3,1-Millionen-Euro-Projekt entsteht – Ausschuss tagt in der Stadthalle
Grünes Licht für Bauhof-Neubau

Lübbecke (ria/vw). Der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung ist erstmalig in der Stadthalle zusammengekommen. Finden die Sitzungen normalerweise im Rathaus statt, musste im Zeichen des Infektionsschutzes ein neuer Rahmen gefunden werden, um unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln eine öffentliche Sitzung abzuhalten. Im Mittelpunkt: der Neubau des Baubetriebshofes.

Samstag, 25.04.2020, 10:09 Uhr
Ungewohnte Umgebung: Die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung sind in dieser Woche erstmals in der Lübbecker Stadthalle zusammengekommen. Im Zeichen des Infektionsschutzes musste der nötige Abstand eingehalten werden. Foto: Ria Stübing
Ungewohnte Umgebung: Die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung sind in dieser Woche erstmals in der Lübbecker Stadthalle zusammengekommen. Im Zeichen des Infektionsschutzes musste der nötige Abstand eingehalten werden. Foto: Ria Stübing

Mit Pfeilen, die auf dem Boden des Foyers den Weg der Besucher lenkten, ausreichend Platz zwischen den einzelnen Sitzplätzen und einem mit Mikrofon ausgestattetem

Teilansicht des geplantes Baubetriebshofes.

Teilansicht des geplantes Baubetriebshofes.

Sprechplatz in der Mitte des Saales hatte sich die Stadthalle in einen „Corona“-Sitzungssaal verwandelt. Unter diesen Bedingungen beschlossen die Ausschussmitglieder bei drei Enthaltungen den Neubau des städtischen Baubetriebshofes an der Alsweder Straße.

In seiner Sitzung im November 2019 hatte der Bauausschuss die Verwaltung beauftragt, die Planungen zur baulichen Entwicklung voranzutreiben. Den Auftrag für die Planung des neuen Gebäudes erhielt das Architekturbüro Karl Lindstedt, hsi-planungs-GmbH. Dem politischen Votum ging eine Vorstellung des Projektes voran. Lindstedt beschrieb den Bau als „reines Funktionsgebäude“ und stellte „eine sehr schnelle Bauweise mit Betonfertigteilen“ in Aussicht.

Baukosten: 3,1 Millionen Euro

Die Kostenberechnung sieht aktuell eine Summe von 3,135 Millionen Euro für den Neubau vor, was Kosten von 1.566,47 Euro pro Quadratmeter ausmacht. Ratsmitglied Hans-Martin Berger (CDU) erfragte gezielt einige Details zur Planung. Unter anderem ging es ihm um die Dachkonstruktion, die ihm aufgrund negativer Erfahrungen mit Flachdachbauten in der Vergangenheit Sorge bereitet. Lindstedt verwies auf seine umfangreichen Erfahrungen mit Bauten dieser Art. Es habe keine der angesprochenen Probleme gegeben. Ob überdachte Fahrradständer für die Mitarbeiter geplant seien und welche Art Heizung für die Umkleideräume angedacht sei, wurde ebenfalls thematisiert. Das neue Gebäude ist für 25 Bauhofmitarbeiter zuzüglich der Kräfte im Büro ausgelegt.

„Vom Grundsatz her ist die Planung für uns okay“, leitete CDU-Fraktionschef Klaus Bernotat seinen Einwand ein und regte an, den zu fassenden Beschluss unter den Vorbehalt zu stellen, dass die Umsetzung des Bauvorhabens Priorität habe. Er begründete seine Bedenken in der aktuellen Situation insbesondere mit zu erwartenden geringeren Einnahmen. „Ich finde es nicht gut, bei einzelnen Maßnahmen Vorbehalte dranzuhängen“, widersprach ihm Finanzdezernent Dirk Raddy und erhielt Rückendeckung von Bürgermeister Frank Haberbosch: „Ich teile diese Meinung.“ Er ergänzte, dass es ein falsches Signal sei, jetzt die Investitionen zurückzufahren. „Wir wissen schon, wie wir unseren Job machen müssen“, bezog Haberbosch klar Stellung und verwies darauf, dass diese Entscheidungen Verwaltungssache seien. Bei drei Enthaltungen wurden die Pläne der Verwaltung verabschiedet.

Alter Gebäudebestand hat Mängel

Grund für den Neubau des Baubetriebshofes sind bauliche, aber auch strukturelle Mängel des alten Gebäudebestandes. Der heute für Werkstätten, Garagen und Büroflächen genutzte Bereich entlang der Alsweder Straße wurde ursprünglich als Postbusbahnhof genutzt und zuletzt 1998 überplant und baulich verändert. Entlang der Hahler Straße wurden ebenfalls verschiedene Gebäudeerweiterungen geplant und umgesetzt, zuletzt 1988/89 mit dem Bau einer großen Fahrzeughalle.

Die Entwicklung des Baubetriebshof aus vorhandenen und umgenutzten Gebäuden in Verbindung mit der schrittweisen Erweiterung des Gebäudebestandes entlang der Hahler Straße hatte zur Folge, dass das Betriebsgelände nicht optimal genutzt werden kann und der Gebäudebestand zum Teil die Erfordernisse eines modernen Betriebshofes nicht mehr erfüllt. Beispielhaft sei hier das Problem angeführt, dass aktuell Schlepper, Baumaschinen und große Laster nicht in die vorhandene Werkstatt einfahren können, da die Durchfahrts- und Deckenhöhen zu gering sind.

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