Investitionspauschale steht jetzt auch für nicht kommunale Sportstätten zur Verfügung – Skateanlage wird geplant
Lübbecker Vereinsprojekte neu im Fokus

Lübbecke -

Mehr Handlungsspielräume und Eigenverantwortung für die heimischen Sportvereine – dieses Signal hat der Lübbecker Jugend- und Sportausschuss in seiner jüngsten Sitzung gesendet.

Donnerstag, 04.03.2021, 05:28 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 07:16 Uhr
Jetzt geht es an die Planung: Die Skateanlage an der Roten Mühle soll erweitert werden.
Jetzt geht es an die Planung: Die Skateanlage an der Roten Mühle soll erweitert werden. Foto: Ria Stübing

Bei gleich mehreren Beschlüssen ging es darum, dass Vereine besser von öffentlichen Fördergeldern profitieren, um ihre Sportstätten modernisieren oder umbauen zu können.

Öffnung der Sportpauschale

Zunächst gab es einen Grundsatzbeschluss zur Öffnung der Sportpauschale für den Vereinssport in Lübbecke. Wenn auch die weiteren politischen Gremien zustimmen – und davon ist nach diesem einstimmigen Votum auszugehen –, dann wird in Lübbecke künftig die 82.000 Euro hohe jährliche NRW-Sportpauschale nicht mehr zentral von der Stadt ausschließlich für kommunale Anlagen verwendet. Auch die Vereine können damit dann Investitionen in ihre Vereinsheime oder Sportplätze vornehmen. Die Mittel dürfen auch angespart werden.

Aufgrund der hohen Flexibilität der Sportpauschale wird es gute Lösungen für den gesamten Sport in Lübbecke geben.

René Husemeier (SPD)

René Husemeier (SPD) lobte, dass es mit dieser Entscheidung mehr Spielräume für den organisierten Sport mit seinen mehr als 10.000 Mitgliedern in Lübbecke geben werde. Es sei wichtig, Investitionen in Infrastrukturen zu begleiten. Husemeier: „Sicherlich wird in den zukünftigen Jahren abgewogen werden müssen, in welche Sportstätten und in welche Baumaßnahmen die Mittel der Sportpauschale fließen. Allerdings wird es auch vor allem aufgrund ihrer hohen Flexibilität gute Lösungen für den gesamten Sport in Lübbecke geben.“ Er nannte den Beschluss richtungsweisend.

Stadtsportverbandsvorsitzender Reinhold Wöstehoff zeigte sich dankbar über die Entscheidung. Wichtig sei den Vereinen, ein Mitspracherecht bei der Verwendung der Mittel zu haben. Durch das Landesförderprogramm „Moderne Sportstätte“ sei zudem der Bedarf bei den vereinseigenen Objekten deutlich geworden.

Auf die Frage von Bernd Sasse-Westermann (Lk), wie die Prioritäten bei den Entscheidungen gesetzt würden, sagte Hauptdezernent Philipp Knappmeyer, dass die Stadtverwaltung auf eine detaillierte Priorisierung verzichten würde, um Spielraum zu behalten. Auf keinen Fall sollte es zu einem Gegeneinander von städtischen und vereinseigenen Sportstätten kommen. „Im Grunde erweitern wir mit diesem Beschluss unser Spektrum“, sagte Knappmeyer zusammenfassend. „Wir blicken nun auch auf vereinseigene Sportstätten und nehmen auch solche informellen wie den Skatepark dazu.“

Stadt schießt Geld dazu

Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde eine Sonderförderung an sieben heimische Sportvereine in Höhe von insgesamt knapp 53.000 Euro. Dabei geht es um Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 530.000 Euro, für die die Vereine bereits Geld aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätten“ erhalten. Doch weil die Antragsflut an das Land sehr groß ist, erhalten die einzelnen Vorhaben einen geringeren Zuschussanteil: bis zu 90 Prozent sind möglich, es werden aber nur 65 Prozent dazugegeben. Und weil die finanzielle Situation der Vereine corona-bedingt zusätzlich erschwert ist, will die Stadt nun einspringen und zehn Prozent dazu geben. Philipp Knappmeyer: „Das Landesprogramm ist zigfach überzeichnet. Es braucht deutliche Investitionsschübe für die Sportstätten.“

Somit können nun folgende Vereine mit einem insgesamt 75-Prozent-Zuschuss für ihre Modernisierungsmaßnahmen rechnen: PTSG Lübbecke, Motor-Yacht-Club, Schützenverein Eilhausen, TC Nettelstedt, BSC Blasheim, FC Lübbecke und LZRF Gehlenbeck-Eilhausen.

Skatepark wird jetzt geplant

Im Rahmen der Haushaltsberatungen hatte die CDU das Anliegen der Lübbecker Skater und BMX-Fahrer vorgebracht, die Skateanlage an der Roten Mühle, die aus dem Jahr 2005 stammt und 2012 saniert wurde, auszubauen. Dafür waren schon einmal 25.000 Euro in den Haushalt eingestellt worden – eine Summe, die voraussichtlich nicht reichen wird. Entsprechend wünsche sich Kathrin Böhning (Grüne), dass nach Fördermitteln Ausschau gehalten werde. Für den Rollsportverein Dieter Hase, der den Skatepark nutzt und pflegt, stellte Vorsitzender Gianluca Armeli die Vorstellungen der zumeist jungen Sportler dort vor. Jetzt soll es an die konkreten Planungen gehen. Ziel ist es, dass mehr Skater gleichzeitig auf die Bahn können und dass diese vielfältiger wird.

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