Nach Corona-Lockdown: Freibäder in Gehlenbeck und Espelkamp öffnen
Ein Stück zurück zur Normalität

Lübbecke/Espelkamp (WB). Stück für Stück kehrt nach dem Corona-Lockdown die Normalität zurück. Gleich zwei Beispiele dafür lieferte das vergangene Wochenende: Die Freibäder in Gehlenbeck und Espelkamp haben wieder geöffnet – allerdings unter erheblichen Hygienevorgaben.

Montag, 22.06.2020, 06:29 Uhr aktualisiert: 22.06.2020, 06:40 Uhr
Saisonauftakt im Waldfreibad Espelkamp: Florian Craig (Pro Waldfreibad) und Jens Nentwich (DLRG) machen den Anfang. Foto: Andreas Kokemoor
Saisonauftakt im Waldfreibad Espelkamp: Florian Craig (Pro Waldfreibad) und Jens Nentwich (DLRG) machen den Anfang. Foto: Andreas Kokemoor

Trotz guter Vorbereitung war bei den Mitarbeitern des Freibads Gehlenbeck doch eine leichte Aufregung doch zu spüren, als am Samstag pünktlich um 11 Uhr die Tore öffneten. Etwa 50 Badegäste warteten auf Abstand vor dem Eingang. Aber an der Kasse ging alles ganz reibungslos, obwohl für die Wiedereröffnung eigens ein neues QR-Code-System und ein EC-Kartensystem angeschafft worden waren. „Der Einlass funktioniert gut“, erklärte Betriebsleiter Frank Knickmeyer.

Einchecken mit dem Handy

Natürlich müssten sich sowohl Mitarbeiter als auch Badegäste erst mal auf das neue System einstellen, erklärte er weiter. Aber der Vorteil des QR-Code-Systems sei, dass man bequem mit seinem Handy aus einchecken könne. Man müsse sich allerdings vorab online registrieren und den Code herunterladen. „Ohne eine Registrierung kommt niemand ins Bad“, sagte Frank Knickmeyer. Die Registrierung diene dazu, die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Besucherdaten zu erleichtern.

Auch datenschutzrechtlich sei das elektronische System von großem Vorteil. Bei der großen Anzahl von Besuchern sei es wichtig, eine vernünftige Lösung für die Erfassung der Personendaten zu haben. Auch sei das System zum Erfassen einer großen Anzahl von Badegästen gut geeignet. Zwar könne man jetzt pro Tag nicht mehr so viele Personen ins Bad lassen wie sonst, aber immerhin doch 560 Badegäste gleichzeitig.

Auch beim Schwimmen gelte es, ein paar zusätzliche Regeln zu beachten. So müsse überall im Bad der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden, auch im Wasser. Damit sich beim Schwimmen niemand in die Quere kommt, hat der Betrieb für die 50-Meter-Bahnen eine so genannte Schwimmautobahn eingerichtet. „Das Besondere daran ist, dass es ein Überholverbot gibt“, erklärte der Betriebsleiter. Es sei zudem angedacht, die Bahnen nach Geschwindigkeiten einzuteilen, damit sich Genuss- und die Sportschwimmer nicht in die Quere kämen. Wer wissen will, wie voll es im Bad ist, kann sich auf der Homepage www.wbl-luebbecke.de/freibad-gehlenbeck informieren. So kann man unnötige Fahrten vermeiden.

Für die Badegäste war die Freude groß, dass es endlich wieder losgeht. Rosie Kasberger, die regelmäßig mit zwei Seniorengruppen zum Schwimmen kommt, erklärte, dass der Einschnitt doch sehr groß gewesen sei. „Viele sind heute hier, um zum ersten Mal wieder ins Wasser zu gehen. Wir können es kaum erwarten“, sagte sie und war schon Richtung Umkleide verschwunden.

In himmelbauen Farben

Auch das Waldfreibad Espelkamp hat am Samstagmorgen seine Tore zum ersten Mal geöffnet. Die Corona-Auflagen hatten dafür gesorgt, dass sich die Planungen hinzogen und dass diese Saison etwas ander sein wird als gewohnt. Hygiene, Abstand und strenge Auflagen begleiten die Schwimmbad-Besucher. An jedem Tag hat das Bad in Etappen geöffnet und wird für eine Weile geräumt, um desinfiziert zu werden.

Bürgermeister Heinrich Vieker bat um Verständnis für die Einschränkungen. „Unsere alte Dame trägt wieder ihr bestes Kleid“, freute sich das Stadtoberhaupt. Zusammen mit dem Vorstand und Ehrenamtlichen des Vereins Pro Waldfreibad, der das Bad betreibt, Betriebsleiter Bernhard Möhle sowie der DLRG schaute er aufs Wasser. Das Waldfreibad leuchtete in der Sonne in himmelblauen Farben. Der Anstrich des Beckens sei nur eine der vielen sichtbaren Arbeiten bei den Vorbereitungen zur neuen Waldfreibad-Saison gewesen. „Was wären wir ohne unsere ehrenamtlichen Helfer?“, fragte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Florian Craig. Sie hätten wieder viele Stunden geleistet, um den ganzen Bereich positiv zu gestalten. Craig vergaß nicht Marcel Bernert, Meister für Bäderbetriebe, zu danken, der seit diesem Jahr neu in Espelkamp ist. Außerdem schloss er in seinem Grußwort die DLRG Espelkamp um ihren Vorsitzenden Wolfgang Lange ein.

Wachleiter Moritz Gröting und die Wachgänger werden während der Saison wieder die Bademeister beim Wachdienst unterstützen. Der stellvertretende Vorsitzende der DLRG, Jens Nentwich, hob den Mut und Willen hervor, neue Wege zu gehen und trotz Corona-Auflagen das Waldfreibad in diesem Jahr zu öffnen. Bei gegenseitiger Unterstützung sei er davon überzeugt, dass die Saison erfolgreich verlaufe.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7461071?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F
Laschet oder Söder? Rätselraten um K-Frage
Markus Söder (hinten), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, neben Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Nachrichten-Ticker