Sa., 20.07.2019

Staatsschutz ermittelt nach Vorfall im Gebetsraum der Mindener Ditib-Gemeinde Moschee mit Fäkalien geschändet

Sebahattin Cigdem und Polizist Lars Rodenberg vor der Mindener Moschee.

Sebahattin Cigdem und Polizist Lars Rodenberg vor der Mindener Moschee.

Von Freya Schlottmann

Minden (WB). Unbekannte haben die Moschee der Mindener Ditib-Gemeinde an der Kaiserstraße am Dienstag geschändet. Als der Vorbeter gegen 12 Uhr den Gebetsraum routinemäßig kontrolliert, findet er einen Haufen ausgerissener Seiten eines Korans auf dem Boden. Darunter liegen menschliche Exkremente.

»Das ist unglaublich«, sagt Sebahattin Cigdem, erster Vorsitzender der Ditib-Gemeinde im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. »Der oder die Täter müssen irgendwann vormittags zwischen 11 und 11.30 Uhr in die Moschee gekommen sein«, vermutet Cigdem. Um 13.30 Uhr beginne täglich das Mittagsgebet, zu dem sich die Mitglieder der Gemeinde treffen. Davor sei die Moschee bereits von 11 Uhr an öffentlich zugänglich, damit auch all diejenigen beten können, die nicht am Mittagsgebet teilnehmen können.

Sebahattin Cigdem und seine Gemeindemitglieder haben den Vorfall bei der Mindener Polizei angezeigt. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz in Bielefeld. Die Bielefelder Polizei teilte am Freitag mit, dass derzeit kein konkreter Tatverdacht bestehe. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Gebetsraum künftig geschlossen

»Leider hat niemand etwas gesehen«, sagt der Vorsitzende der Gemeinde. Bereits am 22. Januar 2018 war die Moschee von Unbekannten beschädigt worden. Damals wurden die Fassade mit Farbe beschmiert und einige Fensterscheiben eingeworfen. »Aber auch bei diesem Vorfall gibt es bislang keine Tatverdächtigen«, berichtet Cigdem. Dass die Täter des jüngsten Vorfalls gefunden werden, hofft der erste Vorsitzende dennoch.

Immerhin konnte ein Reinigungsdienst den Gebetsraum noch pünktlich vor dem Mittagsgebet am Dienstag reinigen. Der Gebetsraum werde künftig aber nur noch zu den Gebetszeiten geöffnet. »Eigentlich wollen wir offen für alle Muslime sein und jedem die Möglichkeit zum Beten geben«, sagt der erste Vorsitzende der Gemeinde, der diese Entscheidung bedauert.

Auch Mindens Bürgermeister Michael Jäcke verurteilte die Tat in einer schriftlichen Stellungnahme: »Wir sind fassungslos. Mutwillige Zerstörung und Schändungen in einem Gotteshaus tolerieren wir in keinem Fall.« Hinweise nimmt die Polizei telefonisch unter 0521/545-0 entgegen.

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