Wohnmobile boomen – Nachfrage nach Kauf und Vermietung gestiegen
Mindestabstand inklusive

Lübbecke/Twiehausen (WB/vw). Wohnmobile boomen: 2277 Ferienhäuser auf Rädern waren nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes zu Jahresanfang 2020 im Kreis Minden-Lübbecke registriert. Das ist ein neuer Höchstwert.

Samstag, 18.07.2020, 04:02 Uhr aktualisiert: 18.07.2020, 15:38 Uhr
Leyla Siebeking sitzt in einem der zehn Fahrzeuge von Wohnmobile Lübbecke. Wenig später ist auch dieses Wohnmobil vermietet, die Nachfrage ist stetig gewachsen. Foto: Viola Willmann
Leyla Siebeking sitzt in einem der zehn Fahrzeuge von Wohnmobile Lübbecke. Wenig später ist auch dieses Wohnmobil vermietet, die Nachfrage ist stetig gewachsen. Foto: Viola Willmann

Diesen Boom bestätigt auch Leyla Siebeking von Wohnmobile Lübbecke. „Es gab in den vergangenen Jahren eine erhöhte Nachfrage, aber das jetzt mit Corona noch mal mehr geworden“, sagt sie. Es würden wesentlich mehr Wohnmobile gekauft. „Bei den Vermietungen ist der Trend noch deutlicher“, berichtet Leyla Siebeking.

Zwar seien die Wohnmobile derzeit ausgebucht, trotzdem bekommt der Lübbecker Verleih noch zahlreiche Anfragen. „In den Ferien besonders von Familien, deren Auslandsurlaub vielleicht geplatzt ist und die jetzt doch noch spontan in den Urlaub wollen.“ Schließlich sei man mit einem Wohnmobil sehr flexibel und könne spontan entscheiden, wo die Reise hingehen soll. So könne man durch die Aufhebung der Reisebeschränkung nun auch wieder nach Kroatien oder Dänemark fahren. So schön der Boom für das Geschäft ist, so gab es zu Beginn der Corona-Krise natürlich auch zahlreiche Stornierungen von Buchungen. „Als man noch nicht reisen durfte, mussten wir viel absagen“, sagt Siebeking.

Zahl hat sich fast verdoppelt

Im Kreis Minden-Lübbecke hat sich die Zahl der angemeldeten Wohnmobile von 2009 bis heute fast verdoppelt, sie stieg um 985 Fahrzeuge auf eben 2277. Der Kreis liegt damit in der Wohnmobil-Bundesliga mit seiner Wohnmobildichte von 7,33 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner auf Platz 201 von 400 ausgewerteten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen. Eine hohe Nachfrage war schon seit Jahresbeginn angesagt. Im Mai wuchsen die Neuzulassungen um 29,1 Prozent. Vermutlich werden sich die stolzen Besitzer jetzt ärgern: Bei Preisen vom im Schnitt 70.000 Euro wären die drei Prozent weniger Mehrwertsteuer ab Juli mit 2000 Euro und mehr (je nach Kaufpreis) ein schönes Urlaubsgeld gewesen. Dank Diesel unter der Haube sind die meisten Wohnmobile durchaus Kilometerfresser. Und sie sind nachhaltig, weil sie lange halten. Denn dass der Bestand immer weiter steigt, hängt auch damit zusammen, dass nur wenige Wohnmobile verschrottet werden.

Vorreiterrolle bekommen

Mit Corona bekommen die Wohnmobile derzeit eine Vorreiterrolle: Kaum, dass die Devise nicht mehr „Bleibt zuhause“ lautete, gingen die ersten wieder auf Achse. Mindestabstand sozusagen inklusive. Und der Vorteil, dass eigene Heim immer dabei zu haben, ohne auf eine andere Unterkunft angewiesen zu sein, ist natürlich besonders in dieser Zeit nicht von der Hand zu weisen.

Das weiß auch Uwe Dittmann vom Autohaus Pieper in Twiehausen: „Coronabedingt sind die Wohnmobile eine ordentliche Alternative zum Mallorca-Urlaub.“ Seit 40 Jahren hat das Autohaus den Verkauf und Verleih von Wohnwagen- und mobilen im Angebot. „Unserer Kundschaft ist querbeet, junge Pärchen, Familien mit Kindern, aber auch ältere Herrschaften, da ist alles dabei“, sagt Uwe Dittmann. 90 Prozent blieben derzeit aber in Deutschland – klassisch geht es dann an die Nord- oder Ostsee oder Richtung Bayern. „Wir hatten aber gerade auch jemanden, der nach Schweden gefahren ist, der musste dann erst mal in Quarantäne.“

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