Atemwegs- und Coronapatienten sollen zentral getestet und behandelt werden
Kreis richtet neues Diagnosezentrum ein

Minden (WB/fn). Menschen, die an den Atemwegen erkrankt, fiebrig sind oder möglicherweise Coronasymptome haben, sollen künftig zentral in Minden diagnostiziert und behandelt werden. Ein entsprechendes Zentrum wird derzeit vor dem Johannes-Wesling-Klinikum aufgebaut. Der Kreis Minden-Lübbecke wappnet sich damit für einen möglichen Anstieg von Coronafällen.

Freitag, 20.03.2020, 15:15 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 15:18 Uhr
Landrat Ralf Niermann hat Freitag bekannt gegeben, dass alle Atemwegs- und Fieberpatienten künftig vor dem Mindener Klinikum in einem speziellen Zentrum diagnostiziert und behandelt werden. Dies dient auch dem Schutz von Krankenhäusern und Arztpraxen. Foto: Friederike Niemeyer
Landrat Ralf Niermann hat Freitag bekannt gegeben, dass alle Atemwegs- und Fieberpatienten künftig vor dem Mindener Klinikum in einem speziellen Zentrum diagnostiziert und behandelt werden. Dies dient auch dem Schutz von Krankenhäusern und Arztpraxen. Foto: Friederike Niemeyer

Bislang gibt es mit dem sogenannten Corona-Mobil eine reine Teststation vor dem Johannes-Wesling-Klinikum und an den anderen Standorten der Mühlenkreiskliniken ebenfalls Test-Einrichtungen. Jetzt werden diese Anlaufstellen in Minden zentralisiert, aber auch deutlich ausgebaut.

Start des neuen Diagnose- und Behandlungszentrums ist am Samstag, 21. März, um 8 Uhr. Das haben am Freitag der Landrat sowie Vertreter des Coroana-Krisenstabes bekannt gegeben. Dort in Zelten und Containern vor dem Johannes-Wesling-Klinikum sollen zentral alle Corona-Verdachtsfälle aus dem ganzen Kreisgebiet getestet und versorgt werden – weiterhin nur nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Hausarzt oder dem Kassenärztlichen Notdienst (Telefon 116117). Dieses Zentrum ist aber auch gedacht für alle Menschen im Kreis, die Atemwegserkrankungen und Fieber haben, auch wenn es wahrscheinlich keine Coronafälle sind. Damit sollen sowohl die Krankenhäuser als auch die Praxen der niedergelassenen Ärzte von den Corona-Verdachtsfällen entlastet und vor Ansteckung geschützt werden.

Von Montag an kümmern sich von 6 bis 22 Uhr jeweils zwei niedergelassene Ärzte in dem neuen Zentrum um die Behandlung der Erkrankten. In den Nachtstunden ist das Zentrum für Notfälle besetzt. Ehrenamtliche Helfer von Rotem Kreuz, Maltesern und Johannitern leiten die Patienten vor Ort an die richtigen Stellen.

Elke Lustfeld, Leiterin des Gesundheitsamtes, gab auch die aktuellen Fallzahlen bekannt: Stand Freitag, 11 Uhr, sind im Mühlenkreis 140 Menschen positiv getestet, Schwerpunkte sind nach wie vor Minden (31), Lübbecke (24) sowie Espelkamp (19) und Stemwede (19). Vier Erkrankte sind inzwischen gesund und aus der häuslichen Isolation entlassen.

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