Die Lübbecker Torsten und Julia Hartmeier haben Mischlingsrüden aus Bulgarien – mit Video
Der „singende“ Hund

Lübbecke (WB). Ein Leben ohne Hund können sich Torsten Hartmeier und seine Tochter Julia aus Lübbecke überhaupt nicht mehr vorstellen. Als ihre beiden Hunde im hohen Alter verstorben waren, wollten sich die beiden Hundeliebhaber zunächst kein neues Tier anschaffen. Der Schmerz über den Verlust ihrer Lieblinge saß auch nach Wochen und Monaten noch zu tief. Erst eine Patientin – Torsten Hartmeier ist Heilpraktiker – brachte die Hartmeiers wieder auf den Hund.

Freitag, 25.09.2020, 23:20 Uhr
Torsten Hartmeier und seine Tochter Julia haben den kleinen Matti aus Bulgarien geholt. Der Mischlingsrüde hat ein ganz besonderes Talent. Immer, wenn eine bestimmte Melodie erklingt, beginnt er zu „singen“. Foto: Martin Nobbe
Torsten Hartmeier und seine Tochter Julia haben den kleinen Matti aus Bulgarien geholt. Der Mischlingsrüde hat ein ganz besonderes Talent. Immer, wenn eine bestimmte Melodie erklingt, beginnt er zu „singen“. Foto: Martin Nobbe

Sie wusste um das Schicksal der Hunde von Torsten Hartmeier und berichtete ihm von einer Frau in Bulgarien, die sich um Straßenhunde kümmert. Das Schicksal der Straßenhunde ging nicht nur Torsten Hartmeier sehr nah, sondern auch seiner Tochter Julia, die sich schon immer einen eigenen Hund gewünscht hatte.

In Burgas (Bulgarien) waren gerade sechs Mischlingswelpen, vier Rüden und zwei Hündinnen, gestrandet. Über eine Videoschalte konnten die Vierbeiner  von den Hartmeiers in Augenschein genommen werden. Der kleine Rüde Matthias, ein Mischlingsrüde, hatte es ihnen direkt angetan. Über eine Distanz von 2500 Kilometern hatte Matthias, der von Familie Hartmeier in Matti umgetauft wurde, ihnen den Kopf verdreht. Im Juli ging Matti dann im Auto auf die lange Reise nach Lübbecke.

Unter den Fittichen von Vater und Tochter Hartmeier hat sich der kleine Matti gut entwickelt und weiß inzwischen auch dank der Hundeschule „dogtrainPlus“ in Preußisch Oldendorf, wo er unterrichtet wird, wie Hund sich in der Öffentlichkeit zu benehmen hat. „Wir haben uns mit Matti nicht nur einen lieben und dankbaren Hund ins Haus geholt, sondern auch einen, der singt“, berichtet   Torsten Hartmeier. Und das meint er nicht als Witz. „Wenn auf dem Handy meiner Tochter die Melodie ‚Dream it Possible‘ erklingt, fängt Matti an zu singen“, erzählt der Lübbecker weiter. Aber das tue der Hund nicht ohne Grund. Denn die Melodie stammt von Mattis Ziehmutter, wo er geboren wurde. „Immer wenn die Frau angerufen wurde, erklang die Melodie als Handyklingelton.“

Schon immer Hunde geliebt

Schon seit mehr als 30 Jahren hat Torsten Hartmeier Hunde. „Zuerst hatte ich eine Collie-Hündin. Danach habe ich mich nach etwas größeren Hunden umgeschaut und mir mit dem Rüden Paul eine Dogge im zarten Welpenalter von zehn Wochen ins Haus geholt“, berichtet er. „Wir waren ein Herz und eine Seele.“ Mit ihrem Herrchen an der Seite entwickelte sich die Dogge prächtig. Paul war neun Jahre alt, als er so langsam keine Lust mehr auf lange Spaziergänge hatte. Ein junger Artgenosse sollte der Dogge wieder neuen Lebensmut einhauchen. Auf der Suche nach einem geeigneten Partner für Paul war Torsten Hartmeier dann über das Internet auf einen Hundehalter in Bad Oeynhausen aufmerksam geworden. Im Internet präsentierte dieser ein Foto eines Welpen, welche das Herz des Hundeliebhabers aus Lübbecke höher schlagen ließ. „Ich habe mich sofort in den Hund verliebt und ihn nach Hause geholt“, erinnert sich Torsten Hartmeier.

Bei dem Hund aus Bad Oeynhausen handelte es sich um einen „Unfallhund“, sagt Torsten Hartmeier lachend. Der Rüde war ein Minibullterrier und die Hündin eine  sehr zierliche Jack-Russell-Terrier-Hündin, die gleich sieben Welpen das Leben geschenkt hatte. „Ich haben mich dann für das Mädchen aus dem Internet entschieden und es auf den Namen Molly getauft.“ Molly und Paul kamen sich rasch näher, und so kam es, wie es kommen sollte. Molly hauchte dem alten Paul für 18 Monate neuen Lebensmut ein.  Dann starb Paul im Alter von elf Jahren und sorgte nicht nur bei seinem Herrchen für tiefe Trauer, sondern auch bei der Hündin Molly.

Sie sollte aber nicht lange allein bleiben. Das Schicksal spielte Regie, als Torsten Hartmeier mit der Eurobahn in Richtung Bielefeld unterwegs war und mit einem Zugbegleiter ins Gespräch kam, der gerade junge Doggen im Angebot hatte. „Ich bin hin, habe mir aus dem Wurf eine junge Hündin im Alter von zehn Wochen geholt und auf den Namen Luna getauft.“ Daheim in Lübbecke angekommen, sei zwischen den Hunden aber alles andere als Friede, Freude, Eierkuchen gewesen. „Meine Molly war zuerst überhaupt nicht begeistert. Sie war die ersten Tage richtig sauer auf mich“, berichtet Torsten Hartmeier. Dann aber haben sich Molly (11) und Luna (9) richtig lieb gewonnen und hielten bis zu ihrem Tod zusammen wie Pech und Schwefel. Nur wenn es daheim um die Rangordnung ging, dann ließ die kleine Molly keinen Zweifel  daran aufkommen, dass sie nach wie vor die Nummer eins war.

Video: Martin Nobbe

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