Kurzarbeit beim Reisedienst Aschemeyer – Viele Kunden verschieben ihre Urlaube
Alle Busse stehen still

Lübbecke (WB/vw). Statt auf den Straßen der Republik unterwegs zu sein, stehen die 20 Reisebusse des Unternehmens Aschemeyer auf dem Hof. „Wir haben die Busse vorübergehend stillgelegt, um keine laufenden Kosten wie Steuer oder Versicherung zu haben“, berichtet Margret Aschemeyer von dem Lübbecker Reisedienst. Die Busbranche liege aufgrund der Corona-Krise derzeit am Boden. „Wir sind von 100 auf 0 abgestürzt.“

Mittwoch, 15.04.2020, 08:00 Uhr
Die 20 Aschemeyer-Busse stehen auf dem Betriebshof. Für den 1928 gegründeten Betrieb ist die Corona-Krise ein harter Schlag. Foto:
Die 20 Aschemeyer-Busse stehen auf dem Betriebshof. Für den 1928 gegründeten Betrieb ist die Corona-Krise ein harter Schlag.

Wegen der Schulschließungen sind sowohl die Schulbuslinie, die von Aschemeyer abgedeckt wird, als auch die Fahrten zu den Lübbecker Werkstätten schon seit geraumer Zeit eingestellt. Dazu kommt das Verbot von Urlaubsreisen. Seit dem 18. März ruht der Betrieb des Reisedienstes.

Vielversprechender Jahresbeginn

Dabei sei der Jahresanfang für das Lübbecker Traditionsunternehmen so vielversprechend gewesen, berichtet Margret Aschemeyer. „Unsere Katalogreisen waren so gut gebucht, dass wir komplette Planungssicherheit hatten. Es hat alles gepasst.“

Nicht nur die Busse, auch die Fahrer sind zum Nichtstun verdammt. Aschemeyer verfügt über 29 Arbeitskräfte, davon zwölf festangestellte Fahrer. „Die mussten wir mit Kurzarbeit nach Hause schicken“, sagt Margret Aschemeyer. Unter anderen Umständen wären die Fahrer jetzt zur Tulpenblüte auf dem Keukenhof unterwegs, am Bodensee oder auf der Insel Rügen. „Wir hatten so schöne Fahrten, auf die sich auch unsere Busfahrer bereits sehr gefreut haben“, sagt die Chefin.

„Wer reisen liebt, verschiebt“

Derzeit ist für sie viel Bürokram zu erledigen, etwa Rückzahlungen oder Umbuchungen von Kunden. Alle Reisen für März und April wurden abgesagt, die entsprechenden Kundengelder zurückgezahlt, umgebucht oder in Reisegutscheine verwandelt. „Wer Reisen liebt, verschiebt – wir setzen auf dieses Motto. Wir wünschen uns natürlich, dass möglichst viele Kunden ihre Reisen nicht stornieren, sondern verschieben“, sagt Margret Aschemeyer.

Sie verhandelt derweil mit Hotels, um die Vorauszahlungen zurückzubekommen. Familiengeführte Häuser seien da meist kulant, verlängerten die Stornierungstermine und zahlten die Hotelgelder zurück. Andere Betriebe würden die Gelder jedoch zunächst einfrieren. „Da muss weiterhin extrem verhandelt werden“, berichtet Margret Aschemeyer. Sie hofft, dass es für die Zeit nach dem 20. April jetzt bald Klarheit gibt, damit sie auch ihren Gästen konkrete Informationen geben kann, was aus den gebuchten Reisen wird. „Unser Dank gilt unseren Reisegästen, die uns mit ihrer Geduld, vielen positiven Gesprächen und Briefen, Gutscheinbuchungen und weiteren Reiseplanungen unterstützen“, sagt Aschmeyer. Und sie ist dankbar, dass auch das Fahrer- und Begleitteam Ruhe bewahrt hat.

Hoffen auf baldige Normalisierung

Das Unternehmen ist weiterhin telefonisch erreichbar. Margret Aschemeyer hofft, dass sich das wirtschaftliche Leben bald wieder normalisiert, weiß aber auch, dass Reisen und Urlaub für viele Menschen zum Luxussektor gehören und somit nicht an erster Stelle stehen, wenn der Alltag wieder hochgefahren wird. „Gesundheit und Wohlbefinden haben jetzt erstmal Priorität“, weiß die Unternehmerin.

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