Konzertreihe beginnt am 28. Juni – „Sommertour“ muss in diesem Jahr ausfallen
Orgelmusik erklingt in den Kirchen

Lübbecke/Espelkamp (WB). Freude und Zuversicht gehören seit jeher zum Wesen der geistlichen Musik. So ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Vorstöße zur Wiedererlangung des kulturellen Alltags von Seiten der örtlichen Kantoren ausgehen – allen voran Hans-Herrmann Grube, Kreiskantor im Kirchenkreis Lübbecke. Im Verbund mit seinen Kollegen Tobias Krügel aus Espelkamp und Thomas Quellmalz aus Rahden, ermöglicht durch die Unterstützung der GBSL-Stiftung, wurde ein anspruchsvolles kulturelles Programm ersonnen, welches fast ohne pandemiebedingte Abstriche, in nahezu gewohnter Öffentlichkeit stattfinden kann.

Donnerstag, 25.06.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 05:00 Uhr
Zu den Organisatoren des Orgelsommers 2020 gehören Achim Grube (GBSL, von links), Thomas Quellmalz (Rahden), Pfarrer Eberhard Helling, Heinz-Herrmann Grube und Tobias Krügel (Espelkamp). Trotz Corona hoffen sie auf sechs schöne Konzerte. Foto: Peter Götz
Zu den Organisatoren des Orgelsommers 2020 gehören Achim Grube (GBSL, von links), Thomas Quellmalz (Rahden), Pfarrer Eberhard Helling, Heinz-Herrmann Grube und Tobias Krügel (Espelkamp). Trotz Corona hoffen sie auf sechs schöne Konzerte. Foto: Peter Götz

Lediglich die geplante „Orgelsommertour“ nach Minden und die ursprünglich geplante Abschlussausstellung des ungarischen Künstlers Bela Gyalai erwiesen sich als nicht durchführbar und wurden auf das kommende Jahr verschoben. Übrig bleiben sechs Konzerte, drei in der St.-Andreas-Kirche und jeweils ein Konzert in der St.-Marien-Kirche in Blasheim, der Thomaskirche in Espelkamp und der Christuskirche in Isenstedt.

So sieht das Programm aus

Los geht es am 28. Juni an der Steinmann-Orgel in Lübbecke mit Heinz-Herrmann Grube, der zum Thema „Nur ein Kreuz!“ unter anderem Werke von Bach, Haydn, Gerlach und Buxtehude vorstellt. Für den Musiker und Theologen geht es dabei sowohl um die Bedeutung des christlichen Symbols in der Musik, als auch um eine Begegnung mit dem musikalischen 1#-Vorzeichen, welches in seiner ganzen Bandbreite, mal strahlend schön als G-Dur, mal schwermütig-traurig als e-Moll, erklingen wird.

Am 12. Juli geht es in Blasheim weiter unter dem Motto „Kirchenorgel & Keyboard – Zwei Tasteninstrumente im Dialog“. Marianne und Matthias Nagel spielen mit klanglichen Kontrasten und fließenden Übergängen im Spannungsfeld zwischen Klassik- und Popmusik.

„Im Gebet – Musik für Saxophon und Orgel“ geht es dann am 19. Juli in der Thomaskirche in Espelkamp Richtung Kammermusik. Die Lettinnen Liga Auguste und Santa Bukovska laden zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis mit Werken überwiegend zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten in die musikalischen Sphären des Baltikums.

In St-Andreas findet am 26. Juli ein Orgelkonzert mit Simon Obermeier statt. Auf dem Programm hat der 27-jährige gebürtige Lübbecker, der seit 2014 als Kantor und Organist in Hamburg tätig ist, Werke aus der Zeit vom 17. bis ins 20. Jahrhundert.

Mit Wiebke Müller, die an der Musikschule Pro Musica in Lübbecke unterrichtet, hat Heinz-Herrmann Grube eine Spezialistin für Renaissancemusik als Duett-Partnerin für das Konzert „...in dieser lieben Sommerzeit…“ in Isenstedt gewonnen. Von barocken, mitteleuropäischen Klängen über irische Einflüsse bis hin zum Jazz geben sich eine „kleine“ Blockflöte und die üppige „Königin der Instrumente“ ein Stelldichein am 2. August in der Christuskirche.

Begleitende Ausstellung muss ausfallen

„Orgelmusik aus Ungarn“ steht zum Abschlusskonzert dieses Orgelsommers am Samstag, 9. August, auf dem Programm. Zum Finale bittet Balázs Méhes aus Tiszakécske in die St-Andreas-Kirche. Der bekannte ungarische Kirchenmusiker und Dozent interpretiert Werke von Bach, Brahms, Homilius und Gárdonyi im Klangbild seiner Heimat. Ebenfalls aus Tiszakécske, der ungarischen Partnerstadt Lübbeckes, stammt der Maler und bildende Künstler Béla Gyalai. Eigentlich war er dazu ausersehen, die große traditionelle Abschlussausstellung des Orgelsommers mit seinen Bildern zu gestalten. Leider ist das in diesem Jahr eine nicht erfüllbare Aufgabe, was die Organisatoren genauso bedauern wie die Verschiebung der „Orgeltour“ mit Thomas Quellmalz und Mathias Johannmeier auf das kommende Jahr.

Wenigstens schmückt ein stimmungsvolles Landschaftsbild des Ungarn die Orgelsommer-Plakate beziehungsweise ein Ausschnitt davon das neue Programmheft. Eingeladen sind alle Freundinnen und Freunde der Orgelmusik, die einen Schritt in Richtung Kultur-Normalität gehen wollen. Eine Anmeldung für die Konzerte ist nicht erforderlich. Die Bänke in den Kirchen werden in nummerierte Sitzplätze aufgeteilt – eine inzwischen bewährte Methode aus dem Post-Lockdown-Gottesdienstgeschehen –, Gesichtsmasken sind nur auf dem Weg zu den Plätzen erforderlich und dürfen während der Konzerte gerne abgenommen werden. Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 18 Uhr. Weitere Infos unter www.kirchenkreis-luebbecke.de .

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