stoßzeiten viele andere Innenstadtbesucher dort etwa für kurze Besorgungen parken könnten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7198202?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F
Und nochmal bis zu 38 Grad ...
Bodennebel im Licht der aufgehenden Sonne in einem Naturschutzgebiet in Baden-Württemberg.
Nachrichten-Ticker