Fallzahlen steigen weiter – Kreis Minden-Lübbecke setzt Kita-Gebühren für April aus
MKK planen Intensivbetten ein

Minden (WB/fn). Die Corona-Fallzahlen im Kreis Minden-Lübbecke steigen weiter. Jetzt vermeldet der Krisenstab der Kreisverwaltung insgesamt 73 Erkrankte. Mit vier Menschen haben derzeit vergleichsweise wenig Patienten schwere Symptome und werden stationär behandelt. Die Mühlenkreiskliniken (MKK) treffen aber bereits Vorkehrungen für die Aufnahme von Erkrankten, die auf den Intensivstationen im Kreisgebiet behandelt werden müssen.

Montag, 16.03.2020, 20:18 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 13:56 Uhr
Bei Corona-Verdacht steht in Minden vor dem Klinikum ein Container für Tests bereit – mit großem Wartebereich. Foto: MKK
Bei Corona-Verdacht steht in Minden vor dem Klinikum ein Container für Tests bereit – mit großem Wartebereich. Foto: MKK

Allein am Montag wurden 13 neue Fälle gemeldet: drei aus Espelkamp, zwei aus Minden und je einer aus Bad Oeynhausen, Rahden, Hille, Petershagen, Stemwede, Porta Westfalica, Lübbecke und Preußisch Oldendorf.

Quarantäne-Aufruf

Ungefähr zur Hälfte haben sich die Erkrankten bei Auslandsreisen in Risikogebieten infiziert. Zur anderen Hälfte handelt es sich um Gäste des Bayrischen Festes am 7. März in Vehlage , erläuterte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Elke Lustfeld. „Wir appellieren nochmals an die Bürgerinnen und Bürger, sich zum Schutz der Allgemeinheit bis zum Ende dieser Woche in häusliche Quarantäne zu begeben, wenn sie am Bayrischen Fest teilgenommen haben“, sagte Lustfeld. „Mittlerweile ist es uns nicht mehr möglich, mit unseren personellen Kapazitäten die zahlreichen Kontaktpersonen aller Erkrankten zu ermitteln. Wir konzentrieren uns darauf, Kontaktpersonen zu informieren, die in Schlüsselpositionen des öffentlichen Lebens arbeiten.“ Für diese Gruppe gelte die Regelung, dass Personen in Quarantäne gehen, sobald sie Symptome haben. „Bis dahin arbeiten sie unter Einhaltung der hohen hygienischen Anforderungen in ihrem Bereich weiter“, sagte Elke Lustfeld.

Landrat Dr. Ralf Niermann begrüßt, dass aus seiner Sicht die meisten Menschen den Ernst der Lage erkannt hätten und sich verantwortungsbewusst verhielten. „Sie helfen damit all denjenigen, die schon jetzt rund um die Uhr mit aller Kraft daran arbeiten, den Verlauf der Infektionswelle so gut es eben geht einzudämmen.“ Es sei im Interesse aller, das Gesundheitssystem funktionstüchtig zu erhalten.

Drei Erkrankte bei den MKK

Auch unter Mitarbeitern den Mühlenkreiskliniken sind erste Coronafälle zu verzeichnen. „Drei Fälle sind bestätigt“, sagte Sprecher Christian Busse. Alle hätten sich im privaten Bereich infiziert. Bei den Kontaktpersonen auf Station seien sofort in großem Umfang Abstriche für Tests gemacht worden, und etliche Mitarbeiter seien freiwillig in häusliche Quarantäne gegangen, so Busse. „Es war uns klar, dass es auch unsere Mitarbeiter erwischen wird“, sagte Busse. „Wir haben aber Maßnamen ergriffen, damit das Risiko möglichst klein ist, dass ganze Abteilungen lahmgelegt werden.“

Wie Busse ausführte, laufe die Versorgung aller Patienten bislang problemlos weiter. Durch die Verschiebung einzelner planbarer Operationen – nach ärztlicher Entscheidung – würden Kapazitäten bei Betten und Personal auch auf der Intensivstation frei, um den zu erwartenden Anstieg an Patienten mit schweren Coronasymptomen behandeln zu können, sagte Busse.

Beitragsstopp im April

Wie berichtet, schließen auch im Kreis Minden-Lübbecke neben den Schulen die Kindertageseinrichtungen vorläufig bis 19. April – nur ein Notbetrieb für die Kinder von Schlüsselpersonen wird aufgebaut. Da dies viele Eltern vor große Herausforderungen stellt, will der Kreis zumindest die finanzielle Last mindern: Auf die Elternbeitragspflicht für die Betreuung von Kindern soll zunächst im April 2020 verzichtet werden.

Telefone überlastet

Die vielen Bürgeranfragen haben beim Kreis Minden-Lübbecke zeitweise zu überlasteten und gestörten Telefonleitungen geführt. Um zunächst die Erreichbarkeit des Bürgertelefons zum Coronavirus sicherzustellen, bittet der Kreis die Bürger, die sich mit allgemeinen Fragen an die Kreisverwaltung wenden möchten, den Kontakt per E-Mail aufzunehmen. Ansprechpartner sowie deren Mailadressen sind auf den Internetseiten der Kreisverwaltung zu finden. Dem schließt sich die Lübbecker Stadtverwaltung an und verweist auf die Kontaktaufnahme per E-Mail oder Brief.

Die Stadt Lübbecke setzt derweil die weiteren vom Land am Montag erlassenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens um, die bereits am Dienstag in Kraft treten. Im Rathaus wird an einer Information in Frage-Antwort-Form gearbeitet, um die wichtigsten Fakten auf der Homepage der Stadt zugänglich zu machen. Außerdem teilt die Stadt mit, das die Ausschusssitzungen im März (Wirtschaft, Haupt- und Finanzausschuss sowie Soziales) abgesagt werden.

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