Fr., 13.03.2020

Sämtliche städtische Einrichtungen bleiben geschlossen – geänderte Regeln im ÖPNV Stadt Lübbecke verbietet alle öffentlichen Veranstaltungen – kostenlos Busfahren

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Lübbecke (WB). Angesichts der Entwicklung rund um die Ausbreitung des Coronavirus ‘ auch im Lübbecker Land und der Einstufung als Pandemie, das heißt als weltweiter Ausbruch durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat die Stadt Lübbecke ihre Präventionsmaßnahmen kurzfristig verschärft.

Mit einer am Freitag bekannt gemachten Allgemeinverfügung untersagt die Stadt die Durchführung sämtlicher öffentlicher Veranstaltungen auf dem Stadtgebiet, unabhängig von Größe und Teilnehmerzahl, bis einschließlich 30. April. Alle öffentlichen Einrichtungen der Stadt bleiben bis auf weiteres geschlossen: Mediothek, Hallenbad, Stadthalle und die Bürgerbegegnungsstätte „Altes Amtsgericht“ sowie alle Sporthallen.

Kontaktverdacht am Wittekind-Gymnasium

Von dem Veranstaltungsverbot betroffen sind auch das für das Wochenende 4./5. April geplante Innenstadtfest „Lübbecke tischt auf“ samt verkaufsoffenem Sonntag sowie sämtliche Konzerte, Feste, Vortragsveranstaltungen und dergleichen. Auch öffentliche Osterfeuer, das heißt solche mit einem unbestimmten Teilnehmerkreis, können nicht stattfinden. Alle bis Ende April geplanten Stadtführungen werden ausgesetzt.

Ungeachtet der Erwartung einer Entscheidung der Landesregierung über die generelle Schließung von Schulen in Nordrhein-Westfalen wird in jedem Fall zusätzlich zu den bereits bekannten Maßnahmen am Montag auch das Wittekind-Gymnasium geschlossen bleiben, nachdem auch dort ein Kontaktverdacht bekannt wurde.

Über den Umgang mit Kindertageseinrichtungen wollen die Hauptverwaltungsbeamten des Kreises Minden-Lübbecke noch im Tagesverlauf beraten. Die Stadt bereitet sich auf die Einrichtung von Notbetreuungen für Kinder vor und hat dazu Kontakt mit Einrichtungsträgern aufgenommen. Zunächst steht dabei die Versorgung des Personenkreises im Mittelpunkt, der für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Versorgung unmittelbar erforderlich ist: Rettungsdienst, ärztliche Versorgung, Feuerwehr und Polizei.

Besuche im Rathaus unterlassen

Um den eigenen Betrieb sicher aufrecht erhalten zu können, bittet die Stadt alle Bürgerinnen und Bürger darum, von Besuchen des Rathauses abzusehen und statt dessen in Verwaltungsangelegenheiten zunächst telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufzunehmen. Für die Sachlagen, in denen ein persönliches Erscheinen unabdingbar ist, werden individuelle Termine vergeben.

Die Stadt Lübbecke bedauert die Unannehmlichkeiten, die mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens einhergehen und bittet um Verständnis für die Maßnahmen, die dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung dienen. Ziel aller Anstrengungen ist es, die Infektionsausbreitung so gut es geht zu verlangsamen, um Zeit zu gewinnen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Lübbeckerinnen und Lübbecker sich in diesem Sinne auch im privaten Umfeld besonnen und verantwortungsbewusst verhalten werden.

In Bussen nur noch hinten einsteigen

Zum Schutz von Fahrgästen und Fahrpersonal gilt ab sofort zudem in den Bussen des ÖPNV nur noch der Einstig hinten. „Wegen des Coronavirus ergreifen wir ab sofort besondere Maßnahmen in den Bussen. Das heißt, es besteht die kostenlose Mitnahme in unseren Bussen. Ab Mittwoch, 1. April, gilt voraussichtlich wieder die reguläre Ticketpflicht. Die vordere Tür der Busse bleibt geschlossen, ein Einstieg ist dann nur noch über die hinteren Türen möglich. Es wird dann nicht mehr möglich sein, beim Fahrer ein Ticket mit Bargeld zu bezahlen“, teilt der Kreis Minden-Lübbecke mit.

Wo gelten die Maßnahmen:

-Auf allen ÖPNV- Buslinien im Kreis Minden- Lübbecke

-Im Stadtverkehr Löhne auf Linien des WeserWerre Busses,

-Im Stadtverkehr Vlotho,

-Im StadtBus Bünde.

Achim Overath, Geschäftsführer der minden-herforder Verkehrsgesellschaft mbH (mhv) erläutert: „Jetzt ist es besonders wichtig, dass sich jeder rücksichtsvoll verhält. Auch die Fahrgäste sollten etwas Abstand voneinander halten, wo immer sich die Möglichkeit dazu ergibt. Vor allem morgens und nachmittags wird das dennoch nicht immer möglich sein. Wir werden aber mit jedem verfügbaren Fahrzeug versuchen, die Situation zu entspannen. Aber auch die Anzahl der Fahrer, die derzeit an ihrem Limit für uns alle arbeiten, ist nicht unendlich groß.“

Die Landräte Dr. Ralf Niermann (Kreis Minden- Lübbecke) und Jürgen Müller (Kreis Herford) erklären: „Wir müssen unnötigen Kontakt zwischen den Fahrgästen und Fahrerinnen und Fahrern so gut wie möglich vermeiden. Deswegen greifen wir jetzt zu diesen besonderen Maßnahmen. Wir wollen in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford so lange wie möglich den normalen ÖPNV aufrechterhalten und die Mobilität unserer Bürgerinnen und Bürger sicherstellen. Um dem nachzukommen, brauchen wir aber gesundes Personal.“

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