Di., 20.08.2019

Bodenskulptur von Gunnar Heilmann war für Ausstellung »Wagnis. Wagner« vorgesehen Stadt Minden mäht Ring-Kunstwerk weg

Zerstörtes Kunstwerk: Auf dieser Wiese in Minden sollte eigentlich eine Bodenskulptur von Gunnar Heilmann erblühen. Ein Mitarbeiter der Städtischen Betriebe hat den »Magischen Ring« aber gemäht. Stadt und Künstler bemühen sich um Schadensbegrenzung.

Zerstörtes Kunstwerk: Auf dieser Wiese in Minden sollte eigentlich eine Bodenskulptur von Gunnar Heilmann erblühen. Ein Mitarbeiter der Städtischen Betriebe hat den »Magischen Ring« aber gemäht. Stadt und Künstler bemühen sich um Schadensbegrenzung.

Minden (WB/fw). Für die Ausstellung »Wagnis. Wagner« in Minden hat der Künstler Gunnar Heilmann einen »Magischen Ring« eingesät, der als Bodenskulptur im Ausstellungszeitraum blühen sollte. Das wird schwierig, denn ein großer Teil seines Kunstwerkes ist in der vergangenen Woche versehentlich einem Mäher der Städtischen Betriebe zum Opfer gefallen.

Gunnar Heilmann stand am Morgen des 8. August fassungslos vor den Resten seines Kunstwerks. »Der Mäher hat nicht alle Pflanzen erwischt, aber einen größeren Teil und er hat tiefe Spuren hinterlassen« berichtet der Künstler aus Minden.

Heilmann habe daraufhin sofort das Kulturbüro der Stadt angerufen. Mitarbeiterin Beate Schmalen, die das Kunstprojekt anlässlich der Aufführung des »Ring des Nibelungen« von Richard Wagner für die Stadt Minden betreut, Gunnar Heilmann und eine Kollegin der Städtischen Betriebe berieten noch am 8. August bei einem Termin vor Ort, was zu tun ist, um den entstandenen Schaden zu begrenzen.

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Die wichtige Information ist bei dem ausführenden Mitarbeiter aufgrund von Urlaubsvertretungen leider nicht angekommen

Horst Lehning, Leiter des Betriebshofes der SBM

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Wie kam es zur Zerstörung? Trotz anderweitiger Absprachen wurde die Fläche turnusgemäß gemäht, heißt es von Seiten der Verwaltung. »Die wichtige Information ist bei dem ausführenden Mitarbeiter aufgrund von Urlaubsvertretungen leider nicht angekommen«, sagt Horst Lehning, Leiter des Betriebshofes der SBM. Die Städtischen Betriebe haben daher ihre volle Unterstützung zugesagt, um das Kunstprojekt noch zu retten.

Die Stadt Minden und die Städtischen Betriebe bedauern diesen Vorfall außerordentlich. »Wir haben uns sofort bei Gunnar Heilmann entschuldigt und stehen mit ihm in Bezug auf eine maximal mögliche Schadensbegrenzung im Gespräch«, sagt die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit der Stadt Minden, Regina-Dolores Stieler-Hinz.

Und weiter: »Wir sind alle zuversichtlich, dass dies auch zum großen Teil gelingen wird.« Kunst im öffentlichen Raum berge immer Risiken. Aber letztendlich spiegele diese Kunst im Besonderen das Leben in all seinen Facetten wider. Damit werde diese unfreiwillige Intervention lebendiger Bestandteil des »Magischen Ringes«, so Stieler-Hinz.

Von der Einsaat bis zur Blüte in sechs bis acht Wochen

Die Städtischen Betriebe, die für dieses Versehen verantwortlich sind, haben am 9. August Phacelia an den betroffenen Stellen nachgesät. Zum kompletten Blühen werde das Kunstwerk aber wohl in drei Wochen nicht gebracht. »Von der Einsaat bis zur Blüte braucht die Pflanze sechs bis acht Wochen«, so Denis Rinne von den Städtischen Betrieben.

Blau wird der Ring zu Beginn der Ausstellung vermutlich nicht sein, aber die »Form als Ring wird deutlich sichtbar sein«, hofft Gunnar Heilmann. Um weitere Schäden zu verhindern, soll vor Ort auf den frisch eingesäten Bereich hingewiesen werden, um Spaziergänger, Jogger und Hundehalter darauf aufmerksam zu machen, dass hier etwas Besonderes entsteht, was nicht betreten werden sollte.

Künstler wird sein Werk weiter eng betreuen

Laut Dennis Rinne soll das Kunstwerk bis in den Spätherbst stehen bleiben, ausblühen und erst dann untergepflügt werden. Das »Unterpflügen« ist meist das Schicksal von Phacelia, die in der Landwirtschaft gerne als Zwischenfrucht und damit als natürlicher Dünger zur Bodenbereitung eingesetzt wird.

Gunnar Heilmann wird sein Werk weiter eng betreuen. Er wässert den Ringbereich regelmäßig und mäht die Innenfläche selbst. Das Projekt befindet sich im »Kessel« eines historisch bedeutsamen Areals des Glacis. »Hier war einst eine Wallanlage der Bastion VI der preußischen Ringfestung«, erläutert Heilmann.

Seinen Ring sieht er als »temporäre Intervention«. Der Ring hat einen Außendurchmesser von 30 Metern und einen Innendurchmesser von zwölf Metern. Der Ring wird von einer Bodenmarkierung durchschnitten, die den Verlauf der äußeren Mauer des früheren Wallgrabens sichtbar macht.

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