Viele Menschen in Lübbecke nutzen gutes Wetter und freie Zeit für die Gartenarbeit
Im Baumarkt ist mächtig was los

Lübbecke (WB). In Zeiten von Corona haben die Menschen Zeit, um Haus und Garten zu verschönern. Das Geschäft in den Baummärkten boomt. Mit dem Kontakt- und Reiseverbot sieht der Alltag vieler Menschen derzeit anders aus. Sie haben plötzlich viel freie Zeit, die sie zu Hause verbringen müssen. Da liegt es nahe, endlich mal Sachen anzupacken, die schon lange erledigt werden wollten. Was man dazu braucht, findet man im Baumarkt.

Montag, 20.04.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 19:38 Uhr
Die Erzieherin Quenny Uetrecht hat bunte Gartenpflanzen gekauft, um zusammen mit ihren beiden Kindern den Garten frühlingshaft zu gestalten. Vor allem am Wochenende herrscht in Baumärkten derzeit Hochbetrieb. Foto: Eva Rahe
Die Erzieherin Quenny Uetrecht hat bunte Gartenpflanzen gekauft, um zusammen mit ihren beiden Kindern den Garten frühlingshaft zu gestalten. Vor allem am Wochenende herrscht in Baumärkten derzeit Hochbetrieb. Foto: Eva Rahe

Wenn man in diesen Tagen den Baumarkt an der Strubbergstraße in Lübbecke betritt, wird man als erstes von einem freundlichen Mann in gelber Weste darauf hingewiesen, einen Einkaufswagen mitzunehmen. Philipp Rosenthal aus Lübbecke arbeitet eigentlich als Fitnesstrainer und Ernährungscoach. Dass er zudem eine Ausbildung als Beschwerdemanager hat, kommt ihm bei seinem Job als Sicherheitsdienstleister entgegen. Freundlich aber bestimmt weist er darauf hin, dass es ohne einen Einkaufswagen keinen Einlass in den Baumarkt gibt. „Der Einkaufswagen dient dazu, den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand im Markt beizubehalten“, erklärt er. Die meisten Kunden würden das verstehen, Diskussionen gäbe es eher selten.

Schicherheitsdienst überwacht die Abstandseinhaltung

Am Eingang des Baumarktes werden die Kunden von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstleisters Exclusafe Security Management begrüßt.

Am Eingang des Baumarktes werden die Kunden von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstleisters Exclusafe Security Management begrüßt. Foto: Eva Rahe

Auf einen freundlichen Umgang legt auch Marktleiter Dimitri Frasch großen Wert. Er steht seinen Kunden für Fragen jederzeit bereit. Damit der Schutz von Mitarbeitern und Kunden gewährt werde, müssten natürlich auch im Baumarkt besondere Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden, erklärt er. Hierfür hätten sie Aufsteller mit Informationen und Verhaltensregeln, Markierungen auf dem Boden und weitere Maßnahmen zum Abstandhalten eingeführt. Die Kunden scheint das wenig zu stören. Geduldig warten die Menschen an der Kasse, bis sie an der Reihe sind.

Am Samstagmorgen ist viel los im Baumarkt, aber dafür sind auch alle Kassen geöffnet. „Unsere verkaufsstärksten Tage sind Montag, Freitag und Samstag, daran hat sich durch die Corona-Situation nichts geändert“, erklärt Dimitri Frasch. Und gekauft wird, was man für das Handwerkern in Haus und Garten so braucht. Von Leerrohren über Gartenerde, Pinseln und Farbtöpfen bis hin zum Sonnenschirm oder Blumenzwiebeln, alles wandert in die Einkaufswagen. Der Kunde habe Zeit, erklärt Frasch die Situation. So laufe der Verkauf in allen Bereichen gleich gut. Gefragt sei, was Haus und Heim verschönert.

„Wir haben jetzt Zeit und müssen diese sinnvoll nutzen“

Auch Michaela von der Ahe hat es an diesem Samstagmorgen in den Baumarkt gezogen. Mit ihrem E-Bike kam sie aus Hille geradelt, um Farbe zu kaufen. Bei ihr steht ein Außenanstrich am Haus an, den sie zusammen mit ihren beiden jugendlichen Kindern angehen will. Die Kinderkrankenschwester arbeitet eigentlich im Herzzentrum in Bad Oeynhausen, aber auch sie muss ihre Arbeit aufgrund der Corona-Situation jetzt anders einteilen. „Wir haben jetzt Zeit und müssen diese sinnvoll nutzen“, erklärt sie. Also hätten sie angefangen, Dinge zu erledigen, zu denen sie sonst nicht kämen. Und auf ihrem Bauernhof sei immer viel zu tun.

Ähnlich geht es auch Quenny Uetrecht, die als Erzieherin in einem Kindergarten arbeitet. Sie und ihr Mann haben im Baumarkt jede Menge Gartenpflanzen gekauft. „Möglichst bunt“, erklärt sie, dass sei das Wichtigste. „Bei dem schönen Wetter haben wir Lust und Zeit, etwas im Garten zu machen“, sagt Quenny Uetrecht. Und die Kinder müssten ja irgendwie beschäftigt werden, fügt sie an. Ihre beiden Kinder, acht und elf Jahre alt, hätten großen Spaß daran, den Garten zu bepflanzen und würden auch schon mitgestalten. Schnell sind die bunten Blumen im Kofferraum ihres Autos verstaut und dann geht es auf in den heimischen Garten nach Gehlenbeck.

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