Flüchtling aus Afghanistan tötet zweifache Mutter – Prozessauftakt
Mordmotiv Eifersucht?

Bielefeld/Minden (WB). Weil sich seine Frau (30) von ihm getrennt und angeblich Kontakte zu anderen Männern hatte, soll ein Afghane (33) die Mutter der zwei gemeinsamen Kinder (12/15) umgebracht haben. Seit gestern muss sich der Kriegsflüchtling vor dem Schwurgericht in Bielefeld wegen Totschlags verantworten.

Donnerstag, 24.07.2014, 14:04 Uhr aktualisiert: 26.07.2014, 14:31 Uhr
Flüchtling aus Afghanistan tötet zweifache Mutter – Prozessauftakt : Mordmotiv Eifersucht?
Der Prozess gegen den afghanischen Flüchtling findet vor dem Landgericht Bielefeld statt. Foto: Thomas F. Starke

Staatsanwalt Christoph Mackel wirft dem Angeklagten vor, am 31. Januar die 30-Jährige in ihrer Wohnung in Minden mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt zu haben. Als die Frau sterbend auf dem Boden lag, soll der 33-Jährige das Opfer noch mit einem Stoffband stranguliert haben. Anschließend flüchtete der Mann zu Verwandten nach Frankfurt am Main. Gegen 17 Uhr am Tattag nahmen ihn Bundespolizisten im Hauptbahnhof der hessischen Finanzmetropole fest.

Vor seiner Flucht aus Minden ließ sich der 33-Jährige von einem Bekannten ein Zugticket nach Frankfurt besorgen. Diesem Mann vertraute er vor der Abfahrt an, seine Frau getötet zu haben, während die Kinder in der Schule waren. Die Leiche liege in der Wohnung der 30-Jährigen. Der Bekannte hielt das erst für einen schlechten Scherz, alarmierte wenig später aber die Polizei.

In Frankfurt festgenommen

Wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, seit Jahren Gewalt gegen seine Frau (wurde als 14-Jährige verheiratet) ausgeübt zu haben, zeichnete der Afghane vor dem Schwurgericht ein völlig anderes Bild. Seine Frau soll ihm die Nase blutig geschlagen und ihn zu einem Sprung aus dem Fenster getrieben haben. Auch soll die 30-Jährige, die 2011 mit ihrer Familie nach Deutschland flüchtete, ihren Mann aus der Wohnung geworfen haben.

Zur Tat sagte der 33-Jährige, seine Frau habe ihn zuerst mit einem Küchenmesser mit 20 Zentimeter langer Klinge angegriffen. Er habe die Attacke abgewehrt und wisse nicht mehr, was dann geschehen sei. Das Urteil soll am 13. Oktober gesprochen werden.

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