„In NRW ganz oben“ – Altkreis-Kommunen und Gemeinde Hille starten Kooperation
Sieben für den regionalen Tourismus

Lübbecke/Stemwede (WB). Die Städte und Gemeinden im Westen des Kreises Minden-Lübbecke haben zusammen ein, wie sie sagen, „Aufsehen erregendes Kapitel interkommunaler Zusammenarbeit“ aufgeschlagen. Mit der Gründung des Vereins „Tourismusverband Sieben“ wollen Espelkamp, Hille, Hüllhorst, Lübbecke, Preußisch Oldendorf, Rahden und Stemwede künftig gemeinsames Tourismusmarketing betreiben und das Lübbecker Land zu einer Ausflugs- und Wochenenddestination entwickeln.

Freitag, 14.08.2020, 23:19 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 23:22 Uhr
Werden zukünftig gemeinsames Tourismusmarketing für den Westen des Kreises betreiben: (von links) Björn Horstmeier (Espelkamp, stellvertretend für Heinrich Vieker), Michael Schweiß (Hille), Frank Haberbosch (Lübbecke), Kai Abruszat (Stemwede), Bernd Rührup (Hüllhorst), Dr. Bert Honsel (Rahden) und Marko Steiner (Preußisch Oldendorf). Foto: Tourismusverband Sieben
Werden zukünftig gemeinsames Tourismusmarketing für den Westen des Kreises betreiben: (von links) Björn Horstmeier (Espelkamp, stellvertretend für Heinrich Vieker), Michael Schweiß (Hille), Frank Haberbosch (Lübbecke), Kai Abruszat (Stemwede), Bernd Rührup (Hüllhorst), Dr. Bert Honsel (Rahden) und Marko Steiner (Preußisch Oldendorf). Foto: Tourismusverband Sieben

Bei ihrer Versammlung im Leverner Hotel Meyer-Pilz unterzeichneten die Bürgermeister des Altkreises Lübbecke und der Gemeinde Hille die Urkunde, die die Vereinsgründung besiegelt. Einzig das Espelkamper Stadtoberhaupt Heinrich Vieker musste sich urlaubsbedingt vertreten lassen, hatte aber bereits im Vorfeld seine Bereitschaft erklärt, die Wahl in ein Vorstandsamt gegebenenfalls anzunehmen. Zum Vorsitzenden wählte die Versammlung Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch. Seine beiden Stellvertreter werden Bernd Rührup (Hüllhorst) und Kai Abruszat (Stemwede) sein. Den Vorsitz des in der Satzung vorgesehenen, noch zu gründenden Beirats wird der Preußisch Oldendorfer Bürgermeister Marko Steiner übernehmen.

Um die Potenziale der Region vor allem auf den Gebieten Radtourismus und Wandern, Kultur sowie Natur und Gesundheit zu heben und die Region als Markendestination für Kurzreisen, Wochenend- und Tagestourismus zu etablieren, sollen eineinhalb Vollzeit-Stellen für die professionelle Umsetzung geschaffen werden, teilt die Lübbecker Stadtverwaltung mit. Ziel ist es, die touristische Wertschöpfung merklich zu erhöhen sowie Auslastung und Umsätze der touristischen Leistungsträger zu steigern. „Die Corona-Krise hat nicht zuletzt Hotels und Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen besonders hart getroffen“, konstatiert der frisch gewählte Vorsitzende Frank Haberbosch, „wenn es also einen richtigen Zeitpunkt gibt, auf diesem Gebiet ein starkes Zeichen zu setzen, dann ist er wohl genau jetzt.“

Förderung durch das Land

Die gemeinsame Initiative soll nicht nur die Ressourcen der beteiligten Kommunen bündeln, die jede für sich nur schwer in der Lage wären, ein schlagkräftiges Tourismusmarketing zu betreiben – etwa mit einem eigenen Stand auf Messen zu werben. Ziel ist auch, eine gemeinsam wahrgenommene „Unwucht“ im Mühlenkreis zu beseitigen: Während die Städte Bad Oeynhausen, Minden, Petershagen und Porta Westfalica in Kooperationen mit Destinationsmarken wie der Mittelweser oder dem Weserbergland angebunden sind, fehlt es im Westen des Kreises an einer übergreifenden Vermarktung im teilregionalen Raum.

Nicht zuletzt soll die Vereinsgründung auch im Sinne eines Standortmarketings nach innen strahlen und den Lebenswert der Region unterstreichen. „Die Botschaft an unsere Bürgerinnen und Bürger lautet: Wir leben an einem Ort, an dem andere Urlaub machen – und wir haben allen Anlass, stolz auf unseren Flecken Heimat zu sein“, so Kai Abruszat.

Der Gründung waren mehrere Monate Vorarbeit in den Rathäusern vorausgegangen, die dazu geführt haben, dass der neue Verein gleich „in die Vollen“ gehen kann. So liegt bereits eine Förderzusage im Rahmen des Programms „Vital.NRW“ bis zum 31. Dezember 2022 vor. Demnach fördert das Land den Verein im Rahmen eines „Vital.NRW“-Projekts in Höhe von rund 200.000 Euro. Bei geschätztem Gesamtaufwand von 308.000 Euro beträgt der von den Kommunen gemeinsam aufzubringende Eigenanteil etwa 108.000 Euro. Diese Mittel hatten die politischen Gremien der beteiligten Kommunen bereits im Vorfeld bewilligt.

Dauerhafter Effekt soll erzielt werden

Zum Ablauf des Förderzeitraums, so die Stadt Lübbecke, soll eine Bewertung vorgenommen werden, ob mit den gemeinsamen Bemühungen ein dauerhafter Effekt für die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung der Region erzielt werden kann. In Betracht gezogen wird, dass es dann auch komplett eigenfinanziert weiter geht.

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