Kirch- und Orgelbauverein berichtet über Sanierungspläne – Vorstand gewählt
Der gesamte Boden in der Andreas-Kirche muss raus

Lübbecke (WB). Mit einer Gedenkminute für Horst Helmich ist die diesjährige Versammlung des Lübbecker Kirch- und Orgelbauvereins im Thomas-Gemeindehaus an der Alsweder Straße gestartet. Im gut durchlüfteten Raum, mit den exakt pandemiegerecht ausgerichteten Tischen, ging es zügig durch die Tagesordnung.

Montag, 29.06.2020, 05:00 Uhr
Der alte und gleichzeitig neue Vorstand des Kirch- und Orgelbauvereins besteht aus (von links): Friedrich Föst, Heinz-Herrmann Grube, Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer, Dr. Peter Groß, Ina Härtel und Eyke Blöbaum. Foto: Peter Götz
Der alte und gleichzeitig neue Vorstand des Kirch- und Orgelbauvereins besteht aus (von links): Friedrich Föst, Heinz-Herrmann Grube, Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer, Dr. Peter Groß, Ina Härtel und Eyke Blöbaum. Foto: Peter Götz

„Kurz und knackig“ berichtete der erste Vorsitzende über die letztjährigen Orgelfahrten nach Bielefeld und Ostfriesland, die großen Anklang fanden. Auch der „Orgelwein“ fand zahlreiche Abnehmer auf Konzerten in Lübbecke und Umgebung. Höhepunkt dabei war der Ausschank am Stand des Vereins am Reformationstag, an dem die Vorräte durch die zahlreichen Kirchgänger ordentlich dezimiert wurden. „Ziel ist, mit dem Orgelweinausschank auf den Kirch- und Orgelbauverein aufmerksam zu machen und das ganze Vorhaben auf breitere Füße zu stellen,“ verdeutlichte Friedrich Föst den Hintergrund des Weinverkaufs. Das ambitionierte Vorhaben ist nichts weniger als die bauliche Sanierung der Andreas-Kirche und einen Neubau der Orgel.

Sanierung soll stufenweise ablaufen

Genau zu diesem Zweck wurden einhergehend mit der Umbenennung in der letzen Jahreshauptversammlung auch die Vereinsziele erweitert, was offensichtlich auf der schlichten Einsicht beruhte, dass ohne eine bauliche Lösung der Feuchtigkeitsprobleme der Kirche die Investition einer neuen Orgel nicht sehr sinnvoll wäre.

Die bis zu diesem Zeitpunkt erzielten Rücklagen bleiben an die Orgel gebunden, die stolze Summe von 100.000 Euro wurde bereits im November an die Kirchengemeinde überwiesen. Auch kamen im Verlauf dieses Jahres bereits 78.000 Euro aus Spenden und Vermächtnissen hinzu. „Zusammen mit den Rücklagen, die wir bis dahin gebildet haben kommen wir auf rund 200.000 Euro. Das ist etwa schon ein Fünftel der Summe, die wir dafür anberaumt haben,“ sagte Föst.

Auf den neuesten Stand der Erkenntnisse hinsichtlich der kirchlichen Bausubstanz setzte Baukirchmeister Eyke Blöbaum die Anwesenden. Auf Grundlage zahlreicher Messungen und daraus resultierenden Gutachten wurde ein Konzept für die stufenweise Sanierung erarbeitet. In der ersten Baustufe werden die im Hang stehenden Gebäudeteile im Süden und Südwesten und ein verborgener Heizungskeller von außen abgedichtet. Im Zweiten Abschnitt erfolgt die Innenraumsanierung. „Dabei ist es erforderlich, dass wir den kompletten Boden in der Kirche aufnehmen, das heißt, alles was da drin steht muss raus,“ beschreibt der Vereinskassierer das geplante Vorgehen.

Neuer Vorstand wurde gewählt

Unter den Holzpodesten und der Magerbeton-Bodenplatte befindet sich Erdreich, weiter darunter ein größeres Lehm-Vorkommen, was nach den Erkenntnissen aus den Probebohrungen den hohen Wassergehalt im Material und in der Raumluft verursacht. Geplant ist ein Aushub der 750 Quadratmeter großen Grundfläche bis zu einer Tiefe von 60 Zentimeter, eine fachgerechte Verfüllung und der Wiederaufbau der Bodenplatte, inklusive einer zukunftsfähigen Infrastruktur für die Gebäudetechnik. Bodenbeläge, Anstriche, Fenster- und Tür-Sanierung sollen dann im nächsten Schritt folgen. Über die Pläne wird am 24. August in einer Gemeindeversammlung beraten werden.

Bei der jüngsten Versammlung wurde auch der Vorstand neu gewählt. Dabei wurden unter der Ägide von Heinz-Herrmann Grube die bewährte Vorstandsgruppe rund um Friedrich Föst (1. Vorsitzender), Dr. Peter Groß (2. Vorsitzender), Eyke Blöbaum (Kasse) und Ina Härtel (Schriftführerin) in ihren Ehrenämtern bestätigt. Der Kantor selbst, der ex officio dem Vorstand angehören darf (aber nicht muss), erklärte seine Bereitschaft, weiter an der Vorstandsarbeit mitzuwirken. Neue Kassenprüferin wird Ina Klein.

Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer wird Ehrenvorsitzender

Der Höhepunkt der Veranstaltung war die Ernennung von Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer zum Ehrenvorsitzenden. Der international tätige Organist, Dirigent, Hochschullehrer, Präsident des Landesmusikrates Niedersachsen und Ehrenmitglied des Deutschen Musikrates wuchs in Lübbecke auf. Er gehört seit 2014 dem Verein an. „Mehr Orgel geht glaube ich nicht,“ brachte es Peter Groß in einer kurzen Eloge auf den Punkt. Der Geehrte setzte sich mit großem Engagement und höchster Sachkenntnis sowohl durch akribische Recherche, Veröffentlichungen und Expertisen, als auch durch seine große Erfahrung bezüglich der Einwerbung von Spenden und Fördermitteln, für die Belange des Vereins und die Andreas-Kirche ein. Dafür gab es die Ernennungsurkunde und eine Jutetasche mit Spezialitäten aus Lübbecke, die von Friedrich Föst überreicht wurde.

Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer (links) erhält von Friedrich Föst seine Ernennungsurkunde und eine gut gefüllte Tasche mit Lübbecker Spezialitäten.

Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer (links) erhält von Friedrich Föst seine Ernennungsurkunde und eine gut gefüllte Tasche mit Lübbecker Spezialitäten. Foto: Peter Götz

Die nächsten Termine für Orgel(wein)freunde sind der 28. Juni, der 26. Juli und der 8. August, wo jeweils im Anschluss an die Orgelsommer-Konzerte ein Ausschank stattfindet. Weiterhin ist für den 5. September eine Exkursion nach Hannover unter der Regie von Hans-Herrmann Grube und Karl-Jürgen Kemmelmeyer geplant. Am 11. Dezember steht zum Jahresschluss ein Benefizkonzert des Schützenmusikcorps unter Leitung von Uwe Grothus an.

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