Arbeitslosenquote im Kreis Minden-Lübbecke deutlich über Vorjahresniveau
Arbeitsmarkt weiter unter Druck

Lübbecke (WB). Die Arbeitslosigkeit im Geschäftsstellenbezirk Lübbecke der Agentur für Arbeit Herford hat sich von September auf Oktober um 136 auf 2605 Personen verringert. Das waren 470 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Oktober 4,5 Prozent – vor einem Jahr belief sie sich auf 3,7 Prozent. Dabei meldeten sich 507 Personen neu oder erneut arbeitslos, 60 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 634 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+23).

Freitag, 30.10.2020, 05:00 Uhr
Der Arbeitsmarkt hat sich zwar leicht erholt, steht aber coronabedingt immer noch unter großem Druck. Foto: dpa
Der Arbeitsmarkt hat sich zwar leicht erholt, steht aber coronabedingt immer noch unter großem Druck. Foto: dpa

„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Die übliche Herbstbelebung spielt eine wesentliche Rolle. Mit Blick auf die Bewegung in der Arbeitslosigkeit zeigt sich das in der guten Entwicklung der Zu- und Abgänge in und aus der Erwerbstätigkeit“, sagt Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur. „Wir sehen in der Folge eine Abnahme in fast allen Personengruppen. Insbesondere der starke Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit zum Vormonat ist erfreulich, denn es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, dass Jugendliche nicht verloren gehen.“

Unter Druck

Die Expertin betont aber auch: „Die Entwicklungen der letzten Wochen haben gezeigt: Die Corona-Pandemie bleibt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und hat dementsprechend auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. So bleibt trotz des Herbstaufschwungs der Arbeitsmarkt durch die Corona-Pandemie deutlich unter Druck. Sichtbar wird dies unter anderem durch die im Vergleich zum Vorjahresmonat hohe Arbeitslosigkeit. Aktuell verzeichnen wir nicht nur bei der Arbeitslosigkeit, sondern auch bei der Kurzarbeit im Vergleich zum Frühjahr eine positive Entwicklung. Ob und in welchem Umfang sich diese Entwicklung fortsetzen wird, ist in der momentanen Situation schwer prognostizierbar. Deshalb setzen wir weiterhin alles daran, sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber möglichst gut zu unterstützen, insbesondere in der Weiterbildung und Qualifizierung.“

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 5850 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Plus von 64 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 5344 Abmeldungen von Arbeitslosen (–271). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Oktober um 72 Stellen auf 1161 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es zwölf Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Oktober 327 neue Arbeitsstellen, 150 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2416 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 715.

Kurzarbeit

Im Oktober (Stand vom 25. Oktober) wurden von Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke 39 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 382 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vormonat war die Anzahl der Anzeigen identisch, betroffen sind allerdings 47 Personen weniger.

Zudem sind in diesem Monat erste hochgerechnete Zahlen zur realisierten – also bereits abgerechneten und damit auch durchgeführten – Kurzarbeit für den Monat Mai im Kreis Minden-Lübbecke bekannt. Demnach gab es vor Ort im Monat Mai 1887 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 25.046 betroffene Kurzarbeiter. Das sind 290 Betriebe weniger, jedoch 3659 mehr betroffene Kurzarbeiter als im April. Für den Agenturbezirk Herford (Kreise Herford und Minden-Lübbecke) liegen erste Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat Juni vor. Demnach waren im Juni in beiden Kreisen 2747 Betriebe mit 33.030 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 811 weniger Betriebe und 12.931 weniger Kurzarbeiter als im Mai.

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