Theaterstart in Lübbecke vor 178 Besuchern mit gelungener Komödie
Spritzig und temporeich

Lübbecke (WB). Nach längerem Dornröschenschlaf ist am Samstagabend das Theaterleben in der Lübbecker Stadthalle zu einem zarten Wiedereinstieg erwacht – mit der Komödie „Ich hasse dich, heirate mich“. Gemäß den Hygieneregeln gelangten die 178 Theatergäste über vier separate Eingänge in den pandemiegerecht bestuhlten Saal.

Montag, 19.10.2020, 02:00 Uhr
Komödienzeit in Lübbecke: Nachbarin Frau Otto (Manon Straché, links) kann mit ihrer liebevoll-penetranten Neugier und Geschwätzigkeit Single-Frau Kerstin (Sarah Matberg) zwischendurch auch mal gehörig auf die Nerven gehen. Foto: Peter Götz
Komödienzeit in Lübbecke: Nachbarin Frau Otto (Manon Straché, links) kann mit ihrer liebevoll-penetranten Neugier und Geschwätzigkeit Single-Frau Kerstin (Sarah Matberg) zwischendurch auch mal gehörig auf die Nerven gehen. Foto: Peter Götz

Dort ging es mit einer kurzen Ansprache von Frank Haberbosch pünktlich los, natürlich nicht ohne die Überreichung zweier Blumensträuße an die Kulturringvorsitzende Irina Niedringhaus und an Barbara Ramroth-Bode, die den Abend organisatorisch leitete. Der Bürgermeister bedankte sich damit ausdrücklich bei allen Aktiven des Kulturrings Lübbecke. „Sie geben immer alles, damit wir in Lübbecke tolles Theater erleben können, darauf sind wir hier sehr stolz“, so Haberbosch.

Das Öffnen des Vorhangs enthüllte ein helles Einzimmerappartement, wie es eine junge Single-Frau wohl in jeder Stadt bewohnen könnte. Hochbett, Badewanne, Kühlschrank, Radio und Laptop, meist in hellen Farben. Doch mit der Gemütslage der Bewohnerin stand es nicht zum Besten. Mietshaus, Shutdown, Freund weg – ganz schön viel auf einmal für die attraktive Online-Tanzlehrerin im Homeoffice. Dazu ein neuer, unnahbarer Mieter in der Wohnung unter ihr und die überaus naseweise ältere Dame aus dem Parterre. Für Kerstin (Sarah Matberg) ist es höchste Zeit, der drohenden Vereinsamung mit einem möglichst genialen Plan zu begegnen.

Kurzweilige Inszenierung

Anstatt sich in einen netten Mann zu verlieben, beschließt sie, ihr Herz an jemanden zu hängen, den sie sowieso nicht ausstehen kann, dann bliebe ihr wenigstens am Ende die obligatorische Enttäuschung erspart. Dieser Jemand ist niemand anderes als der pedantische Neu-Mieter Felix Schwarz (Florian Battermann), der, zu allem Überfluss, gerade ein Fachbuch über das Tanzen schreibt.

Dieses unverschämte Einmischen in ihr ureigenes Metier quittiert Kerstin mit relativ unorthodoxen Annäherungsversuchen, um ihn auf ihre ganz spezielle Weise zu umgarnen. Auch Frau Otto (Manon Straché, unter anderem bekannt aus der TV-Serie „Girl friends“) mit ihrer liebevoll-penetranten Neugier und Geschwätzigkeit trägt ihren Teil zum Gelingen des Plans bei, bei dem sich am Ende natürlich alle in den Armen liegen, zumindest theoretisch, denn in der Praxis ist das aufgrund der Hygieneregeln leider nicht mehr zulässig.

Eine spritzige Komödie in vier Akten, hervorragend interpretiert von zwei hinreißenden Schauspielerinnen, dem Autor selbst und so temporeich dargeboten, dass sie auf einmal, gefühlt viel zu früh, zu Ende ist.

Eine Hommage an Abba am 28. Oktober

Eigentlich schade, dass der Vierakter so schnell über die Bühne ging, denn was die Schauspielprofis rüberbrachten, war durchaus ein Genuss. Schöne Tänzerinnenbeine im Zusammenspiel mit Lockenwicklern, Toilettenpapier, Wodka und spielerischer Leidenschaft – eine wirklich gute Mischung. Da hätten die Autoren Jan Bodinus und Florian Battermann gern noch ein Kapitel drauflegen können.

Das nächste Veranstaltungs-Kapitel in der Lübbecker Stadthalle schlägt der Kulturring voraussichtlich am 28. Oktober auf, wenn sich um 20 Uhr der Vorhang für „Dancing Queen - eine Hommage an Abba“ heben wird. Weitere Informationen über das Programm des Kulturrings Lübbecke unter www.kulturring-luebbecke.de.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7637896?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516047%2F
41 Bewohner positiv getestet
41 Bewohner und 15 Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheimes Jordanquelle in Bad Lippspringe sind bis Montag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Heimleitung steht nach eigenen Angaben in ständigem Austausch mit dem Gesundheitsamt. Foto: Oliver Schwabe
Nachrichten-Ticker